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Vache Adamyan: "Es ist wichtig, dass die Politik die Augen aufmacht"

Vache Adamyan ist gebürtiger Armenier. Er lebt seit mittlerweile 12 Jahren in Vorarlberg, ist Mitglied des österreichischen Judo-Nationalteams. Ein Teil seiner Verwandtschaft befindet sich noch in Armenien. Deshalb erfährt er jeden Tag aus erster Hand, was sich in den Gefechten im Gebiet Berg-Karabach abspielt.
Hoffnung auf Waffenruhe
Neue schwere Kämpfe in Berg-Karabach

Nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 90er Jahren erhob Aserbaidschan Anspruch auf das Gebiet Berg-Karabach. Nach jahrelangem Waffenstillstand hat sich die Situation immer weiter zugespitzt und hat im Sommer 2020 eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Die Geschichte von Berg-Karabach

"Die Region Berg-Karabach wollte immer schon ein neutraler Staat sein", erzählt der gebürtige Armenier. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Das öl- und gasreiche sowie militärisch hochgerüstete Aserbaidschan hat die Türkei als Verbündeten.

Waffenstillstand von 1994

Zwar schlossen das mehrheitlich christliche Armenien und das mehrheitlich muslimische Aserbaidschan 1994 einen Waffenstillstand. Dennoch melden beide Seiten seit damals immer wieder Angriffe rund um Berg-Karabach mit seinen etwa 150.000 Einwohnern und entlang der gemeinsamen Grenze. Die jetzt wieder aufgeflammten Gefechte sind die schwersten seit 2016. Die Kämpfe schüren Sorgen um die Stabilität des Südkaukasus, wo wichtige Gas- und Ölpipelines verlaufen.

Kriegszustand wurde ausgerufen

Wie Vache im Interview zu verstehen gibt, gehe es in diesem Krieg nicht mehr nur um Berg-Kharabach, sondern um die Fortsetzung des im Jahr 1915 stattgefundenen Genozides an den Armeniern. Die Türkei setze laut dem Vorarlberg auch Kämpfer des islamischen Staates ein. Sie werden bezahlt, um für Aserbaidschan gegen Armenien zu kämpfen. Schlussendlich wurde Ende September 2020 von Armenien der Kriegszustand ausgerufen. Das heißt, dass alle wehrfähigen Männer eingezogen werden, um für das Land zu kämpfen. Das bedeutet für Vache, dass alle seine armenischen Verwandten und Freunde, die als wehrfähig gelten, an die Front geschickt werden könnten. Über diese erhält Vache auch täglich aktuelle Nachrichten aus der Region.

Freund im Krieg verloren

Wie Vache diese Woche erfahren musste, verlor einer seiner Freunde in diesem Konflikt sein Leben. Trotz der schwierigen Umstände ist es für den Vorarlberger besonders wichtig, dass die Menschen eines verstehen. "Es kommt in diesem Krieg nicht auf die Größe des Landes an", so Vache. Wie er von seinen Sportkollegen aus Aserbaidschan, Vache ist Mitglied des österreichischen Judo-Nationalteams, erfahren hat, werden dort Männer in den Militärdienst gezwungen. Und auf armenischer Seite würden sich die Männer genötigt fühlen, ihr Land und ihre Familien mit Waffengewalt zu beschützen. Zahlreiche Frauen verlieren in dem Konflikt auf beiden Seiten ihre Männer und Kinder ihre Väter. "Es ist wichtig, dass die Politik ihre Augen aufmacht und der Genozid gestoppt wird", so Vache.

Spendenprojekte ins Leben gerufen

Vache Adamyan wird nicht in den Krieg ziehen. Er möchte den Menschen in Armenien anderes helfen. Aus diesem Grund hat er zwei Spendenprojekte ins Leben gerufen. VOL.AT hat im August über den Aufruf zu Sachspenden des jungen Armeniers berichtet. "Ich möchte mich bei den Vorarlbergern für die zahlreichen Sachspenden bedanken und klarstellen, dass sie so bald wie möglich nach Armenien transportiert werden", so Vache. Aufgrund der Grenzschließung in Armenien kann er selbst die Sachspenden aktuell nicht an ihren Bestimmungsort transportieren.

Um dennoch sofort Hilfe leisten zu können, wurde mit Hilfe der Organisation "Stunde des Herzens" ein Spendenkonto für die Menschen in Armenien eingerichtet. Damit möchte Vache die betroffenen Menschen in der Krisenregion mit dem Notwendigsten versorgen.

Genauere Informationen finden Sie auf der Instagram Seite von Vache Adamyan.

(VOL.AT)

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