Verständnis statt Verbote

©VN/ Roland Paulitsch
Bregenz - Herbert Erhart hat zwei Arbeits­plätze: Das Landhaus und den Vorarlberger Wald.

Sein Engagement dient der Walderhaltung. Als forstwirtschaftlicher Förderreferent vergibt Herbert Erhart Gelder zur Pflege von Wald, Tieren und Landschaft. Sein Herzblut steckt er aber in die Initiative „Respektiere deine Grenzen“. Damit will Erhart die Bevölkerung zu respektvollem Verhalten gegenüber der Natur animieren. Von Jugendlichen hat er gelernt, dass Verbote nichts bringen. „Wenn sie Ski fahren wollen, dann fah­ren sie, egal ob es erlaubt ist oder nicht.“ Erhart dagegen möchte aufklären, indem er die Folgen des Verhaltens aufzeigt und damit Verständnis schafft. 2003 hat er die Initiative ins Leben gerufen, als optimale Skiverhältnisse die Fahrer verführten, sich abseits der Pisten Strecken zu suchen. „Damals habe ich mit der Aufklärung in Schulklassen begonnen und festgestellt, dass bei den Jugendlichen eine Unwissenheit über die Natur herrscht.“ Mit dem Schutz der Bäume landete er bei ihnen keinen Punkt: Bäume gäbe es ja genug. Erst als der Förster auf die Folgen für die Tiere zu sprechen kam, erntete er Verständnis. „Tierquäler möchte keiner sein.“ So entstand auch der Slogan der Kampagne. Mittlerweile ist die Initiative über die Grenzen Vorarl­bergs bekannt. „Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und die Schweiz haben die Idee übernommen“, berichtet Erhart nicht ohne Stolz. Von den Schweizern können in Vorarlberg die mehrsprachigen Hinweistafeln übernommen werden.

Natur zu Fuß genießen

Erhart ist selbst begeisterter Skifahrer. Im Sommer erkundet er die Natur am liebsten zu Fuß. „Die Natur im Ländle ist so schön. Davon profitiert der Tourismus genauso wie die Vorarlberger.“ Die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Tourismus geht Erhart manchmal zu langsam, aber enttäuscht ist er nie. Als Erfolg sieht er schon das schlechte Gewissen der anderen. Immer mehr Menschen kennen die Initiative und entwickeln ein Unrechtsbewusstsein. Doch seine Ziele zeigen, dass es noch viel Arbeit gibt. „Werbespots oder andere Fernsehbilder zeigen die Schönheit des ,Freeridings ganz unreflektiert.“ In diesem Bereich wünscht sich der Förster mehr Sensibilität.

 

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