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Umfrage der Vorarlberger FPÖ sieht Absturz der ÖVP und starke Freiheitliche

Parteichef Bitschi gab "Führungsverantwortung in der Regierung" als Ziel für die Landtagswahl aus
Parteichef Bitschi gab "Führungsverantwortung in der Regierung" als Ziel für die Landtagswahl aus ©VOL.AT | Canva

Die Vorarlberger FPÖ startet mit großem Optimismus in das Landtagswahljahr 2024 und stützt sich dabei auf eine aktuelle Umfrage. Einer von den Freiheitlichen in Auftrag gegebenen Erhebung zur "Sonntagsfrage" zufolge würden in Vorarlberg aktuell 33 Prozent der Bürger die ÖVP wählen, die FPÖ läge bei 27 Prozent. Den Umfragewert gelte es nun in Wählerstimmen umzuwandeln, sagte Parteichef Christof Bitschi am Freitag. Ziel der FPÖ sei "Führungsverantwortung in der Regierung".

33 Prozent für ÖVP, FPÖ bei 27 Prozent

Die repräsentative Umfrage wurde im vergangenen November vom Meinungsforscher Edwin Berndt durchgeführt. 702 Personen wurden von elf Interviewern befragt, davon 82 Prozent im persönlichen Gespräch. Gemäß der Umfrage würden am nächsten Sonntag 33 Prozent der Wähler für die Volkspartei stimmen (Landtagswahl 2019: 43,5 Prozent), auf Platz zwei folgte die FPÖ mit 27 Prozent (13,9 Prozent). Abgeschlagen wären die SPÖ und die derzeit mit der ÖVP regierenden Grünen mit jeweils 13 Prozent Stimmenanteil (Grüne: 18,9; SPÖ: 9,5) sowie die NEOS mit 10 Prozent (8,5). Andere Parteien/Listen würden den Einzug ins Landesparlament verfehlen. Nimmt man die Prozentzahlen als bare Münze, wäre eine ÖVP-FPÖ-Regierung die einzig mögliche Zweier-Konstellation, für andere Bündnisse bräuchte es drei Parteien. Die Vorarlberger Landtagswahl 2024 wird im Herbst stattfinden, voraussichtlich im Oktober.

Bitschi sieht "Landeshauptmann-Bonus" schwinden

Bitschi bezeichnete das begonnene Jahr 2024 als "Hoffnungsjahr für die Bevölkerung", weil sich viele nach politischer Veränderung sehnten. Die schwarz-grüne Regierung - sowohl auf Landes- (seit 2014) als auch Bundesebene (seit 2019) - sei "die schlechteste der Zweiten Republik". Dass Schwarz-Grün massiv an Vertrauen verloren habe, sei nicht nur in persönlichen Gesprächen zu hören, sondern bilde sich auch in der Umfrage ab. Ebenso gebe es den in vergangenen Jahrzehnten vorhandenen "Landeshauptmann-Bonus" nicht mehr. Abgefragt wurde nämlich auch, wer im Falle einer Landeshauptmann-Direktwahl (die es nicht gibt, Anm.) die meisten Stimmen bekäme: 29 Prozent der Befragten sprachen sich für Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) aus, 23 Prozent für Bitschi. SPÖ-Chef Mario Leiter erhielt ein Vertrauensvotum von 10 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden, Grünen-Landessprecher Daniel Zadra 8 Prozent. 6 Prozent würden NEOS-Landessprecherin Claudia Gamon an der Spitze der Vorarlberger Landesregierung sehen wollen. "Der Landeshauptmann hat keine Mehrheit mehr, Schwarz-Grün hat keine Mehrheit mehr", stellte Bitschi fest.

FPÖ kündigt politische Härte an

Als inhaltliche FPÖ-Schwerpunkte für den Wahlkampf nannte Bitschi die Themen Sicherheit, Leistung und Familie. Dabei kritisierte er die Vielzahl an angezeigten Straftaten, die "verfehlte Zuwanderungspolitik von Schwarz-Grün" oder auch die Einführung der CO2-Steuer "aus rein ideologischen Gründen". "Wir wollen Vorarlberg hinbringen, wo Vorarlberg hingehört: an die Spitze Europas", unterstrich Bitschi. Die FPÖ werde den gesamten Wahlkampf "offensiv" auftreten, man werde auch mit einer gewissen politischen Härte gegenüber den Mitbewerben auftreten. Danach befragt, ob die 27 Prozent in der Umfrage das Maximum darstellten, meinte der FPÖ-Chef: "Für mich gibt es nach oben relativ wenige Grenzen." Das bisher beste Abschneiden der FPÖ bei der Vorarlberger Landtagswahl resultiert aus dem Jahr 1999. Damals erreichte die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Hubert Gorbach einen Stimmenanteil von 27,4 Prozent.

Entwicklung der Stimmenanteile bei Vorarlberger Landtagswahlen ©APA

(APA)

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