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U-Haft über Kartnig verhängt

Der frühere Präsident von SK Sturm Graz, Hannes Kartnig, ist am Montagabend überraschend fest- und am Dienstag in Untersuchungshaft genommen worden.

Ein früherer Sturm-Sekretär wurde ebenfalls festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft Graz werden den beiden “Verdacht des Finanzvergehens der Abgabenhinterziehung, der Verbrechen der Veruntreuung, der Untreue und betrügerischen Krida sowie des Vergehens der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen” vorgeworfen. Die fragliche Summe beläuft sich auf über zwei Mio. Euro. Die Anwälte Kartnigs bezeichneten die Begründung für die U-Haft als “nicht nachvollziehbar”. Gegen Kartnig bestehe der “Haftgrund der Verdunkelungs- und Verabredungsgefahr”, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Manfred Kammerer. Die erste Haftfrist beträgt 14 Tage. Innerhalb dieser Frist ist nach einer Verhandlung über eine Fortsetzung der Untersuchungshaft zu entscheiden. Gegen Kartnig war in den 70er Jahren schon einmal ein gerichtliches Verfahren wegen betrügerischer Krida gelaufen.

Konkret geht es um einen Betrag von mehr als zwei Mio. Euro, dessen Verbleib ungeklärt sei. In der Buchhaltung scheine der Betrag nicht auf, es sei zu klären, wer die Summe – die laut Staatsanwaltschaft “zwischen 1998 und 2005 aus dem Vermögen des SK Sturm abhanden kam” – entnommen und wer sie zu welchem Zweck erhalten habe. “Es ist bekannt, dass Hannes Kartnig im angeführten Zeitraum (zwischen 1998 und 2005, Anm.) in den Casinos Austria Geld in der Gesamthöhe von rund 40 Mio. Schilling (2,91 Mio. Euro) verspielte”, hatte Kammerer in einer Aussendung erklärt.

Der Zweite in dieser Sache Festgenommene, ein Ex-Sekretär von Sturm Graz, wurde am Nachmittag noch einvernommen. Eine Entscheidung über dessen mögliche Inhaftierung stand noch aus.

Die Anwälte des Ex-Sturm-Präsidenten Hannes Kartnig – Richard Soyer und Michael Pacher – zeigten sich über die Vorgangsweise des Gerichts “erstaunt”. Der Vorwurf der Fluchtgefahr sei nicht nachvollziehbar, Kartnig kenne die Vorwürfe seit mehr als einem halben Jahr und habe in keiner Weise “auch nur den Funken eines Hinweises dafür geboten, Anstalten für eine Flucht zu unternehmen”. Vor mehr als einem halben Jahr seien Hausdurchsuchungen in allen Büros Kartnigs wie auch privat durchgeführt und sämtliche Konten offen gelegt worden, auch sei der Ex-Sturm-Präsident mehrmals einvernommen worden. Soyer und Pacher erklärten, man werde unverzüglich sämtliche Rechtsmittel ergreifen, um die “ungerechtfertigte U-Haft” zu beenden.

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