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Verschärfte Situation in Sachsen

Die Lage in den Hochwassergebieten an der Elbe in Sachsen hat sich am Donnerstag weiter verschärft. Ein Überblick der Lage in Hochwassergebieten in Europa.

Der Krisenstab teilte in der Früh mit, in den nächsten Stunden werde der Pegel deutlich schneller steigen als in der Nacht. Der Höhepunkt mit etwa 8,50 Metern werde zu Mittag erwartet. Dagegen entspannte sich die Lage dagegen in Sachsen-Anhalt und Bayern. In der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava) hat sich die Donau einer Rekordmarke genähert. Und in Tschechien kam es zu weiteren Evakuierungen.

In Dresden wurden mehrere hundert Bewohner des Stadtteils Laubegast in Sicherheit gebracht. Im Stadtteil Gohlis drohte ein Damm zu brechen. Das Viertel war bereits am Mittwoch evakuiert worden. In der Nacht war außerdem damit begonnen worden, alle 170 Intensivpatienten auf andere Kliniken in Deutschland zu verteilen. Auch in Pirna in der Sächsischen Schweiz dauerten die Evakuierungsmaßnahmen an. Ein Feuerwehrmann kam bei der Bergung eines Opfers in Pirna-Zuschendorf ums Leben.

Stabil blieb dagegen die Lage in Sachsen-Anhalt. In Dessau und Bitterfeld hielten die Deiche dem Hochwasser der Mulde stand. Bei Magdeburg wurde ein Wehr für Wassermassen der Elbe geöffnet. Dennoch erwarten die Behörden für Sonntag oder Montag die Überflutung von Stadtteilen.

In Bayern schien das Schlimmste vorbei zu sein. Die Wasserstände an den südlichen Donauzuflüssen wie Iller und Inn fielen zum Teil unter die Meldegrenze. Auch entlag der Donau entspannte sich die Lage. Die Flut, die am Mittwoch Regensburg unter Wasser setzte, erreichte in der Nacht Straubing, wo Helfer die aufgeweichten Dämme mit Sandsäcken sicherten. Am Nachmittag wurde die Hochwasserwelle in der Stadt Passau erwartet, die bereits in den vergangenen Tagen mit den Fluten kämpfen musste. Der Pegel erreichte eine Höhe von 10,82 Metern – der höchste Stand seit 48 Jahren. Bei der neuen Welle rechnen die Behörden nur noch mit einem Wasserstand von 8,85 Meter.

In der slowakischen Hauptstadt Preßburg hat sich die Donau am Donnerstag ihrem Höchststand genähert. Am frühen Morgen lag der Pegel nach Behördenangaben nur noch wenige Zentimeter unter der bisherigen Rekordmarke von 9,84 Metern aus dem Jahr 1954. Innerhalb von 24 Stunden stieg das Hochwasser um 1,20 Meter. Nach Angaben von Meteorologen sollte die Donau am Freitag die Zehn-Meter-Marke überschreiten. In dem Vorort Devlin wurden zahlreiche Menschen evakuiert. Seit Mittwoch gilt in Preßburg der Alarmzustand.

Unterdessen trafen im von der Hochwasserkatastrophe stark betroffenen Tschechien erste internationale Hilfslieferungen ein. In der Nacht landete auf dem Prager Flughafen eine belgische Militärmaschine mit Wasserpumpen und Heizlüftern, wie der tschechische Fernsehsender CT berichtete. Auch aus Italien wurde im Laufe des Vormittags ein Flugzeug erwartet, aus Paris sollte rund ein Dutzend Experten für Naturkatastrophen eintreffen. In Südmähren kam es zu weiteren Evakuierungen, in Aussig wurde eine Rekord-Überschwemmung erwartet.

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