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Vorarlberg: Ländle-Parteien uneinig bei leistbarem Wohnen

Beim Thema Wohnbau sind sich die Parteien im Land alles andere als einig.
Beim Thema Wohnbau sind sich die Parteien im Land alles andere als einig. ©VOL.AT/Steurer
Sowohl die Grünen als auch die ÖVP präsentierten am Donnerstag ihre Pläne für den Wohnbau.
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Grüne präsentieren #wohnen365
Gutes Zeugnis für Wohnbau

Die Grünen stellten am Donnerstag in Dornbirn ihre Pläne für eine 365-Euro Wohnung vor. Diese soll rund 42 Quadratmeter haben, der Preis gilt inklusive Betriebskosten und Internet.

Für die ÖVP ist das allerdings "Voodoo-Wohnbaupolitik". VP-Nationalrat Norbert Sieber sieht die 365-Euro-Wohnung nicht als Möglichkeit. "Angesichts der aktuellen Grundstückspreise und der Baukosten in Vorarlberg kenne ich keinen Experten, der mir dieses Modell wirtschaftlicht darstellen kann", so Sieber in einer Aussendung.

Die SPÖ zeigt sich angesichts der Forderungen verwundert. Die Grünen hätten noch in der letzten Landtagssitzung den Vorschlag der SPÖ abgelehnt, in dem 50 Quadratmeter 350 Euro monatliche Miete gekostet hätte. "Wir hätten bereits bestehenden Wohnraum mobilisiert, bei den Grünen Vorschlägen muss neu gebaut werden - und das Ergebnis dieses Aufwandes sind dann laut Eigenaussage 'Low-Budget-Wohnungen'", so SPÖ-Wohnraum.

Lob für Wohnbauförderung

Die ÖVP hat am Donnerstag selbst ihre Pläne zum leistbaren Wohnen präsentiert. Diese gaben besonders der Wohnbauförderung ein gutes Zeugnis. "An der Wohnbauförderung darf nicht gerüttelt werden", so Landeshauptmann Markus Wallner. Seit 2014 habe das Land in Summe eine knappe Milliarde Euro aufgebracht, im laufenden Budget sind fast 150 Millionen Euro veranschlagt. Bis 2024 sollen außerdem 4.500 neue Wohnungen entstehen.

"Brauchen endlich eine Offensive"

Kritik kommt für die ÖVP dabei von der FPÖ. "Für viele Vorarlberger werden die hohen Wohnkosten mehr und mehr zum Problem, weil sei einen immer größeren teil des Einkommens verschlingen", so FPÖ-Landesobmann Christof Bitschi. "Wir brauchen endlich eine echte Offensive für mehr leistbaren Wohnraum in Vorarlberg." Er will den Fokus dabei auch auf Startwohnungen für junge Menschen und Familien legen. „Wir wissen, dass rund 5.900 Haushalte im Land als wohnungssuchend vorgemerkt sind. Beinahe 2.000 Anträge auf eine gemeinnützige Wohnung wurden von Personen unter 30 Jahren gestellt und rund 2.400 Anträge entfallen auf Haushalte mit mindestens einem Kind. Es ist daher Aufgabe der Politik, speziell für junge Menschen und Familien das Angebot an leistbaren Wohnungen zu vergrößern“, so Bitschi.

Auch die NEOS sehen Schwachpunkte in den Plänen der ÖVP. "Vorarlberg steht als besonders dynamisches Bundesland am Wohnungsmarkt vor besonderen Herausforderungen. Wir wachsen und müssen genügend Wohnraum schaffen. Deshalb kann es nicht sein, dass die Rückflüsse aus der Wohnbauförderung im allgemeinen Budget versickern. Hier werden Millionen verwendet, um das Landesbudget zu sanieren, statt in den Wohnbau zu investieren. Diese Mittel müssen zweckgewidmet für den Wohnbau verwendet werden. Das nimmt Druck aus der Preisentwicklung am Wohnungsmarkt", so Sabine Scheffknecht, Landessprecherin der NEOS.

(red)

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