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Virologin Puchhammer über Patienten-Anstieg besorgt

Belegung der Spitals- und Intensivbetten entspreche Infektionen, die vor zwei bis drei Wochen stattgefunden hätten, so Virologin Puchhammer-Stöckl.
Belegung der Spitals- und Intensivbetten entspreche Infektionen, die vor zwei bis drei Wochen stattgefunden hätten, so Virologin Puchhammer-Stöckl. ©Screenshot ORF
Die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl sieht den starken Zuwachs an Corona-Patienten, die im Spital aufgenommen werden müssen, mit Sorge. "Die Zunahme ist schon besorgniserregend", vor allem müsse man den Zeitablauf bedenken, sagte sie am Dienstagabend in der "ZiB 2".
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Denn: "Die Intensivbetten und die Belegung der Spitalbetten entspricht ja der Infektion, die vor zwei bis drei Wochen stattgefunden hat und reflektiert noch gar nicht die Zahlen, die wir heute haben."

Es werden noch deutlich mehr

Es sei daher anzunehmen, dass die Fälle "noch deutlich ansteigen" werden - "und das ist schon besorgniserregend". Gefragt, ob man daher umgehend weitere Maßnahmen verhängen müsste, sagte die an der MedUni Wien tätige Expertin, die jüngsten Schritte seien ja erst am Wochenende gesetzt worden. Jetzt sei es "eher daran, die Bevölkerung irgendwie zu motivieren, oder zu erklären, warum man das einhalten soll" - und dann gelte es abzuwarten, ob die Maßnahmen auch funktionieren.

Forscher: Ab dann wird es kritisch

Forscher Peter Klimek vom Complexity Science Hub an der Medizinischen Universität Wien spricht im Interview unter anderem darüber, ab wann die Situation auf Intensivstationen kritisch wird und wie seiner Meinung nach auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren ist.

Angesprochen auf einen möglichen Lockdown, den Experten ja auch für die Nachbarländer Schweiz und Deutschland mittlerweile für notwendig erachten, sagte Virologin Puchhammer-Stöckl in der "ZiB 2": "In diesen Ländern ist das wahrscheinlich so. Ich glaube, es ist schwer vorauszusagen. Ich hätte im Sommer nie gedacht, dass wir in diese Situation jetzt so schnell kommen. Auch in den anderen Ländern nicht. Derzeit versucht man es ohne Lockdown, auch ohne Schulschließungen." Einen "richtigen" Lockdown mit Schulschließungen könne sie sich "nicht vorstellen - Schulen sollten immer offen bleiben, das ist so ein Konsens". "Ich glaube, man sollte abwarten, wie sich die Zahlen in den nächsten Tagen verhalten."

Expertin "informierte" Task-Force

Zu ihrem am Sonntag publik gewordenen E-Mail, das an mehrere Personen der Task-Force des Gesundheitsministeriums gerichtet war und in dem sie davor warnte, dass die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren gehen könnte, sagte Puchhammer-Stöckl, dies sei als "Information" gedacht gewesen - nicht als "große Warnung". Es gehe darum, dass man bei den kleinen Clustern in Familien nicht mehr nachvollziehen könne, woher diese kommen, es werde mit der Nachverfolgung der Infektionen immer schwieriger. Wenn dieses Contact Tracing nicht mehr funktionieren sollte, dann müsse man in weiterer Folge "ganz stark in den Schutz der vulnerable Gruppen gehen".

Studien belegen: Masken helfen

Zweifel am Maskentragen, wie sie am Wochenende Franz Allerberger, Infektiologe der staatlichen Gesundheitsagentur AGES, geäußert hatte, teilt Puchhammer-Stöckl keinesfalls. "Es kommt in den letzten Tagen wirklich Studie um Studie um Studie heraus, die die Wirksamkeit von Masken belegt. Wir wissen alle, das ist kein hundertprozentiger Schutz. Wir können aber einen Teil der Infektionen verhindern." Und es gehe auch darum, dass man bei Verwendung der Maske die Virusmenge an der "Eintrittspforte" reduziere. "Ich bin nirgends ohne meine Maske unterwegs", so Puchhammer-Stöckl.

Problem ist die Gleichzeitigkeit

Allerbergers Aussage, wonach jeder Corona bekommen werde, sofern er nicht vorher stirbt, kommentierte sie zurückhaltend. Das Problem bei COVID-19 sei ja nicht nur die Erkrankung selbst, sondern "das Problem ist die Gleichzeitigkeit". "Wenn nur eine Million das gleichzeitig hat, kann man sich ausrechnen, was das für die Intensivstationen bedeutet." Dann würden nämlich auch für andere Fälle keine Intensiv-Betten mehr zur Verfügung stehen.

Kein Freitesten

Dem von Teilen der ÖVP geforderten "Freitesten" aus der Quarantäne schon nach fünf Tagen erteilte die Expertin eine klare Absage. Das gebe die Wissenschaft nicht her. "Die Inkubationszeit dauert fünf bis sechs Tage, es kann auch sein, dass man erst am siebenten oder achten Tag Symptome entwickelt." Man könne von den derzeit zehn Tagen Quarantäne vielleicht noch ein bis zwei Tage runtergehen, "aber kürzer würde ich es auf keinen Fall sinnvoll empfinden".

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(APA)

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