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Von Rhythmus und Spielfreude besessen: Auf Tour mit STOMP

Dominik Schad findet immer und überall etwas, auf dem er die vielen Rhythmen, die er ständig im Kopf hat, zum Klingen bringen kann.
Dominik Schad findet immer und überall etwas, auf dem er die vielen Rhythmen, die er ständig im Kopf hat, zum Klingen bringen kann. ©Pzwei/Bandi Koeck
Von 2. bis 5. Februar gastiert die Klangperformance STOMP nach sechsjähriger Abstinenz wieder im Festspielhaus.
Alles ist Rhythmus bei STOMP

Die Performer haben neue Nummern wie „Trolleys“ und „Frogs“ haben mit im Gepäck und werden wieder ihr Publikum wortwörtlich von den Sesseln reißen.

Der Allgäuer Dominik Schad ist seit 2015 Teil des Ensembles und weiß mit der STOMP-Crew und den mitreissenden Rhythmen zu begeistern. Im Interview gibt er Einblicke hinter die Kulissen und seine privaten Projekte, welche auch vielversprechend sind.

Vol.at: Von Roggenzell im Allgäu zu STOMP, wie funktioniert das? Wie bist du zum STOMP-Performer, der durch die ganze Welt reist, geworden?

Dominik Schad: Als Kind war ich stolzer Besitzer der Videokassette STOMP OUT LOUD. Nach meinem Abitur sah ich STOMP live in New York. Ein paar Jahre später arbeiteten der österreichische STOMPER Johannes Bohun und ich in einem Percussion-Ensemble zusammen. Er lud mich zu einer seiner letzten STOMP-Vorstellungen in das Hannoveraner Opernhaus. Mein Schlüsselmoment! Ich war elektrisiert und überwältigt. Ich hielt STOMP für das Beste, was ich jemals gesehen hatte. Ich hatte das Gefühl: „Irgendwann könnte ich da oben stehen!“

Vol.at: Zukünftige STOMP-Performer werden in offenen Auditions ausgewählt. Offene Audition heißt: Jeder kann sich bewerben. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Dominik Schad: Rückblickend würde ich sagen, ich habe mich mein ganzes Leben lang darauf vorbereitet. Sound und Rhythmus sind mein Ding. Selbst beim Kauen produziere ich einen Groove. Der Klang, wenn eine vernünftig geformte Handfläche zwischen Schlüsselbein und Brustmuskel aufklatscht, ist Musik in meinen Ohren. Für die Audition habe ich wochenlang speziell Body-Percussion trainiert. Die nächtlichen Straßen von Hannover waren meine Trainingsplätze. Ich brauchte den festen Straßenuntergrund für einen vernünftigen Sound…

Vol.at: Wie war die Audition in London? Wie muss man sich das vorstellen?

Schad: Als ich morgens im Londoner Westend ankam, musste ich nicht lange nach dem Weg fragen. Eine unendliche Schlange von STOMP-Begeisterten aus aller Welt führte mich direkt zum Ambassador Theatre. Das Auswahlverfahren geht über drei Runden. Neben Fähigkeiten und eigenem Stil in Sachen Rhythmus und Bewegung sind Selbstvertrauen auf der Bühne, Sinn für Humor und Kreativität unverzichtbare Kriterien. Nach einer Auswahl-Woche wird eine Handvoll neuer STOMPER zum Training eingeladen. Im Januar 2015 war ich glücklicherweise einer davon.

Vol.at: STOMP begeistert weltweit seit über 25 Jahren, worin liegt für dich persönlich die Faszination der Show?

Schad: Die Kombination aus Rhythmus, britischem Humor und Energie funktioniert auf allen Kontinenten. STOMP ist definitiv ein Kontrast zu unserem hochtechnologisierten Alltag. Das STOMP_Universum entsteht aus Alltagsgegenständen wie Besen und Mülleimer. Das ist unmittelbar, roh und kraftvoll.

Vol.at: In STOMP gibt es acht verschiedene Charaktere mit witzigen Namen wie Particle Man, Bin Bitch oder Potato Head. Wer bist du bei STOMP?

Schad: Meine beiden Rollen sind Potato Head und Doctor Who. Die wesentlichen Charaktereigenschaften von Potato Head und Doctor Who trage ich definitv in mir. Potato Head ist ein sehr ernster und verlässlicher Zeitgenosse mit ausgeprägten Fähigkeiten am Schlagzeug. Doctor Who dagegen hat nicht alle Tassen im Schrank. Er ist verrückt und unberechenbar. Mit beiden Rollen identifiziere ich mich. Schon nach dem Aufstehen bin ich Potato Head oder Doctor Who, je nachdem für welche Rolle ich am Abend eingeplant bin.

Vol.at: Wie ist das Leben auf Tour?

Schad: Das Leben auf Tour macht extrem viel Spaß. Wir sind definitiv eine ungewöhnliche Truppe, vereint durch eine gewisse Rhythmusbesessenheit und eine ausgeprägten Spielfreude. Uns hört und sieht man auch abseits der Bühne schon von Weitem. STOMP ist für mich weit mehr als ein Job. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre auf Tour sein kann.

Vol.at: Vom 2. bis 5. Februar performt ihr in Bregenz. Freut dich das besonders, in der Nähe deines Heimatortes zu spielen?

Schad: Ja, als ich Bregenz auf dem Tour-Plan gesehen habe, hat mich das extrem gefreut. Für mich treffen damit zwei Welten – STOMP und mein heimatliches Umfeld – zum ersten Mal aufeinander. Natürlich bin ich dadurch extra motiviert.

Kurzbiographie:

Dominik Schad / STOMP-Performer

Lebt und wohnt in Roggenzell im Allgäu.

Dominik ist ein herausragender Schlagzeuger aus Deutschland. Er ist für unterschiedliche Künstler und Projekte sowie in den verschiedensten Genres von Pop, Rock über Folk bis hin zu zeitgenössischer klassischer Musik tätig. Sein Studium in den Bereichen Jazz, Rock und Pop absolvierte er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Seit 2010 arbeitet er vermehrt an eigenen Projekten. Seine Global-Pop-Band DEXICO hat sich ihren Platz im deutschen Musikgeschäft erobert und mit seiner Firma G!X bietet er dafür auch ein eigenes Plattenlabel, eine Booking-Agentur sowie das Bandmanagement. Als Experte in Sachen Rhythmus und Body-Percussion ist Dominik ein angesehener Lehrer und Workshop-Leiter. 2015 kam er zu STOMP.

 

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