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Vorarlberg: Polizist wollte drei junge Frauen küssen

Der Polizist versuchte junge Frauen, darunter zwei Polizistinnen, zu küssen.
Der Polizist versuchte junge Frauen, darunter zwei Polizistinnen, zu küssen. ©APA/Symbolbild
Teilbedingte Geldstrafe wegen versuchter Nötigung nun rechtskräftig: Angeklagter Exekutivbeamter zog Frauen, darunter zwei Polizistinnen, gegen deren Willen zu sich heran.

Von Seff Dünser/NEUE

Der angeklagte Polizist hat nach Ansicht der Richter bei drei Vorfällen versucht, drei junge Frauen, darunter zwei Polizistinnen, gegen deren Willen auf den Mund zu küssen. Das trug dem unbescholtenen 56-Jährigen einen Schuldspruch wegen versuchter Nötigung ein. Dafür wurde der netto 2200 Euro verdienende Familienvater zu einer teilbedingten Geldstrafe von 9000 Euro (300 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 4500 Euro.

Das Urteil ist rechtskräftig. Denn das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat nun in der Berufungsverhandlung die Entscheidung des Landesgerichts Feldkirch bestätigt. Der Berufung des alle Vorwürfe bestreitenden Angeklagten wurde keine Folge gegeben. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.

Die möglichen Höchststrafen wären 720 Tagessätze oder zwölf Monate Gefängnis gewesen. Zur allgemeinen Abschreckung habe die Geldstrafe nicht zu drei Vierteln bedingt nachgesehen werden können, sagte der Feldkircher Erstrichter Martin Mitteregger. Strafverschärfend habe sich ausgewirkt, dass es sich beim Täter um einen Polizisten gehandelt habe.

Schweigen gebrochen

 Nach Überzeugung der Richter hat der Bundespolizist im Herbst 2017 in einer Oberländer Polizeiinspektion während des Dienstes eine 24-jährige Polizistin zu sich hergezogen und versucht, sie zu küssen. Die junge Beamtin sagte, sie habe ihren Kopf noch rechtzeitig wegdrehen können.

Sie brach ihr Schweigen erst, als sie heuer von einer Polizeikollegin erfuhr, was ihr am Vortag auf der Dienststelle widerfahren ist. Die 23-jährige Polizistin gab vor Gericht zu Protokoll, der Angeklagte habe sie umarmt und ihr zwei Wangenküsse gegeben. Sie habe ihn danach weggedrückt, weil sie das Gefühl gehabt habe, er werde sie sonst auch noch auf den Mund küssen.

Frau unter das T-Shirt gegriffen - Freispruch

Zum dritten Vorfall kam es laut Urteil heuer in einer Bludenzer Sauna. Dort hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen im Dampfbad eine 35-jährige Frau zu sich hergezogen und versucht, sie auf den Mund zu küssen.

Freigesprochen wurde der Angeklagte vom Vorwurf, er habe die 35-Jährige 2018 an der Sauna-Bar sexuell zu belästigen versucht. Die Richter gingen davon aus, dass er ihr zwar unters T-Shirt gegriffen hat, aber nur auf den Bauch und nicht hin in Richtung Brust.

Anhängig ist gegen den Polizisten aus dem Bezirk Feldkirch noch ein Disziplinarverfahren.

(Red.)

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