Viel weniger Tiger in weltgrößtem Mangrovenwald als gedacht

Viel weniger Tiger als gedacht
Viel weniger Tiger als gedacht ©AP
Im größten Mangrovenwald der Welt an der Grenze von Indien zu Bangladesch leben viel weniger Tiger als bislang angenommen. Eine Studie der Regierung in Dhaka kommt auf etwa 106 Tiger, die im Bangladesch-Teil der Sundarbans umherstreifen. Bei einem Zensus im Jahr 2004 waren noch 440 Tiere geschätzt worden. Im indischen Teil des Waldes leben nach Regierungsangaben aus Neu Delhi etwa 103 Tiger.

Für die neue Studie wurden zahlreiche Kamerafallen aufgestellt, um die Tiger anhand ihres individuellen Streifenmusters zu identifizieren. Bei früheren Untersuchungen hätten sich die Wissenschaftler nur auf Tatzen-Abdrücke stützen können, sagte der Zoologe Monirul H. Khan, der die Tiger-Zensus-Daten mit erfasste, am Montag. Die neuen Zahlen seien verlässlicher. Bislang wurde die Studie nicht veröffentlicht, eine Kopie liegt der Deutschen Presse-Agentur aber vor.

Bisher wurde zu positiv geschätzt

Auch Roland Gramling von der Umweltorganisation WWF glaubt, dass bisher zu positiv geschätzt wurde. “Wir denken, dass die jetzigen Zahlen realistisch sind”, sagte er. Systematische Erfassung sei wichtig, um Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Vor allem Wilderei für den der internationale Handel mit Knochen sowie der Verlust von Lebensraum bedroht die Bestände.

2010 hatten sich Tiger-Länder auf einem Treffen in St. Petersburg verpflichtet, bis 2022 die Zahl dieser Raubkatzen von etwa 3200 zu verdoppeln. Indien vermeldete zu Beginn des Jahres, der Bestand auf dem Subkontinent habe erheblich zugenommen.

(dpa)

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