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Verhängnisvoller Ärztefehler

Bludenz -­ Tragisches Ende einer Wintersportwoche am Golm für einen 15-Jährigen: Ihm musste nach einer im Landeskrankenhaus Bludenz erfolgten Operation letztlich der linke Unterschenkel ab dem Kniegelenk amputiert werden. „Als Ursache deutet alles auf einen Behandlungsfehler hin“, bestätigte Landesstatthalter Markus Wallner auf VN-Anfrage.
Markus Wallner zum mutmaßlichen Ärztefehler
Patientenanwalt Wolf im VOL Live-Interview
Chronologie: Ärztefehler in Österreichs Spitälern

Der betroffene Arzt der Unfallabteilung in Bludenz hat auch bereits Selbstanzeige erstattet und die Krankenhausbetriebsgesellschaft eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Der Schüler aus dem Großraum Bludenz war nach einem Sturz mit schweren Knieverletzungen ins Spital eingeliefert worden.

„Starke Indizien“

KHBG-Geschäftsführer Dr. Gerald Fleisch sprach gegenüber den VN von einem „höchst bedauerlichen Vorfall“. Man habe mit dem Patienten und seinen Eltern aber von Anfang an offen geredet und ihnen jegliche Unterstützung zugesagt. Fleisch: „Wir haben schnell und korrekt gehandelt.“ Gleichzeitig betont er, dass es sich erst um einen Verdacht handle. Laut Markus Wallner gibt es jedoch „starke Indizien“, die auf einen Ärztefehler hindeuten. Die Ermittlungen würden auf Hochtouren laufen. Dabei wird nicht nur die Gerichtsbarkeit tätig. Die Krankenhausbetriebsgesellschaft gab ihrerseits ebenfalls ein Gutachten in Auftrag. „Wir wollen genau wissen, was da passiert ist“, begründet Gerald Fleisch.

Schwere Komplikationen

Nach derzeitigem Erkenntnisstand dürfte das Verhängnis in der Nachbehandlung zu suchen sein, die offenbar nicht sorgfältig genug erfolgte. Wie die VN in Erfahrung bringen konnten, wurde das verletzte Knie zuerst operiert und dann eingegipst. In der Folge kam es zu massiven Durchblutungsstörungen und zum Absterben von Gewebe. Als der behandelnde Arzt die schwerwiegenden Komplikationen erkannte, war es allerdings schon zu spät. Der Jugendliche wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch verlegt, wo ihm der Leiter der Unfallchirurgie, Univ.-Prof. Dr. Karl Benedetto, Ende April schließlich den linken Unterschenkel abnehmen musste. „Die Ärzte haben sich lange beraten, auch mit den Eltern“, erklärt Markus Wallner. Letztlich sei als einzige Lösung aber nur die Amputation geblieben. Betroffenheit herrscht verständlicherweise auch im Landeskrankenhaus Bludenz. „Ein solches Ereignis ist immer schlimm. Keiner will es, am wenigsten der Operateur“, sagt Chefarzt Matthias Scheyer. Es sei für alle eine belastende Situation, die es nun aufzuarbeiten gelte. Für Scheyer, selbst Chirurg, ist Offenheit der beste Weg. „Vor Fehlern sind auch Ärzte nichtgefeit“, gibt der Chefarzt zu bedenken. Aber es müsse jeder dazu stehen.

Zur Selbstanzeige geraten

Sofort nach Bekanntwerden der Tragödie um den mutmaßlich falsch behandelten Schüler lief im Spital das obligate Krisenmanagement an. Als erste Maßnahme wurden Patient, Angehörige und Krankenhausbetriebsgesellschaft informiert. Dem betroffenen Mediziner wurde zur Selbstanzeige geraten. Diese erfolgte umgehend. Die Selbstanzeige war nach Ansicht von Markus Wallner ein wichtiges Signal, dass alles zur Aufklärung unternommen werde. Das LKH Bludenz hat seinerseits eine gründliche Fehleranalyse angekündigt. Zwischenzeitlich befasst sich auch die Patientenanwaltschaft mit dem Schicksal des Buben. Die leidgeprüfte Familie wird laut Wallner psychologisch betreut.

(VN)

Dr. Gerald Fleisch – “Möchten Bedauern ausdrücken”:

Patientenanwalt Wolf zum mutmaßlichen Behandlungsfehler:

(VOL Live/ Küng)

Markus Wallner zur Causa im VOL Live-Interview:

(VOL Live/ Schmidt)

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