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Land Vorarlberg stimmt sich mit Gemeinden über Verschärfungen ab

Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP) besprach sich mit den Bürgermeistern darüber, wo in den Kommunen ab Dienstag eine Masken- und Testpflicht gelten wird.
Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP) besprach sich mit den Bürgermeistern darüber, wo in den Kommunen ab Dienstag eine Masken- und Testpflicht gelten wird. ©VOL.AT/Mayer
Die Gespräche sollen noch bis 16 Uhr fortgeführt werden - erst dann werden weitere Details bekannt gegeben.
Land Vorarlberg verschärft die Corona-Maßnahmen
Bregenzerwald-Ausreise nur mit negativem Testergebnis

In Vorarlberg haben die Gespräche des Landes mit den Gemeinden des Bregenzerwalds und Lustenau über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen den ganzen Montagvormittag angedauert. Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP) besprach sich mit den Bürgermeistern darüber, wo in den Kommunen ab Dienstag eine Masken- und Testpflicht gelten wird. Im Bregenzerwald werden etwa zehn Gemeinden betroffen sein. Keinen Einfluss hat das Infektionsgeschehen auf die Weiterführung der Modellregion.

Distance-Learning für Oberstufe

Die Gespräche sollten noch bis etwa 16 Uhr fortgeführt werden, hieß es aus dem Landhaus. Erst dann werden Details bekannt gegeben. Klar ist mindestens: Sowohl im Bregenzerwald als auch in Lustenau werden ab Dienstag sämtliche Oberstufenklassen wieder im Distance-Learning geführt.

Inzidenz stieg über 1.000er-Marke

Für die Talschaft Bregenzerwald mit rund 32.000 Einwohnern gilt seit 20. April eine Ausreisetestpflicht. Sie wurde zunächst für eine Woche angesetzt, wird aber verlängert, da sich das Infektionsgeschehen nicht beruhigt hat - im Gegenteil: Bis Sonntagabend waren im Bregenzerwald 316 Corona-Infektionen bekannt, deutlich mehr als zu Beginn der Ausreisetestpflicht. Die meisten Infizierten wurden in Schwarzenberg (47), Egg (45), Andelsbuch (43), Bezau (31) und Lingenau (27) verzeichnet, aber auch in anderen Gemeinden - Krumbach (17), Schoppernau (14) oder Mellau (11) - gab es vergleichsweise viele Infektionen. In manchen dieser Orte stiegen die Sieben-Tage-Inzidenzen über die 1.000er-Marke. Bei 64 der 316 Infizierten handelte es sich um Minderjährige.

Lustenau: Fallzahlen nahmen zu

Ähnlich präsentierte sich die Lage in Lustenau, das mit knapp 24.000 Einwohnern Österreichs größte Marktgemeinde ist. Auch dort nahmen die Fallzahlen zuletzt stark zu. In einer Woche kamen 80 Ansteckungen hinzu, damit waren am Montagvormittag 145 Fälle vermerkt. Auch in Lustenau war der Anteil der Minderjährigen mit 80 hoch. Ausgangspunkt für die Häufung der Corona-Infektionen in Lustenau soll ein großer Cluster in einer Spielgruppe gewesen sein.

Keine Auswirkung auf Modellregion

Keine Auswirkungen haben vorerst die stark angestiegenen Infektionszahlen auf die Fortführung der Modellregion Vorarlberg. Die Landesregierung betont immer wieder, daran festhalten zu wollen, solange die Intensivkapazitäten nicht an ihre Grenzen stoßen. Die Sieben-Tage-Inzidenz habe als Hauptkriterium zur Lagebeurteilung ausgedient. Man müsse auch die Lage auf den Intensivstationen, den Impffortschritt und die Zahl der Tests, aber auch die wirtschaftliche Situation und die Bereitschaft der Bürger, die Maßnahmen mitzutragen, einbeziehen. Ansteckungen passierten vorwiegend im privaten Bereich, heißt es.

In dieser Haltung unterstützt wurde Vorarlberg am Montag von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bestärkt. In einem auf ORF Radio Vorarlberg gesendeten Interview bewertete er die Entwicklung in Vorarlberg als "sehr, sehr positiv". Er hätte sich einen wesentlich schnelleren Anstieg der Infektionszahlen erwartet, sagte er. Die Ansteckungszahlen befänden sich auf einem Niveau wie in anderen Bundesländern bei rund 60 Prozent mehr an Testungen. Darüber hinaus gebe es in Vorarlberg kein Kapazitätsproblem in den Spitälern. Die Zahl der Intensivpatienten lag in Vorarlberg am Montag bei acht, 23 Intensivbetten waren noch frei.

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(APA)

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