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Viel zu viel Arbeit für zu wenige

Trotz unentgeltlicher Überstunden bleibt die Arbeitsmoral im Ländle hoch.
Trotz unentgeltlicher Überstunden bleibt die Arbeitsmoral im Ländle hoch. ©DAPD/Themenbild
Schwarzach - Die Vorarlberger Unternehmen steigen bei der Einstellung von zusätzlichen Arbeitskräften auf die Bremse. Im Gegenzug schnellen die Überstunden in die Höhe. Das zeigt sich auch in der wachsenden Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Spitzenreiter bei den Belastungen sind Termin- und Zeitdruck (76,96 Prozent), Verantwortungsdruck (75,20 Prozent), psychische Belastungen (73,04 Prozent) und ein zu hohes Arbeits­volumen (70,05 Prozent). Die negative Entwicklung wird im Zeitablauf besonders deutlich, bei der Belastung durch geleistete Überstunden hat es seit 2009 einen Anstieg um 17 Prozentpunkte gegeben. Das geht aus dem aktuellen AK-Arbeitsindex hervor

Leistungsbereitschaft weiter hoch

Der Vorarlberger AK-Präsident Hubert Hämmerle führt dazu aus: „Aber trotzdem stehen die Vorarlberger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Betrieben. Die Leistungsbereitschaft bleibt nämlich trotz der höheren Belastungen mit 74 Prozent weiter hoch.“

Jede fünfte Überstunde ist unbezahlt

Dem AK-Präsidenten stellt sich in diesem Zusammenhang aber noch eine weitere Frage: nämlich wie viele der geleisteten Überstunden dann auch ordentlich abgegolten werden. Noch im heurigen September hatte das Sozialministerium Zahlen veröffentlicht, wonach Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für mehr als jede fünfte geleistete Überstunde weder einen Geldzuschlag noch einen Zeitausgleich erhalten. Präsident Hämmerle rät, geleistete Überstunden selbst zu dokumentieren: „Nur mit exakten Aufzeichnungen können im Streitfall Ansprüche geltend gemacht werden.“

Zusätzliche Probleme schafft noch die fortschreitende Flexibilisierung der Arbeitszeit. Das macht für viele die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit schwieriger. (VN/Enzelsberger)

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