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Treibjagd in Fontanella: Interessenskonflikt Jäger gegen Förster

©WIldbeimWild
Bei der Treibjagd in Fontanella seien laut einem schweizerischen Wild-Blog mehrere Gäste aus der Eidgenossenschaft wie auch aus Vorarlberg beteiligt gewesen. Derweil verurteilt auch Landesrat Christian Gantner nach derzeitigem Wissenstand die Treibjagd auf trächtige Tiere im Tiefschnee. 
Treibjagd in Fontanella
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Brutale Treibjagd in Fontanella

Die Vorarlberger Jägerschaft fordert rechtliche Konsequenzen für eine Treibjagd Ende März im Großen Walsertal. “Eine Treibjagd auf hoch trächtige Tiere ist moralisch höchst verwerflich und sollte auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen”, fordert die Vorarlberger Jägerschaft per Aussendung. Das Verhalten der Beteiligten entbehre jeglicher Ethik und weidmännischem Verhalten, droht Landesjägermeister Christof Germann mit Ausschlussverfahren gegen die Jäger. Auch Landesrat Christian Gantner verurteilt die Jagd gegenüber VOL.AT auf das Schärfste. Bei der Treibjagd selbst seien acht Tiere erlegt worden. Ob unter den erlegten Tieren auch trächtiges Wild war, ist nicht bekannt. Die Bezirkshauptmannschaft muss nun ermitteln, ob eine Treibjagd mit Hunden zur Tragzeit und Tiefschnee eine Tierquälerei darstellt, die nach dem Jagdgesetz verboten ist.

Treibjäger aus der Schweiz

Laut dem schweizerischen Anti-Jagd-Blog “Wild beim Wild” handelt es sich bei den rund zehn Treibjägern vor allem um Jäger aus der Eidgenossenschaft, aber auch Vorarlberger hätten sich an der Treibjagd beteiligt. Auf die Treibjagd selbst sei der Jagdaufseher nur aufmerksam geworden, als die Jagdgäste den Forstweg der Jagdgenossenschaft durch ihre Parkweise blockierten. Auch die Polizei sei deswegen im Einsatz gewesen. Der Blog will auch Hintergrundwissen haben, weshalb der bisherige Pächter seinen Vertrag über März 2019 nicht mehr verlängern konnte. So habe es unterschiedliche Auffassungen “hinsichtlich der jagdlichen Methoden und Vorgehensweisen für die Jagdsaison 2019/2020” gegeben. Dem Blog wurden auch Bilder von der Treibjagd zugespielt (siehe Bildergalerie).

Interessenskonflikt Jagd und Wald

Die Treibjagd selbst spiegelt jedoch auch unterschiedliche Interessen im Großen Walsertal selbst wider. Auf der einen Seite ist die Jagdpacht eine wichtige Einnahmequelle für viele Grundeigentümer. Je mehr Wild ein Revier vorweisen kann, umso mehr gibt die Pacht her. Auf der anderen Seite leidet der Wald unter einem hohen Wildbestand – und dieser hat gerade im Walsertal häufig die Aufgabe eines Schutzwaldes. In manchen Gemeinden treffen hier also die Interessen aufeinander, die einen profitieren von der Jagd, die anderen sorgen sich um den Schutzwald. Auch in Fontanella gibt es wie in anderen Walser Gemeinden Befürworter beider Lager. Tatsächlich ist der Wildbestand im Großen Walsertal in den vergangenen Jahren höher gewesen, als es der Schutzwald verträgt. Dies ist auch einer der Gründe für die in jüngster Vergangenheit überarbeiteten Jagdkonzepte gewesen. Diese sehen für Fontanella ebenfalls einen starken Fokus auf die Schutzwirkung des Waldes vor.

Auch trächtige Tiere jagdbar

Bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz hieß es, man kenne den Fall und prüfe ihn derzeit. In dem Gebiet galt eine Schonzeitaufhebung für jegliches Rot- und Rehwild bis zum 31. März, so Bezirkshauptmann Johannes Nöbl. Grund für diese Ausnahmeregelung, der ein umfangreiches Prüfverfahren vorausging, seien hohe Wildschäden, die den Zustand des Objektschutzwalds bedrohten. Den Verordnungen nach wäre damit auch ein Abschuss trächtiger Tiere erlaubt gewesen. “Wir können nur die rechtliche Seite beurteilen. Ob es sinnvoll ist, am vorletzten Tag des Pachtvertrags noch so eine Jagd zu veranstalten, ist eher Thema der Jägerschaft”, so Nöbl. Man werde sich den Fall aber im Detail ansehen, etwa in Hinblick auf die Einhaltung der Abschussvorgaben.

Bejagung ja, Treibjagd nein

Grundsätzlich wäre also aus Sicht des Lawinenschutzes eine stärkere Bejagung in mehreren Vorarlberger Talschaften begrüßenswert. Dies klappt in manchen Revieren bereits recht gut, in anderen sind die Gräben zwischen den Lagern noch tief. Die Frage sei jedoch in der Methodik, wie eben der Treibjagd zur Tragzeit und Schnee.

(VOL.AT, mit Material der APA)

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