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Verbot von privatem Hunde-Angriffstraining gefordert

Tierschutzbeauftragte fordern ein Verbot von privaten Hunde-Angriffstrainings.
Tierschutzbeauftragte fordern ein Verbot von privaten Hunde-Angriffstrainings. ©CanvaPro (Sujet)
Die Tierschutzbeauftragten der österreichischen Bundesländer setzen sich für ein Verbot des Trainings von Hunden durch private Besitzer zur Förderung aggressiven Verhaltens ein.

Außerdem soll der Bund die Möglichkeit prüfen, dass künftige Besitzer noch vor der Anschaffung eines Hundes einen Sachkundenachweis zu erbringen haben, hieß es nach einer Konferenz der Referenten in St. Georgen am Längsee.

Tierschützer fordern Verbot von privatem Hunde-Angriffstraining

Die Konferenz stand unter dem Eindruck der tödlichen Hundeattacke auf eine Joggerin in Oberösterreich. Das bundesweite Tierschutzgesetz soll nun verschärft werden: "Wir fordern ein klares Verbot des Trainings zum Angriffsverhalten. Angriffsverhalten darf nur von speziellen Behörden oder Organisationen wie Polizei oder Bundesheer trainiert werden, nicht aber von Privaten", so Kärntens Tierschutzreferentin Beate Prettner (SPÖ) und Oberösterreichs Referent Michael Lindner (SPÖ). In einem ersten Schritt sollen entsprechende Einschränkungen der Schutzhundeausbildung im privaten Bereich geprüft werden.

Sachkundenachweis vor Anschaffung von Hunden

Diskutiert wurde auch über einen Sachkundenachweis und die Möglichkeit, dass dieser vor der Anschaffung von Hunden zu erbringen ist. Das zuständige Bundesministerium wurde aufgefordert, so eine Möglichkeit zu überprüfen. Details, wie etwa wie genau der Nachweis zu erbringen sei und welche Behörde zuständig sein soll, wurden noch nicht besprochen, teilte eine Sprecherin von Prettner mit. Außerdem soll geprüft werden, ob ein solcher Sachkundenachweis auch auf Reptilien und Amphibien ausgeweitet werden soll.

Erweiterung der Heimtierdatenbank

Oberösterreich beantragte außerdem die Erweiterung der Heimtierdatenbank. Dazu sollen "alle Feststellungen und Maßnahmen, die von einer Behörde zu einem Hund gemacht werden, in der Datenbank aufgenommen werden", hieß es in einer Aussendung. Weiters wurde ein Beschluss zu einem Tierhalteverbot gefasst. Derzeit kann erst nach rechtskräftiger Verurteilung ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden - nun soll das Ministerium prüfen, auch dann ein befristetes Tierhaltungsverbot auszusprechen, wenn noch keine rechtskräftige Verurteilung des Tierhalters vorliegt.

Vorgehen gegen Qualzucht

Auf Antrag Wiens wurde auch eine Möglichkeit beschlossen, um besser gegen Qualzuchten vorgehen zu können. Bei der Meldung der Zucht soll nicht nur wie bisher die Tierart (wie Hund), sondern auch die Rasse bekanntgegeben werden. Wenn die Zucht einer Rasse bekannt ist, bei der häufig Qualzuchtmerkmale auftreten, könnten die Behörden schneller einschreiten, so die Begründung. Außerdem sollen alle neu gemeldeten Hunde- und Katzenzuchten innerhalb von sechs Monaten durch die Behörden kontrolliert werden müssen.

(APA/Red)

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