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Verlust-Audit beleuchtete nur einen Teil

©APA
Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Arthur Andersen, hatte in den Jahren 1998 und 2000 Verlust-Audits über die von Investmentbanker Wolfgang Flöttl verursachten Verluste erstellt.

Während das erste Audit derzeit von einem Sachverständigen beleuchtet wird, nahm der „Soko BAWAG“-Ermittler Andreas Herb in seiner zeugenschaftlichen Einvernahme zum zweiten Audit Stellung. Arthur Anderson hätte vor allem die aus den Uni-Bonds-Veranlagungen resultierenden Verluste zu überprüfen gehabt. Es wurden allerdings nur 69,6 Prozent der dafür in Frage kommenden Geschäftsvorgänge in Augenschein genommen, wie der Ermittler dem Schöffensenat verriet, der sich im Vorfeld eingehend mit dem mehrere tausend Seiten umfassenden Anderson-Bericht auseinandergesetzt hatte.

Die Prüfer hätten „Samples“ gezogen und diese „zu 100 Prozent nachvollzogen“, sagte Herb. Von den behaupteten 464 Mio. Euro, die Flöttl im zu überprüfenden Zeitraum verspekuliert haben soll, wurde so aber nur der Verbleib von 322 Mio. Euro geklärt und als tatsächlich verloren erklärt. Die Frage, warum nicht umfassend geprüft worden war, musste der BAWAG-Ermittler schuldig bleiben: Es stehe ihm nicht zu, sich dazu zu äußern. Vermutlich dürften im weiteren Prozessverlauf die bestellten Gerichtsgutachter den Auftrag erhalten, sich mit der „Lücke“ von 142 Mio. Euro auseinanderzusetzen. Der Zeuge hielt jedenfalls fest, Arthur Andersen habe „das, was gemacht worden ist, sorgfältig gemacht“.

Die „Soko BAWAG“ umfasst derzeit 15 Beamte, die nicht nur laufend die Staatsanwaltschaft und das Gericht mit neuen Erkenntnissen zu inkriminierten Abläufen beliefern, sondern vor allem auch im Refco-Komplex ermitteln, der im kommenden Jahr Gegenstand einer weiteren Anklage der Staatsanwaltschaft Wien gegen den damals verantwortlichen BAWAG-Vorstand werden dürfte.

Die Sonderkommission hatte unter anderem festgestellt, dass Wolfgang Flöttl noch im Jänner 2001 und damit wenige Wochen, bevor der ÖGB als damaliger Mehrheitseigentümer eine Garantierklärung für die finanziell schwer angeschlagene Bank abgab, noch rund 13 Mio. Euro zur Verfügung gestellt bekam, „um Ansprüche abzudecken und Fonds zu liquidieren“, wie dazu heute der ehemalige BAWAG-Generalsekretär und spätere Vorstand Peter Nakowitz ausführte. Im April 2001 flossen rund 17 Mio. Euro zurück auf der BAWAG zuzurechnende Stiftungen in Liechtenstein, was zumindest für Außenstehende den Eindruck erwecken könnte, Flöttl hätte auch dieses Geld zum – diesmal erfolgreichen – Spekulieren und nicht zum Ruhendstellen seiner Firmengruppe verwendet.

Der Investmentbanker beteuerte in Bezug darauf ein Mal mehr, seine Vorgangsweise sei in Form einer mündlichen Einverständniserklärung des BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner seitens der Bank abgesegnet worden. Elsner widersprach heftig: „Mit mir ist nichts besprochen worden! Das ist eine glatte Lüge! Da wird soviel geschwindelt, das ist unfassbar!“

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