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Verzweiflung haitianischer Bebenopfer schlägt in Gewalt um

Eine Woche nach dem Erdbeben in Haiti entlädt sich die Verzweiflung der notleidenden Bevölkerung zunehmend in Plünderungen und Gewalt. Hoffnung auf eine bessere Versorgung gab am Dienstag ein US-Flugzeug, das nach Angaben der US-Armee erstmals Lebensmittel und Wasser über der Hauptstadt Port-au-Prince abwarf.
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Der UN-Sicherheitsrat wollte über die Entsendung von weiteren 3.500 Blauhelmsoldaten nach Haiti abstimmen.

Tausende durch das Erdbeben obdachlos gewordene Einwohner waren den Plünderern hilflos ausgeliefert, die in den Ruinen von Port-au-Prince umherstreiften und es außer auf Geschäfte auch auf Privathäuser abgesehen hatten. Soldaten in Kampfuniformen versuchten vergeblich, der Lage Herr zu werden, indem sie Warnschüsse abgaben. Neben der Sicherheitslage war das größte Problem die Seuchengefahr, die bei tropischen Temperaturen und verheerenden hygienischen Zuständen stündlich zunimmt.

Nach Angaben der US-Armee wurden acht Kilometer vom Flughafen von Port-au-Prince entfernt aus einem Flugzeug 14.500 Lebensmittelpakete und 15.000 Liter Trinkwasser abgeworfen. Mit der Maßnahme solle ein weiterer Verteilungspunkt entstehen, um schneller an die Bevölkerung heranzukommen, hieß es. Die USA hatten dem Abwerfen von Hilfspaketen aus Flugzeugen wegen befürchteter Unruhen unter den Erdbebenopfern zunächst skeptisch gegenüber gestanden. Stunden zuvor war in Port-au-Prince bereits ein US-Amphibienschiff mit mehr als 2.200 Marineinfanteristen, Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten eingetroffen.

Nach Einschätzung der UNO bestanden auch sieben Tage nach dem Erdbeben immer noch Chancen, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. “Die Hoffnung dauert an”, sagte die Sprecherin des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA), Elisabeth Byrs, in Genf. Zuvor hatte sie bekanntgegeben, dass seit der Katastrophe mehr als 90 Menschen lebend geborgen werden konnten. Bei dem schweren Beben starben mindestens 70.000 Menschen, Experten rechnen inzwischen mit bis zu 200.000 Todesopfern.

Nach Ansicht des Präsidenten der benachbarten Dominikanischen Republik, Leonel Fernandez, werden für ein fünfjähriges Wiederaufbauprogramm zehn Milliarden Dollar benötigt. Für den UN-Sonderfonds in Höhe von 575 Millionen Dollar gingen nach OCHA-Angaben bis Dienstag erst 105 Millionen Dollar (73,5 Millionen Euro) ein. Weitere 50 Millionen Dollar waren demnach zugesagt. US-Präsident Barack Obama schlug seinem brasilianischen Kollegen Luiz Inacio Lula da Silva vor, gemeinsam mit den USA und Kanada die Führung beim Krisenmanagement der humanitären Hilfe für Haiti zu übernehmen. EU-Staaten sagten bisher mehr als 600 Millionen Dollar (420 Millionen Euro) Hilfe für Haiti zu.

Das österreichische Außenamt hat von den ursprünglich acht vermissten Österreichern nur zu einem noch keinen Kontakt hergestellt. Es könnte sein, dass diese Person zum Zeitpunkt des Erdbebens allerdings gar nicht auf Haiti weilte, so Außenminister Michael Spindelegger (VP) am Dienstag vor dem Ministerrat. Insgesamt wird Österreich 1,3 Mio. Euro für die Erstversorgung zur Verfügung stellen.

“Wir haben den Kontakt zu fast allen hergestellt, nur einer fehlt noch. Bei allen anderen gab es Entwarnung”, erklärte Spindelegger. Bei der Gesuchten handelt es sich um eine Frau, die in Haiti wohnhaft gewesen sein soll. Laut Außenamt wird nach Überprüfungen mittlerweile ausgeschlossen, dass die Österreicherin noch an der angegebenen Adresse lebte. Ob sie sich zum Zeitpunkt des Bebens wieder in Österreich, noch in Haiti oder in einem anderen Staat befunden habe, stehe noch nicht fest, so Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal.

Von der Auslands-Entwicklungshilfe, aus dem Notfallfonds der Vereinten Nationen sowie von der Stadt Wien werden laut Spindelegger insgesamt 1,3 Mio. Euro für das Katastrophengebiet in Haiti bereitgestellt.

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