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Verbesserter Hochwasserschutz für Hard

Auf Höhe der Bregenzer Achsiedlung werden die mobilen Betonelemente beiduferseitig verlegt.
Auf Höhe der Bregenzer Achsiedlung werden die mobilen Betonelemente beiduferseitig verlegt. ©Andrea Fritz
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Hard. Auf Höhe der Bregenzer Achsiedlung – sowohl auf Harder wie Bregenzer Seite – starten diese Woche Maßnahmen für eine erhöhte Hochwassersicherheit mittels mobiler Schutzmaßnahmen.

Es handelt sich hiebei um Betonelemente, die in den nächsten zwei Wochen verlegt werden. Während längerfristige Hochwasserplanungen zwischen der L 202-Brücke bis zur Sohlrampe auf Höhe des Freizeitzentrums Achsiedlung aufgrund von behördlichen Genehmigungen, Detail- und Ausführungsplanungen sowie Vergabeverfahren noch mehr als knapp eineinhalb Jahre dauern, wird der provisorische Hochwasserschutz mit den Betonelementen einen besonders kritischen Bereich entschärfen.

Mit einem laut hydraulischer Berechnung gegebenen Bemessungsabfluss von 1.450 Kubikmetern pro Sekunde ist der Abstand vom Wasserspiegel zur Dammoberkante nur sehr gering. Der für Natur, Umwelt und Gewässerschutz zuständige Landesrat Schwärzler dazu: “Deshalb ist die Landesregierung mit der Marktgemeinde Hard, der Stadt Bregenz und den Großbetrieben im Stadtgebiet Bregenz übereingekommen, im Sinne der Sicherheit die Zeit durch einen provisorischen Hochwasserschutz zu überbrücken.”

Versetzung von Betonelementen
Drei Meter lange und 60 cm hohe Betonelemente werden wasserseitig auf der Krone der Hochwasserschutzdämme versetzt. Der Geh- und Radweg auf der Harder Seite bleibt selbstverständlich erhalten, auch auf Bregenzer Seite bleibt die Zufahrt für Einsatz- und Müllfahrzeuge erhalten. Die Kosten für diese Maßnahmen – gesamt 220.000 Euro – werden aus Landesmitteln gedeckt, die Hochwasserschutzmaßnahmen von der Abteilung für Wasserwirtschaft im Amt der Vorarlberger Landesregierung organisiert.

Hochwasser-, Trinkwasserschutz und Ökologie
Flüsse sind nicht stabil, das gilt sowohl für die Bregenzer Ache wie den Alpenrhein, zwischen denen Hard liegt. Schneeschmelze, Hochwasser oder Wasserkraftnutzung verändern die Abflusskapazität je nach Monat. Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz, dem Fürstentum und Vorarlberg in Bezug auf den Alpenrhein ist hervorragend. Der Rheindamm wurde in einem Generationenprojekt beständig verstärkt um den Hochwasser- aber auch Trinkwasserschutz durch die Dammbefestigung zu gewährleisten. Parallel dazu erfolgen ökologische Maßnahmen zu besseren Fischpassierbarkeit, da durch Regulierung und höhere Fließgeschwindigkeiten ungünstige Lebensraumveränderungen erfolgten.

Rheinmündung: Fertigstellung 2015
Die Regulierung des Rheins erfolgt seit 1892 durch Österreich und die Schweiz in der Internationalen Rheinregulierung (IRR). Seit vielen Jahren wird an der sogenannten “Vorstreckung” des “größten Wildbaches der Alpen” gearbeitet. 2,5 bis 3 Mio Kubikmeter Geschiebe pro Jahr bringt der Rhein in den See. Schutzbauten, die einem 100jährigen Hochwasser standhalten sollten, werden in gemeinsamer Anstrengung errichtet. Der “Harder” Rheindamm, der rechte Rheindamm erstreckt sich bereits 5 Kilometer in den See hinein und transportiert die Sandfrachten, die eine Verlandung der Harder und Fußacher Bucht bewirken würden, in tiefere Seelagen. Ein Spaziergang über die gesamten 5 Kilometer Dammlänge empfiehlt sich. Schilfbestände mit reichem Vogelreichtum wechseln sich mit Sandbänken und hohen Schüttungen. Man scheint Lindau immer näher zu kommen bis bei Kilometer 94,5 das Ende des rechten Rheindammes erreicht wird. Hier sind meist Fischer anzutreffen, die ihr Glück versuchen.

Ab 2017 geht es weiter
Mit dem Hochwasserschutz am Rhein ist noch lange nicht Schluss, weitere langfristige und langjährige Maßnahmen von der Ilmündung bis zum Bodensee sind projektiert. Dabei soll von 2017 an über eine Bauzeit von zwei Jahrzehnten die Kapazität des Rheins um gut ein Drittel von 3100 auf 4300 m³ pro Sekunde erhöht werden. Die Harder Bürger zählen zu der halben Million Einwohner des Alpenrheintales, die dadurch zusätzlichen Schutz erfahren. afp

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