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Verfahren eingestellt

Ein Artikel im Spiegel vom 5. Februar 2005 hat den deutschen Wettskandal rund um Schiedsrichter Hoyzer nach Vorarlberg überschwappen lassen, am Donnerstag nun schloss die heimische Staatsanwaltschaft die Akte Tolja.

Damit endete nicht nur für Staatsanwalt Dr. Franz Pflanzer mehr als ein ganzes Jahr an Vorerhebungen. “Leider war Filip Sapina als Mitschuldiger zu Beginn der Erhebungen schon in Haft”, so Pflanzner. Erste Ermittlungen ergaben nämlich, dass der Kroate Filip Sapina, mit seinen Brüdern Milan und Ante

Drahtzieher im Wettskandal, in der Zeit zwischen 2003 und Mai 2004 rund fünf Mal in Bregenz weilte, wahrscheinlich drei Heimspiele besuchte und zudem mit Tolja das Casino besuchte. Telefonüberwachungen bestätigten in der Folge den Verdacht, dass sich Filip Sapina und Tolja gut kannten. So hatte es am 3. Februar 2005, dem Tag als die Sapina-Brüder verhaftet wurden, rund 180 SMS bzw. Gespräche von Tolja gegeben. Der Nachweis, dass diese Versuche seinem “Freund aus alten Tagen” (Tolja später über Filip Sapina) galten, konnte nie angetreten werden. Auch die Nachfrage bei der Sportwetten AG und dem Dachverband der österreichischen Buchmacher verlief negativ.

Im Ländle wurde in weiterer Folge eine Hausdurchsuchung sowie die Offenlegung der Kontolage bei Tolja angeordert, neue Erkenntnisse gab es aber nicht. Bekannt wurde daraufhin, dass in Deutschland im Dezember 2003 eine Kombiwette mit dem Spiel Pasching – SW Bregenz (4:0) in Höhe von 10.000 Euro platziert wurde. Der Gewinn betrug damals 100.000 Euro. Nicht weitergebracht hat die Beamten hingegen das Anschauen der Torvideos des Spiels. “Es waren keine Tormannfehler erkennbar” , so Pflanzner.

Nicht wirkliche Hilfe gab es für die Untersucher in Vorarlberg in Berlin. Die dort mit dem Fall betraute Staatsanwaltschaft ließ sich nicht in die Karten blicken und deckte vor allem den Bereich Deutschland auf. Dem Ersuchen, Filip Sapina zu übernehmen und als Beschuldigen im “Ausläufer Vorarlberg” zu vernehmen wurde nie wirklich nachgekommen. “Damit fehlte uns einfach eine ganz wichtige Position” , sagte Pflanzer. In Zusammenarbeit mit dem Untersuchungsrichter hat er nun das Verfahren gegen Tolja eingestellt. ” Die Verdachtslage ist nicht so, dass bei einer Anklage ein Schuldspruch zu erwarten ist. Damit ist die Sache für mich erledigt. Man habe es sich nicht leicht gemacht, so Pflanzner, deshalb sei die Verfahrenseinstellung auch sorgsam ausgearbeitet worden.

Nachweis blieb aus
Staatsanwalt Dr. Franz Pflanzner über die Gründe für die Einstellung des Verfahrens gegen Ex-SW-Torhüter Almir Tolja: “Wir hätten nachweisen müssen, dass er von Filip Sapina angewiesen wurde, zu manipulieren. Wir hätten in weiterer Folge auch den Nachweis der Wette erbringen müssen und zu guter Letzt auch Tolja nachweisen müssen, dass er im Spiel wissentlich manipuliert hat.” Das war nicht möglich, zumal Filip Sapina bei einer Einvernahme von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch gemacht hätte.

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