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„Verjüngungsprozess eröffnet“

Der neue Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt.
Der neue Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt. ©VN/Hartinger
Neo-Bürgermeister Wolfgang Matt spricht über sein neues Amt und seine Pläne.


Feldkirch. Nach mehr als 27 Jahren ging am Dienstagabend die Ära Wilfried Berchtold (64) zu Ende. In einer Sondersitzung der Stadtvertretung verzichtete er offiziell auf sein Amt. Zum neuen Bürgermeister wurde Wolfgang Matt gewählt. Der VN-Heimat stand das Neo-Stadtoberhaupt für ein Interview zur Verfügung.

Seit Dienstag sind Sie Bürgermeister. Dass Sie es werden, steht seit Dezember fest. Wie sind die Reaktionen aus der Bevölkerung?

Wolfgang Matt: Die Nominierung steht seit Dezember fest. Bisher waren die Reaktionen, zumindest mir gegenüber, nur positiv. Die Menschen gratulieren mir und geben mir gute Wünsche mit auf den Weg. Kritik wurde mir gegenüber keine geäußert.

Ihr Vorgänger war fast 28 Jahre im Amt. Wie beurteilen Sie persönlich die Periode Berchtold?

Wolfgang Matt: Wilfried Berchtold war ein großer Vordenker: Er hat Zukunftsthemen erfasst, als sie noch keine Themen waren. Ich hatte immer den Eindruck, wir sind als Kommune immer den Themen voraus gewesen. Mich hat fasziniert, wie viele Dinge man für die Zukunft überlegen muss, was man daraus ableitet und wie eine kleine Stadt darauf reagieren kann. Und wenn man früh dran ist, sieht man, wie gut sich das auswirkt. Bei der Kinderbetreuung zum Beispiel hat Berchtold schon sehr früh von Ganztageskindergärten gesprochen. Landesweit war man noch weit davon entfernt – er redete schon von Frühpädagogik. Oder die Einführung der Fußgängerzone 1993. Vordenken war seine Stärke, und dann hat er eine Penetranz in der Umsetzung gezeigt. Er hat den Finger in die Wunde gelegt, bis sie zu war.

Neue Personalien bringen neue Herangehensweisen: was bleibt gleich, was wird sich ändern?

Wolfgang Matt: Es wird sich nichts großartig ändern. Meine Herangehensweise wird anders sein, ich bin kein Bürgermeister mit der lauten Stimme. Auch ich werde den Finger in die Wunde legen.

Welche Themen stehen im nächsten Jahr an?

Wolfgang Matt: Die ganz großen Themen im Bereich Bildung sind die Volksschule und das Pädagogische Förderzentrum in Altenstadt. Beim Thema Verkehr der Stadttunnel. Es gibt hier für mich keine Alternative, die mir bekannt ist. Deshalb gilt es hier, Druck zu machen. Die Bevölkerung hat sich die Entlastung nicht nur verdient, sie ist auch dringendst notwendig.

Sie sind 63 und treten 2020 an.

Wolfgang Matt: Wenn man mich will. Ich bin kein Sesselkleber und muss auch keine politische Karriere aus Existenzgründen machen.

Sind Sie ein Signal für Erneuerung?

Wolfgang Matt: Sicher. Es ist anders. Alles was anders ist, ist erneuert. Vor allem ist das Team rund um mich erneuert. Es kommen Gudrun Petz-Bechter (Anm.: neue Vize-Bgm.) und Benedikt König (neuer Stadtrat). Das sind die ersten Verjüngungssschritte, die wir setzen. Dieser Verjüngungsprozess ist damit nicht abgeschlossen, sondern eröffnet.

Feldkirch blüht ist in dieser Legislaturperiode oft klar in der Oppositionsrolle. Die Freiheitlichen arbeiten eng mit der VP zusammen, zeigen sich aber zuletzt angriffiger: Hat der Wahlkampf begonnen?

Wolfgang Matt: Ja, nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene ist mit allen Parteien gegeben. Es geht um Feldkirch und das Bürgerwohl. Hier wird relativ gut an einem Strick und in die gleiche Richtung gezogen. Grundlegende einigende Elemente sind da, aber natürlich findet man Kleinigkeiten, um sich zu reiben. Jede Katze braucht einen Kratzbaum.

Vizebürgermeisterin Petz-Bechter und Stadtrat König waren Ihre Wunschkandidaten. Was macht die beiden besonders geeignet?

Wolfgang Matt: Nicht nur meine, sondern auch die der Fraktion. Sie bringen die notwendige Neugier mit, aber auch die fachliche Qualifikation. Und auch für 2020 habe ich bereits gute Leute auf meiner Liste, Namen will ich nicht vorab nennen.

Was ist das Ziel bei der Gemeinderatswahl? Die absolute Mehrheit?

Wolfgang Matt: Wir wollen ein anständiges Ergebnis, einen kräftigen Auftrag des Bürgers.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bürgermeister.

Quelle: VN/tw/gms

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