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Toter und Vermisste in Westösterreich

Einen Toten und zwei Vermisste hat am Dienstag die Überschwemmungen im Westen Österreichs gefordert: Im Tiroler Ötztal starb ein Arbeiter unter einer Steinlawine, in Vorarlberg wurden zwei Personen vermisst.

Für die Vermissten wird mit dem Schlimmsten gerechnet. Das Unwetter hatte auch zahlreiche Verkehrsbehinderungen zur Folge: Der Bahnverkehr in Vorarlberg kam komplett zum Erliegen, zahlreiche Straßen im Ländle und Tirol waren gesperrt.

Während sich die Situation in der Steiermark am Dienstag entspannte, sorgten sintflutartige Regenfälle für eine dramatische Lage in Vorarlberg und Tirol: Im Ötztal wurde ein Arbeiter in einem Zimmereibetrieb in Längenfeld von einer Steinlawine überrascht und getötet. Zwei weitere Personen wurden vermisst: In Silbertal im Montafon Litz wurde offenbar ein 81-jähriger Mann in seinem Pkw von der Litz regelrecht fortgespült. Seit Feuerwehrmänner das im Wasser treibende Auto 300 Meter flussabwärts sahen, fehlte von dem Mann jede Spur. Das Schlimmste befürchtet wurde auch für eine weitere vermisste Person im Bregenzerwald.

In Vorarlberg hatten sich vor allem im hinteren Bregenzerwald, am Arlberggebiet, im Montafon sowie im Walgau viele kleine Bäche in reißende Wildwasser verwandelt. Mehrere Gebäude hielten den Wassermassen bzw. Hangrutschen nicht stand, aus anderen mussten insgesamt rund 400 Bewohner evakuiert werden. In einem Wohnhaus in Reuthe (Bezirk Bregenz) löste eindringendes Wasser eine Kettenreaktion aus, wodurch sich eine Explosion entzündete, die sechs Menschen verletzte.

Das Hochwasser hat in Tirol am Dienstag Schäden in Millionenhöhe verursacht: Besonders stark betroffen waren das Außerfern und der Bezirk Landeck. Im Paznauntal, das 1999 Schauplatz der Lawinenkatastrophe von Galtür war, wurden 30 Prozent des Straßennetzes zerstört und praktisch alle Brücken über die Trisanna weggerissen.

Die Überschwemmungen im Westen Österreichs haben zahlreiche Verkehrsverbindungen lahm gelegt: In Vorarlberg standen am Dienstag alle Züge still, die Straßenverbindungen nach Deutschland waren vom Ländle und Tirol aus ebenfalls nicht passierbar, berichtete der ARBÖ. Auf der Westbahn verkehrten die Züge nur zwischen Wien und Innsbruck. Die Inntalautobahn (A12) und die Arlberg-Bahnstrecke zwischen Tirol und Vorarlberg wurden teilweise überschwemmt.

Straßenverbindungen nach Deutschland gab es am Dienstag von Tirol und Vorarlberg aus praktisch keine: Zahlreiche Landesstraßen waren gesperrt, die A12 war ebenfalls nicht passierbar. Der ARBÖ warnte zudem vor einer Einsturzgefahr für die Kufstein-Brücke im tirolerisch-bayrischen Grenzbereich, über die die A12 führt.

In Vorarlberg kam am Dienstag der komplette Zugverkehr zum Erliegen. Die ÖBB richteten Schienenersatzverkehre ein, wo es die Bedingungen erlaubten. Zwischen Bludenz und Feldkirch ist in der Nacht zudem ein Güterzug entgleist. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. Auf der Brennerstrecke verkehrten die Züge normal.

Entspannt hatte sich die Lage in der Steiermark. Im südlichen und östlichen Teil des Bundeslandes begannen die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer am Dienstag bereits mit den Aufräumungsarbeiten. Nahe des am schwersten betroffenen oststeirischen Gasen sprengte das Bundesheer einen gefährdeten Hang kontrolliert ab. Einen spektakulären Rettungseinsatz gab es in Kärnten: Nördlich von Wolfsberg war eine Autofahrerin in die Lavant gestürzt. Da das halb im Wasser versunkene Auto von der reißenden Strömung mitgerissen zu werden drohte, wurde mit einem Hubschrauber ein Stahlseil zur Sicherung des Fahrzeugs über den Fluss gezogen. Die 72-Jährige wurde unverletzt geborgen.

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