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Verbrennungsmotoren haben ausgedient. Elektrofahrzeug wird Teil eines Netzwerks

Die Elektromobilität steht vor drei entscheidenden Herausforderungen. „Und diese wird sie garantiert meistern", ist sich Prof. Dr. Gernot Spiegelberg sicher. Der Chefforscher von Siemens gab im Festspielhaus einen interessanten Einblick in seinen Berufsalltag und einen Ausblick, wie die Mobilität in Zukunft aussehen wird – ganz anders, als wir sie uns in unseren Köpfen vorstellen können.

Erstens dürfe die Elektromobilität nicht auf Kosten der Reichweite gehen, zweitens dürfe sie nicht per se mehr kosten als die bisherigen Vehikel, und drittens müsse sie mit den globalen Megatrends dieser Zeit wie etwa Klimawandel, Urbanisierung oder dem demografischen Wandel konform gehen. Das Elektrofahrzeug wird das bisherige Verbrauchsfahrzeug nicht ersetzen. Der Trend gehe zwar zur vollständigen Elektrifizierung von Fahrzeugen. „Aber das Elektrofahrzeug wird nur ein Teil eines Logistiknetzes sein. Durch die Vernetzung wird die individuelle Mobilität jederzeit möglich sein”, sagt Spiegelberg. Und zwar werden die intelligenten Systeme, die dahinter stehen, miteinander kommunizieren und Funktionen weitergeben können.

 
Kein Problem mit Batterie
Zuerst aber müsse man aufhören, die Elektromobilität mit Rufmorden zu versehen. Denn das Problem mit den Batterien ist eigentlich längst gelöst oder gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Zum einen fahren 80 Prozent der österreichischen und deutschen Autos nie weiter als 50 Kilometer, womit das Reichweitenproblem hinfällig wird. „Das heißt 16 Millionen Autos in Österreich und Deutschland könnten sofort ausgetauscht werden”, rechnet Spiegelberg vor.

 
Ein ganz wichtiges Puzzleteil auf der Fahrt in die Zukunft: Die Elektromobilität muss den Menschen einen funktionalen Mehrwert zum selben Preis bieten. Ein solcher Mehrwert könnte wiederum durch die Batterie entstehen. „Nämlich ein Fahrzeug ist vielmehr ein Stehzeug. Bei 100.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr steht ein Auto in seinem Lebenszyklus zu 93 Prozent nur herum”, sagt der Forscher. Diese Tatsache wird genutzt, ist er überzeugt: „Angenommen man baut Stationärbatterien ins Auto ein. Wenn es steht wird die Batterie als Speicher genutzt und dient zur Netzstabilisierung. Das ist die Aufgabe, die heutzutage Pumpspeicherkraftwerke übernehmen”, sagt Spiegelberg. Die Preisparität wäre so ebenfalls hergestellt.

 
In Zukunft wird das Elektrofahrzeug, in ein Mobilitätsnetz eingebettet, ein Höchstmaß an Service bieten, egal ob das Fahrzeug dabei ist oder zur Fortbewegung dient. Der Fahrer muss sich laut dem Experten nur noch folgende Fragen stellen: Wie teuer darf es sein, wie komfortabel muss die Reise/der Weg sein und wie schnell muss es sein. „Das Auto holt mich ab, packt meine Koffer ein, bringt mich zum Zug, lädt die Koffer ab, fährt selbst zur nächsten Ladestation, lädt auf oder speist Energie ins Netz ein”, erklärt Spiegelberg. Autos werden intelligente Bewegungspartner sein, nichts anderes als Roboter. Selbsterklärend, dass sie die Verkehrsauslastung ausrechnen, mit anderen Fahrzeugen auf der Straße kommunizieren und so Verkehrsunfälle der Vergangenheit angehören werden.

 
Und wer nun denkt, ein solches Szenario werde in 50 Jahren eintreffen, der irrt gewaltig. Denn wer hätte beim Handy vor zehn Jahren gedacht, dass man Filme ansieht, Musik hört und Fotos schießt? Spiegelberg hält es wie Einstein: „Wenn man neue Technologien zur Verfügung hat, muss man alles Bisherige beiseite lassen, um neue Funktionalität zuzulassen.”

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