Totale Mondfinsternis als besonderes Schauspiel am Himmel

Super-"Blutmond" - Nächstes Mal erst in 18 Jahren.
Super-"Blutmond" - Nächstes Mal erst in 18 Jahren. ©APA
Mit einer totalen Mondfinsternis hat der Himmel ein besonderes Schauspiel geboten. In der Nacht zum Montag war der Erdtrabant mit einem roten Schimmer auch als "Blutmond" zu beobachten. Langwelliges Licht war von der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut worden und hatte für den speziellen Farbton gesorgt. Zudem wirkte der Mond größer, da er unserem Planeten besonders nahe war.
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Bei einer totalen Mondfinsternis liegen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe. Die Erde hält das Licht der Sonne ab, der Mond befindet sich also im Schatten der Erde.

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Gute Sicht auf totale Mondfinsternis im Westen und Osten

Gute Sicht auf die totale Mondfinsternis gab es am frühen Montagmorgen nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Tirol, Vorarlberg Osttirol und Oberkärnten sowie im östlichen Flachland bis in die Obersteiermark. Dagegen bedeckte in der Mitte Österreich nicht nur der Erdschatten, sondern auch Bewölkung die Sicht auf das astronomische Ereignis.

In Wien ließen in der ersten Nachthälfte noch Wolken die Beobachtung unwahrscheinlich erscheinen. Es klarte aber rechtzeitig auf und auf der Sofienalpe in Wien-Penzing konnten die Mitarbeiter der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) gemeinsam mit rund 150 Interessierten die ganze Totalität beobachten, berichtete WAA-Chef Alexander Pikhard der APA.

Ab 3.07 Uhr begann der Kernschatten der Erde kontinuierlich die Mondscheibe abzudecken. Zwischen 4.11 und 5.24 Uhr war der Mond dann total verfinstert, der Höhepunkt der Verdunkelung wurde um 4.47 Uhr erreicht. Das von der Erdatmosphäre gestreute Sonnenlicht färbte die Mondoberfläche rötlich.

Die nächste Mondfinsternis für Wien wird völlig unspektakulär: eine partielle Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Am 7. August 2017 gibt es eine partielle Mondfinsternis, die aber nur teilweise zu sehen sein wird. Die nächste totale Mondfinsternis ist am 27. Juli 2018 von Wien aus zu beobachten, allerdings nicht über den gesamten Verlauf.

“Blutmond” Zeichen des Weltuntergangs?

Für die meisten ist der erwartete Super-“Blutmond” in der Nacht zum Montag ein seltenes Naturereignis zum freudigen Bestaunen. Aber nicht für alle. Manche Mormonen glauben, dass er Schlimmes verheißt.

Es ist ein Ereignis, das nicht häufig vorkommt, das nächste Mal in 18 Jahren. Und manche glauben, dass es Schlimmes verheißt. In der Nacht zum Montag schiebt sich die Erde zwischen Mond und Sonne, verursacht eine totale Mondfinsternis. Aber der Mond wirkt rot, weil Sonnenlicht, vor allem langwelliges Licht, von der Erde abgelenkt wird. Und der Erdtrabant erscheint als Super-Mond, das heißt, größer als gewöhnlich, weil er der Erde besonders nahe ist.

Die Mormonen fürchten sich

Dieses Zusammentreffen von “Blutmond” und Super-Mond hat unter mormonischen Gläubigen anscheinend so verbreitet Furcht vor einem bevorstehenden Weltuntergang ausgelöst, dass sich Führer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu einer öffentlichen Erklärung veranlasst sahen. Darin raten sie den weltweit 15 Millionen Mitgliedern, “spirituell und physisch auf die Hochs und Tiefs des Lebens vorbereitet” zu sein. Aber zugleich warnen sie, sich nicht in “extreme Anstrengungen zu verstricken, katastrophale Ereignisse vorauszusehen”.

Wie viele Gläubige wirklich eine Apokalypse befürchten, ist unklar. Aber die “Blutmond”-Kombination zusammen mit kürzlichen Naturkatastrophen und politischem Aufruhr in vielen Teilen der Welt scheint immerhin bei so vielen ein “Endzeit”-Gefühl heraufbeschworen zu haben, dass Läden einen verstärkten Umsatz von Artikeln zur Vorbereitung auf den Notfall verzeichnen.

Sich Vorräte für schlimme Zeiten anzulegen – von Naturkatastrophen bis hin zum Arbeitsplatzverlust – gehört zu den fundamentalen Lehren der Religion. Der Glaube, dass die Geschichte, wie wir sie kennen, eines Tages enden und Jesus ein zweites Mal kommen wird, ist bei den Mormonen tief verwurzelt und spiegelt sich auch im offiziellen Namen der Kirche wider.

Hamsterkäufe in den USA

Kevin Allbee, Sprecher der Kette Emergency Essentials (lebenswichtige Artikel für den Notfall) mit Hauptsitz in Utah, berichtet von einem Anstieg der Verkäufe um 200 bis 300 Prozent seit Juni. Er führt das auf eine Reihe von Ereignissen zurück, die bei vielen verstärkte Angst ausgelöst hätten – etwa das Erdbeben in Nepal, Russlands Intervention in der Ukraine und wirtschaftliche Probleme in Griechenland und China. Und Allbee zufolge gehen die Ängste weit über Mormonen in Utah hinaus. Das Unternehmen macht seine meisten Geschäfte online, mit Kunden außerhalb dieses US-Staates.

Autorin Rowe schürt Weltuntergangs-Ängste

Bereits vor ihrer öffentlichen Erklärung an die Adresse der Gläubigen weltweit hatten die Kirchenführer ein Memo an Verwaltungen und Lehrer im kirchlichen Bildungssystem verschickt. Darin wird warnend auf apokalyptische Äußerungen der mormonischen Buchautorin Julie Rowe hingewiesen, die anscheinend die Ängste bei manchen mitgeschürt haben.

Rowe schreibt und hält Reden über eine Nahtod-Erfahrung im Jahr 2004, als sie in die Geisterwelt gelangt sei. Dort habe man ihr gezeigt, welche tragischen Weltkatastrophen kämen und ihr aufgetragen, das Wissen in der Zukunft weiterzugeben. “Diese Zeit ist gekommen”, heißt es auf ihrer Webseite. In dem Memo wird betont, dass Rowe zwar eine aktive Angehörige der Religion sei, aber ihre Bücher nicht gutgeheißen würden und nicht als Lehrmittel empfohlen werden sollten.

Die Schriftstellerin selber sagte der “Salt Lake Tribune”, dass es nicht ihr Ziel sei, ihre Äußerungen zu einer kirchlichen Doktrin zu machen. Sie habe sich vielmehr entschieden, ihre Geschichte publik zu machen, um Menschen bei der Vorbereitung auf die “Zeiten, in denen wir leben” zu helfen – “indem sie ihren Glauben an Christus verstärken und sich der Führung unseres Propheten und unserer Kirchenführer anvertrauen”.

(dpa/APA)

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