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Vorarlberg droht rote Corona-Ampel

Steigende Zahlen in Vorarlberg
Steigende Zahlen in Vorarlberg ©APA | VOL.AT/Steurer
In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg droht jeweils mehreren Bezirken nach der kommenden Sitzung der Ampelkommission am Donnerstag die Rotschaltung.

Das hat am Mittwochnachmittag ein Blick auf das aktualisierte Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nahegelegt.

Derzeit vier Bezirke rot

Die höchste Warnstufe Rot und damit ein "sehr hohes Risiko" mit unkontrollierten Ausbrüchen und großflächiger Verbreitung bescheinigt die Corona-Ampel derzeit dem Salzburger Tennengau, der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck, dem Bezirk Innsbruck-Land sowie der zweitgrößten oberösterreichischen Stadt Wels. In den vier betroffenen Bezirken stellte sich die epidemiologische Lage am Mittwoch folgendermaßen dar: die Sieben-Tage-Inzidenz - die Anzahl der Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner - lag

  • im Tennengau bei 468,7
  • in Innsbruck bei 282,3
  • in Innsbruck-Land bei 198,5
  • in Wels bei 226,8

Nimmt man diese Zahlen als Richtschnur, müssten in Oberösterreich zumindest drei weitere Bezirke auf Rot gesetzt werden:

  • Schärding mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 279,2
  • Grieskirchen bei 247,2
  • Ried im Innkreis bei 243,4

In Salzburg gibt es mit dem Pongau und dem Flachgau zwei neue Rot-Kandidaten, die gegenwärtig eine Sieben-Tage-Inzidenz von 271,8 bzw. 237,1 aufweisen.

In Tirol könnten bei der nächsten Ampel-Schaltung drei weitere Bezirke auf Rot springen:

  • Schwaz im Unterland hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 274,2
  • die Oberländer Bezirke Landeck und Imst scheinen mit einer Inzidenz von 234,4 bzw. 209,8 auf.

Region Rheintal/Walgau gefährdet

In Vorarlberg sind vor allem die Bezirke Feldkirch (226,8), Dornbirn (211,1) und auch Bregenz (199,4) stark betroffen. Vorarlberg wird für die Corona-Ampel allerdings in die Regionen:

  • Rheintal/Walgau
  • Klostertal/Arlberg
  • Montafon/Brandnertal
  • Großes Walsertal
  • Bregenzerwald/Kleinwalsertal

unterteilt. Vor allem die Region "Rheintal/Walgau" ist stark gefährdet auf "rot" zu springen. Sollte die Ampel auf Rot schalten, würde es ab der 9. Schulstufe Homeschooling geben. Auch könnte es zu einem Besuchsverbot in den Spitälern und Pflegeheimen kommen.

Auch eine Orange-Schaltung der bisher gelben Regionen Klostertal/Arlberg, Montafon/Brandnertal, Großes Walsertal, Bregenzerwald/Kleinwalsertal scheint nicht ausgeschlossen.

Kärnten am wenigsten stark betroffen

In den anderen Bundesländern liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen deutlich darunter. Die höchsten Werte in Niederösterreich zeigen die Bezirke Bruck/Leitha (165,7) und Waidhofen/Thaya (154,5). Wien - hier werden die Bezirke nicht separat ausgewiesen - liegt bei 153,5, womit es auch in der Bundeshauptstadt deutlich nach oben geht. Am vergangenen Freitag war eine Sieben-Tage-Inzidenz von 134,5 verzeichnet worden, am Montag kletterte sie auf 146,3.

Im Burgenland wird aktuell in sieben von neun Bezirken eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 registriert. "Ausreißer" nach oben ist Neusiedl/See mit 134,3. In der Steiermark liegt der Bezirk Murtal mit 115,3 an der Spitze, in Kärnten die Landeshauptstadt Klagenfurt mit 105,1.

Bezogen auf ganz Österreich beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz im Moment 121,4. Eine insofern besorgniserregende Entwicklung, als sie am vergangenen Freitag noch unter 100 - bei 94,8 - lag.

An sich gilt das Überschreiten der 100er-Marke als Parameter, um den betroffenen Bezirk auf Rot zu schalten. Die Corona-Kommission orientiert sich bei ihrer Beurteilung neben der Sieben-Tage-Inzidenz aber auch an der Anzahl der regional durchgeführten Tests, ob und inwieweit sich die Neuinfektionen Clustern zuordnen lassen und damit abgrenzbar sind und an den lokalen Ressourcen im Gesundheitswesen.

Strenge Maßnahmen in Bayern

In Bayern hat das Erreichen einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 mittlerweile drastische Folgen. Städte und Landkreise mit einer darüber liegenden Inzidenz gelten seit Mittwoch als Dunkelrot, was automatisch weitere Versammlungsverbote und eine auf 21.00 Uhr vorgezogene Sperrstunde in Gaststätten nach sich ziehen soll, wie der bayrische Ministerpräsident Markus Söder in einer Regierungserklärung in München ankündigte.

Ziel der neu eingeführten Warnstufe sei es, einen Lockdown wie im Frühjahr oder wie derzeit im Landkreis Berchtesgadener Land zu vermeiden, erläuterte Söder. Es gehe darum, den Betrieb von Schulen, Kindergärten sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu erhalten. In der Tourismusregion Berchtesgaden, wo der Wert zuletzt bei 262 lag, sind Schulen, Gaststätten und Hotels geschlossen.

Söder gegen Grenzschließungen

Söder sprach sich gegen Grenzschließungen zur Bekämpfung der Pandemie aus. "Unser Ziel ist, dass die Grenzen offen bleiben", sagte er im Landtag. Um das zu ermöglichen, wolle Bayern mehr Testmöglichkeiten für Berufspendler anbieten.

(APA)

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