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Treuhänder Frick blieb als Zeuge diskret

©APA
Der liechtensteinische Treuhänder und Wirtschaftsprüfer Frick sen. ist bei seiner Zeugenaussage im BAWAG-Prozess diskret geblieben.

Bei zahlreichen Fragen konnte Frick sen. sich nicht mehr erinnern. In 30 Jahren sei er in etwa 1.000 Stiftungen tätig gewesen, außerdem lägen die meisten Vorgänge betreffend der BAWAG-Stiftungen bereits rund zehn Jahre zurück, erläuterte der 68-jährige Frick seine mangelnde Erinnerung.

Die Geschäftsbeziehungen mit der BAWAG reichen bis zum Jahr 1980 zurück, schilderte Kuno Frick sen., und zwar über die Austost-Anstalt, eine BAWAG-Tochter.
Die von der BAWAG 1998 angekauften Stiftungen Bensor, Biamo, Treval und Glen Star seien bereits vorher vom Treuhandbüro gegründet worden, erklärte Frick. „In unserem Treuhandbüro haben wir rege Nachfrage nach Firmen“.

 „Was macht man damit?“, fragte Richterin Claudia Bandion-Ortner. Stiftungen in Liechtenstein eigneten sich sehr gut zur Altersvorsorge, als Familienstiftungen, man könne darin Erspartes einbringen, so Frick. Am Jahresende müsse die Stiftung eine Vermögensaufstellung machen, die sei meist gleich mit dem Bankauszug. Bei den vier BAWAG-Stiftungen sei die Bewertung der Vermögensbestände vom Auftraggeber in Wien erfolgt. Nach außen hin werde die Stiftung durch den Stiftungsrat vertreten, dieser handle jedoch nur als Treuhänder für den Auftraggeber.
„Auftraggeber war die BAWAG-Gruppe, die BAWAG, eine Tochter oder die Mutter ÖGB, so genau weiß ich das nicht“, meinte Frick. In der BAWAG habe er wegen der Stiftungen mit zahlreichen Personen regelmäßig Kontakt gehabt, darunter Helmut Elsner, Peter Nakowitz, Herbert Legradi und Thomas Hackl. Direkte Kontaktpersonen waren laut Frick sen. die BAWAG-Mitarbeiterinnen Ingrid Winter-Reumann und Renate Zartler-Schwob. Für die Stiftungen der BAWAG lautete das Codewort „Paris“, das zur Identifikation verwendet wurde. Thomas Hackl war im Verwaltungsrat der Bank Frick Mitglied, erläuterte Kuno Frick.
Dass die Bank Frick überhaupt gegründet worden sei, habe man der „Kapital & Wert“ von der BAWAG-Gruppe und der Wiener Städtischen zu verdanken, betonte Frick.

Auf Fragen von Staatsanwalt Georg Krakow zum genauen Zeitpunkt der Stiftungsgründung durch die BAWAG konnte sich Frick nicht erinnern. Er wisse heute nicht mehr, was „an einem Vormittag im Oktober 1998“ geschehen sei, sagte er nach Vorlage einer BAWAG-Aktennotiz zu einem Telefonat mit ihm.

 Die Stiftungsgründung sei aber keine langwierige Angelegenheit: Wenn der Auftraggeber schon identifiziert sei, könne die Stiftungsgründung an einem Vormittag geschehen. Kuno Frick sen. ist ebenso wie sein Sohn Kuno Frick jun. und Yvonne Nägele Geschäftsführer der TTA Treuhand in Liechtenstein. Frick jun. und Nägele waren ebenfalls für heute als Zeugen geladen, aber wegen Verhinderung nicht erschienen.
Zum Abschluss überraschte der Treuhänder noch das Gericht: „Ich möchte den Steuerzahlern ein Geschenk machen und auf alle Entschädigungen verzichten“. Als Zeuge stünde Frick nämlich die Abgeltung der Anreisekosten zu.

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