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Pfand auf Zigarettenstummel

Ein Aschenbecher in Wien
Ein Aschenbecher in Wien ©(APA/HELMUT FOHRINGER) Ein Aschenbecher in Wien. ©APA
In der Petition eines Berliners wird ein Pfandsystem für Zigaretten gefordert. Der 49-Jährige will damit den Umweltschutz fördern. Rauchverbote, Warnhinweise und Ekelbilder - die europäischen Staaten führen eine Kampagne gegen das Rauchen.
Viel Rauch um Nichts

Rauchverbote, Warnhinweise und Ekelbilder - die europäischen Staaten führen eine Kampagne gegen das Rauchen. Doch was neben der Gesundheitsschädigung meist vergessen wird, ist der Umweltaspekt.

Pfandsystem für Zigaretten

Stephan von Orlow hat sich dieser Thematik angenommen und fordert ein Pfand auf Zigaretten. Die Petition des 49-jährigen Berliners hat bereits über 50.000 Fürsprecher gefunden. Der Deutsche Zigarettenverband ist davon hingegen nicht begeistert.

„Pfandsysteme sind sinnvoll, um ein Produkt oder eine Verpackung oder seinen Rohstoff wiederzuverwerten oder zurück in den Wertstoffzyklus zuführen. Für weggeworfene Zigarettenkippen gilt dies aus heutiger Sicht nicht“, wird der Geschäftsführer des Zigarettenverbands, Jan Mücke, in der Berlinzer Zeitung zitiert.

Ausgabe von Taschenaschenbechern

Der zentrale Punkt der Petition ist ein Pfand von 20 Cent pro Zigarette, also rund vier Euro pro Packung. Dieses sei beim Zigarettenkauf zu bezahlen und werde bei der Abgabe rückerstattet. Die Rückgabe soll an jeder Verkaufsstelle von Zigaretten möglich sein und durch die Ausgabe von Taschenaschenbechern gefördert werden.

Diese dienen als Transportmittel für Asche sowie Zigarettenstummel und sollen als Mehrwegprodukte konzipiert werden. Die abgegebenen Stummel sollen anschließend dem Recycling zugeführt und damit der Umweltschutz gewährleistet werden.

Van Orlow macht Druck

Da die Bußgelder wenige Raucher abzuschrecken scheinen, ihre Stummel auf den Boden zu werfen, will Von Orlow die gesammelten Unterschriften der Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) übergeben und nicht nachgeben, bis die Politik ein Pfandsystem einführt.

Denn die Stummel ergeben nicht nur ein unschönes Stadtbild, sondern die gelösten Giftstoffe und der zerfallende Kunststoff der Filter bergen zudem Gefahren für Tiere und Pflanzen. Über die Nahrungskette und das Trinkwasser erreichen die Gifte letztlich wieder den Menschen.

Das zusätzliche Anbringen von Aschenbechern geht Von Orlow nicht weit genug (APA/HELMUT FOHRINGER)

Österreich und die Tschick

Rund ein Viertel der volljährigen Österreicher greifen täglich zur Zigarette. Dieser Wert ist seit der Jahrtausendwende recht stabil geblieben. Im internationalen und europäischen Vergleich ist es ein seltenes Phänomen, immerhin wurde der Nichtraucherschutz stetig verbessert und die Preise sukzessiv erhöht.

Trotzdem bekleidet Österreich mit rund 24 Prozent einen der oberen Plätze innehralb der EU. Würde jeder österreichische Raucher pro Tag nur eine Zigarette auf den Boden werfen, wären das jährlich über 765 Millionen Stummel.

BG Dornbirn sammelte 5000 Stummel

Zum Vergleich: Unter dem Motto "Ist Dornbirn ein Aschenbecher?" beteiligte sich das BG Dornbirn im Jahr 2017 an der Umweltwoche. Wie die VN damals berichtete, sammelten die Schüler in nur einer Stunde rund 5000 Zigarettenstummel. Diese entsprachen einem Gewicht von 1,2 Kilogramm und hätten aneinandergereiht eine Länge von 145 Metern ergeben.

Die "Ausbeute" des BG Dornbirn im Jahr 2017 (VN/Umweltverband)

Dass die Idee eines Taschenaschenbecher nicht neu ist, ergibt sich ebenfalls aus dem Engangement bei der Umweltwoche 2017. So sponserte die Stadt Dornbirn damals 100 Taschenaschenbecher für interesierte Bürger. Sollte aus der Freiwilligkeit eines Tages auch eine Pflicht erwachsen, könnte den Rauchern in Vorarlberg ebenfalls eine Pfandabgabe für Zigaretten drohen.

Der Taschenaschenbecher der Stadt Dornbirn (VN/Umweltverband)

Viel Rauch um Nichts

Der Kommentar eines Rauchers zum Artikel "Pfand auf Zigarettenstummel". Ein Pfandsystem für Zigarettenstummel: Das klingt zunächst nach hanebüchenem Unsinn oder einer Scherzmeldung, die von der Presse versehentlich übernommen wurde. Doch genau dies fordert ein 49-jähriger Berliner und findet prompt 50.000 Befürworter, die seine Petition bereitwillig unterschreiben.

(Red.)

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