Uefa verbietet Kinder auf dem Platz

Marek Hamsik und sein Sohn zusammen auf dem Platz nach dem Viertelfinale gegen Deutschland.
Marek Hamsik und sein Sohn zusammen auf dem Platz nach dem Viertelfinale gegen Deutschland. ©APA/AFP
Kinder sind bei den letzten Spielen der Fußball-Europameisterschaft nicht mehr auf dem Spielfeld erwünscht - das entschied die UEFA. Dabei sorgten die Kleinen zuletzt für Entzücken.

Es waren so schöne Bilder: Die Kinder der walisischen Spieler flitzten nach dem Viertelfinalsieg ihrer Väter auf den Platz und schossen – unter lautem Jubel der Fans – aufs Tor. Superstar Gareth Bale rannte auf dem Rasen mit seiner Tochter Alba Violet sogar um die Wette. Solche Szenen wird es nach dem Willen der UEFA-Funktionäre bei der Fußball-Europameisterschaft nun nicht mehr geben.

Zwar seien die Bilder der walisischen Jungen und Mädchen nach dem Erfolg gegen Belgien (3:1) “sehr schön” gewesen, sagte Turnierdirektor Martin Kallen am Dienstag in Paris. “Aber das ist eine Europameisterschaft und zumindest auf dem Rasen keine Familienveranstaltung.” Stadien seien außerdem nicht der sicherste Platz für Kinder.

Nicht jeder Akteur versteht es

Unter den Akteuren kann nicht jeder die Entscheidung der UEFA verstehen. Die beiden Söhne des slowakischen Spielers Marek Hamsik kletterten nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinale gegen Deutschland auf den Platz, schnappten sich den Ball und schossen immer wieder aufs Tor. “Das ist doch eine tolle Erfahrung für meine Söhne”, sagte Hamsik nach dem Spiel. “Sie hatten viel Spaß vor den vielen Leuten.” Ähnlich dürfte es der kleinen Tochter von Gareth Bale gegangen sein, die mit dem walisischen Superstar auf dem Platz Fangen spielte.

Kinder waren ein Highlight

Deutschlands Teammanager Oliver Bierhoff kann hingegen die Entscheidung der UEFA nachvollziehen, wie er im DFB-Teamquartier sagte. “Mir persönlich ist es auch ein bisschen zu viel.” Der Kreis werde immer größer – aber die Mannschaft spiele als Mannschaft und solle auf dem Platz unter sich bleiben.

Die Kinder der Spieler waren für viele Fans bei dieser Europameisterschaft ein echter Höhepunkt am Rande der Spiele. Wenn Islands Ari Freyr Skúlason seine kleine Tochter Camilla mit riesigen rosa Kopfhörern auf den Arm nahm und knuddelte, wurde auch Fußball-Muffeln warm ums Herz. Besonders niedlich war auch der Nachwuchs von Portugals Verteidiger Pepe, der nach dem Halbfinaleinzug auf den Rasen durfte. (dpa/Red.)

 

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