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"Vertraue der neuen Führung"

(VN) Lustenau - Kurt Fischer bekundet Hilfsbereitschaft für den EHC. Den Klub will er aber in die Pflicht nehmen.

Funktionäre des EHC Lustenau waren unlängst entrüstet, denn Sie hätten zuerst zugestimmt, sich als Gemeinde der mit den anderen Gläubigern ausverhandelten 50-Prozent-Quote für den Schuldenausgleich anzuschließen – und dann einen Rückzieher vollzogen.

Kurt Fischer: Ich habe zugesagt, dem EHC Lustenau zu helfen. Das ist richtig. Aber ich habe meine eigenen Vorschläge dafür eingebracht. Abseits einer Quote.

Was sind das für Vorschläge?

Fischer: Es ging da auch um eine Vorleistung des EHC. Konkret um den Verzicht auf eine Sonderförderung in Höhe von 15.000 Euro jährlich. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Geldspritze für den VIP-Bereich. Diese war ohnehin nur während der Zeit des Baus vorgesehen, wurde aber bereits fünf Mal ausbezahlt. Die Gemeinde leistete diese Unterstützung übrigens als Ergänzung zum einmaligen 250.000-Euro-Grundbetrag für den VIP-Klub. All diese Rettungsmaßnahmen wurden vor meiner Zeit als Bürgermeister beschlossen. Aber auch für mich gilt: Ich will den EHC mit seinem neuen Vorstand helfen.

Wie viel Geld schuldet der EHC der Gemeinde?

Fischer: 50.000 Euro. Dieser Betrag resultiert aus nicht bezahlter Hallenmiete. Wir verrechnen dem EHC derzeit jährlich 34.000 Euro.

Und die jährliche Förderung des Eishockeyklubs durch die Gemeinde…

Fischer: … beträgt insgesamt 40.000 Euro.

Es gibt auch kritische Stimmen zum Thema Sanierung des EHC, nachdem der Verein ja nicht zum ersten Mal in finanziellen Schwierigkeiten steckt und 1990 in den Ausgleich ging.

Fischer: Denen sage ich Folgendes: Der EHC beherbergt über 100 Jugendliche und Kinder im Nachwuchs. Der EHC ist schon längst eine Marke. Eishockey hat in Lustenau Tradition. Wir als Gemeinde bekennen uns zum Verein. Man muss sich ja auch im Klaren sein, was die Alternative zur Hilfe ist: Das Ende des Eishockeys in Lustenau, das Aus für den Nachwuchsbetrieb – denn ohne Kampfmannschaft gibt es keinen Nachwuchs.

Was halten Sie vom neuen Vorstand?

Fischer: Sehr viel. Da sind unternehmerisch denkende Menschen vertreten genauso wie ehemalige Spieler. Ich erkenne sehr viel Engagement und ein Konzept. Ich bin wirklich zuversichtlich, dass sich der Verein gut entwickelt.

Vom EHC zur Eishalle als Kostenfaktor. Wie viel muss die Gemeinde jährlich für Betrieb und Instandhaltung berappen?

Fischer: Die Halle kostet samt Personal jährlich 400.000 Euro. Normal kommen 50.000 durch Hallenmiete vom EHC und von Hobby-Eishockeyvereinen herein. Bleiben 350.000 Euro an Kosten für die Gemeinde.

Kann sich das die Gemeinde Lustenau eigentlich leisten?

Fischer: Wir leisten uns das. Weil die Alternative dazu viel schlechter ist.

Soll die Rheinhalle nicht wieder stärker auch für andere Ereignisse genutzt werden, um dadurch auch mehr Geld zu lukrieren?

Fischer: Das wäre schön. Aber bei der teuren Sanierung vor einigen Jahren wurden schwere Fehler gemacht. So hat die Gewichtsbelastung des Bodens Grenzen, weil damals einfach eine neue Eis-Unterlage über die alte aufgetragen wurde. Da müsste man neu pilotieren. Konzerte so wie früher – das geht nicht mehr. Traurig, aber wahr.

(VN)

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