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Vorarlberg: So reagieren die Parteien auf die Schlachthof-Pläne der Grünen

©APA, VOL.AT/Mayer, Privat
Die Grünen präsentierten am Freitag ihre Pläne für einen neuen Schlachthof in Vorarlberg - die Reaktionen der anderen Landtagsparteien ist durchwachsen.
Grüne wollen Schlachthof

Die Grünen wollen einen Vorarlberger Schlachthof mit Verarbeitungsbetrieb. Dieser soll neue Maßstäbe in Sachen tiergerechtem Schlachten setzen, die Vermarktung mitübernehmen,  einen klaren Bildungsauftrag und Forschungstätigkeiten für angewandten Tierschutz bei der Schlachtung verfolgen und Transparenz und Kontrolle in den Vordergrund stellen.

FPÖ wundert sich über Zeitpunkt

Die Grünen betonten bei der Pressekonferenz am Freitagvormittag, dass sich alle im Landtag vertretenen Fraktionen für eine Schlachthof aussprechen. Die FPÖ hinterfragt dabei den Zeitpunkt der Präsentation. “Wenn Zadra und Vetter heute im Rahmen dieser Idee von einem neuen Leuchtturmprojekt für Europa sprechen, so ist das gut und recht, aber hoffentlich auch wirklich der Sache geschuldet und nicht dem bevorstehenden EU-Wahlkampf”, schreibt FPÖ-Klubobmann und Landwirtschaftssprecher Daniel Allgäuer. Weiters betont die FPÖ, dass sie bereits vor einem Jahr auf die Bedeutung eines regionalen Schlacht- und Verarbeitungszentrums hingewiesen haben.

FPÖ-Tierschutzsprecherin Nicole Hosp betont weiters, dass ein neuer regionaler Schlachthof im Hinblick auf die Vermeidung von Tiertransporten natürlich auch in tierschutzrechtlicher Hinsicht allen Auflagen entsprechen müsse. “Nachdem am kommenden Mittwoch ein 7-Punkte-Antrag der Freiheitlichen im Landwirtschaftlichen Ausschuss zur Debatte steht, laden wir die Grünen ein, unseren Antrag unter dem Titel ‘Tiertransporte verringern und gemeinsames Bewusstsein für Regionalität schaffen’ entsprechend zu unterstützen.”

“Wenn Grünpolitiker träumen”

Auch die ÖVP distanziert sich von den Grünen-Plänen. „Die Vorschläge lassen sich in Abwandlung seines größten Hits unter dem Motto: „Wenn Grünpolitiker träumen…“ zusammenfassen. Leider kann der zweite Teil des Refrains nur lauten: „…dann muss das nichts mit der Realität zu tun haben”, so VP-Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein in einer Aussendung. Er verweist auf aktuelle Landtagsbeschlüsse, die eine Nachfolgelösung für den Schlachthof Dornbirn ermöglichen sollen. Aus seiner Sicht dürfen dabei die Marktgegebenheiten nicht aus den Augen verloren werden. „Wir haben heute das Problem, dass der Schlachthof in Dornbirn bei weitem nicht ausgelastet ist. Offenkundig ist es nicht einfach, in unserem Land einen Schlachtbetrieb kostendeckend zu führen. Eine zukunftsfähige Schlachtmöglichkeit darf weiters nicht dazu führen, dass die kleinen regionalen Schlachtstätten unter die Räder kommen“.

Aus Sicht des Landwirtschaftssprechers der Vorarlberger Volkspartei sind daher für eine nachhaltige Nachfolgelösung drei Kriterien von größter Bedeutung: „Der neue Schlachthof muss realistisch dimensioniert sein. Dafür braucht es einerseits die Bereitschaft der heimischen Bauern, an diesem Standort zu schlachten, und auf der anderen Seite eine realistische Analyse des Potenzials an heimischen Schlachttieren. Zweiter wesentlicher Punkt ist ein zentraler Standort, der im Sinne der Tiere kurze Anfahrtswege ermöglicht. Der dritte und springende Punkt ist: Es braucht einen Unternehmer, der den Schlachthof wirtschaftlich führt, aber auch in der Lage ist, den Landwirten faire Preise zu zahlen. Dazu kommen Investoren, die bereit sind, einen modernen Schlachthof zu errichten.“(red)

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