AA

Trauernde Kinder liebevoll begleiten

Sandra Staubmann arbeitet ehrenamtlich beim Kinderhospiz und begleitet Kinder und deren Angehörige in verschiedensten Trauerfällen.
Sandra Staubmann arbeitet ehrenamtlich beim Kinderhospiz und begleitet Kinder und deren Angehörige in verschiedensten Trauerfällen. ©bvs
 Die in Lustenau wohnhafte Sandra Staubmann arbeitet ehrenamtlich beim Kinderhospiz Vorarlberg (HOKI).
Trauernde Kinder liebevoll begleiten

 

Lustenau Das herzhafte Lachen von Sandra Staubmann ist ansteckend. Die fröhliche junge Frau liebt das Leben und ist dankbar für ihre drei gesunde Töchter, die sie und ihr Ehemann in ihrer Patchwork-Familie haben. „Von diesem Glück möchte ich etwas an jene zurückgeben, die nicht so sehr auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, sagt sie. Sie arbeitet deshalb seit drei Jahren ehrenamtlich im Kinderhospiz (HOKI) und ist zur Stelle, wenn trauernde oder kranke Kinder Hilfe brauchen.

Trost spenden

Wärme, Einfühlungsvermögen, Menschenliebe und vor allem Demut sind Eigenschaften, die für diese Arbeit unabdingbar sind. „Es ist ein sehr berührendes Gefühl, wenn sich die Kinder mir öffnen und über ihre Trauer zu sprechen beginnen.“ Was die wenigsten wissen: das Kinderhospiz betreut nicht nur schwer erkrankte Kinder, sondern unterstützt Familien bei den Trauerprozessen. Sie sind zur Stelle, wenn ein Familienmitglied gestorben ist, und helfen den Kindern im Umgang mit der Trauer. „Jedes Kind muss die gemachten Erfahrungen mit dem Tod verarbeiten. Das ist wichtig, denn irgendwann bricht sie aus. Das kann auch erst in der Pubertät der Fall sein.“ Dabei gehe es nicht darum, dass ein Kind weinen müsse. Jeder darf so trauern, wie er das möchte. Und das ist gut so.

Handpuppen ebnen den Weg

Handpuppen, Bastelmaterialien, spezielle Trauerbücher oder Spielzeug, das dem betroffenen Kind gut gefällt, kommen bei Staubmann immer zum Einsatz. „Jedes Kind ist anders. Das eine spricht über seine Trauer beim gemeinsamen Malen, das andere spricht mit den Handpuppen über seine Gefühle.“ Wenn die Kinder darüber zu sprechen beginnen, ist ein erster wichtiger Schritt gesetzt. Einmal wöchentlich kommt sie nach Hause auf Besuch. Mit der Zeit werden die Abstände größer, bis sie nicht mehr gebraucht wird.

Eine Stütze für die Familie sein

Sandra Staubmann und ihre 16 Kolleginnen und Kollegen beim Kinderhospiz greifen auch Familien mit einem schwer erkrankten Kind unter die Arme. „Wir kümmern uns auch um die zuhause gebliebenen Kinder, die betreut werden müssen, wenn ihre Eltern beim kranken Geschwisterkind im Krankenhaus bleiben.“ Die Arbeit ist vielseitig, Routine kommt bei den ehrenamtlichen Helfern keine auf. Immer wieder gebe es Schicksale, die der ausgebildeten Hospizbegleiterin nahe gehen und die sie auch zu Hause noch sehr beschäftigen. „Doch ich habe für mich ein Ritual entdeckt. Sobald ich ins Auto steige, drehe ich die Musik laut auf. Dann geht’s mir besser.“ Zweimal jährlich unterziehen sich die ehrenamtlichen Hospizbegleiter einer Supervision, um ihre Arbeit gut und professionell verarbeiten zu können. Für Staubmann ist es ein unbeschreiblich schönes Gefühl, für andere in schwierigen Situationen da zu sein. „Ich helfe gerne. Bei jedem Besuch schöpfe ich neue Kraft und freue mich, wenn ich den Kindern eine Stütze sein kann.“ Bvs

 

Zur Person

Sandra Staubmann, 37 Jahre, wohnhaft in Lustenau

Verheiratet, 1 leibliche Tochter, zwei Stieftöchter

arbeitet in einer Kleinkindbetreuung und ehrenamtlich beim Kinderhospiz

betroffene Familien und Interessierte können sich unter folgender E-Mail-Adresse melden:

Hospiz.kinder@caritas.at

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Lustenau
  • Trauernde Kinder liebevoll begleiten
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen