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Viel Rauch um Nichts

Ein voller Aschenbecher würde ordentlich Geld einbringen
Ein voller Aschenbecher würde ordentlich Geld einbringen ©dpa
Der Kommentar eines Rauchers zum Artikel "Pfand auf Zigarettenstummel".
Pfand auf Zigarettenstummel

Ein Pfandsystem für Zigarettenstummel: Das klingt zunächst nach hanebüchenem Unsinn oder einer Scherzmeldung, die von der Presse versehentlich übernommen wurde. Doch genau dies fordert ein 49-jähriger Berliner und findet prompt 50.000 Befürworter, die seine Petition bereitwillig unterschreiben. Bereits beim Flaschen- und Dosenpfand wandelt Deutschland auf einem Weg, den nicht viele europäische Staaten bestreiten. Doch ist der neue Vorschlag allein deshalb schlecht, weil er aus österreichischer Sicht abwegig erscheint? Die Antwort wird einem Nichtraucher jedenfalls leichter von den Lippen gehen. Als Raucher scheint es eine dieser Ideen zu sein, welche den Tabakkonsumenten zusätzlich gängeln, bevormunden und disziplinieren sollen. Eine Idee, wie man sie sonst höchstens auf einer Pressekonferenz der "Grünen" erwarten könnte. Dabei wäre ein Anreiz zum Umweltschutz gar nicht so verkehrt. Anstatt jedoch den wahren Anreiz, nämlich eine gesunde und intakte Umwelt, besser zu vermarkten, wird der Fokus einzig auf den monetären Aspekt gelegt - eine erweiterte Form des Bußgelds also, das auch all jene trifft, die ihre Zigaretten ordnungsgemäß entsorgen. Zwar kann eine finanzielle Einbuße das Bewusstsein der Menschen nachhaltig verändern, doch verhältnismäßig scheint es in diesem Fall nicht. Schließlich fordert niemand ein gesondertes Pfand auf jedwede Abfallprodukte, die in den getrennten Mülleimern der Republik oder eben an deren Straßenränder landen.

Wesentlich zweckdienlicher wäre es, die Bürger besser über die Umweltgefahren zu informieren und ausreichend Aschenbecher sowie Mülleimer zur Verfügung zu stellen. Raucher die trotz genügend Aschenbechern ein Bußgeld kassieren sollten, werden eventuell freiwillig zum Taschenaschenbecher greifen. Wer zudem glaubt, eine rauchfreie Gesellschaft würde das Problem lösen, dem sei ein Blick nach Schweden empfohlen. Das Land plant zwar bis zum Jahr 2025 rauchfrei zu sein, doch das Substitut in Form des Oraltabaks "Snus" ziert schon jetzt die Böden der Städte. Argumentativ gehaltvoller als die alternativen Lösungsansätze und die Vergleiche zu anderen Abfallprodukten ist jedoch der Zweifel an der Umsetzbarkeit. Es ist ein nahezu lächerlicher Gedanke, dass jeder Laden ein eigenes Stummeldepot betreiben, die einzelnen Zigaretten im Taschenaschenbecher zählen und anschließend zum Recycling abliefern muss. Stellen Sie sich vor, ein Kettenraucher versucht, einen kompletten Plastiksack zurückzugeben - der Blick der Kassiererin wäre unbezahlbar. Wenn es das Ansinnen der Befürworter ist, die Stummel dem Recycling zuzuführen, gäbe es weitaus einfachere Wege. Die einzigen Profiteure dieser Schnapsidee wären die jetzigen Flaschensammler, die künftig nicht nur in Bodenfugen, sondern auch in jeglichen Aschenbechern bares Geld vorfinden.

(Red.)

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