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The Pickathon feeling – das Öko Festival für die „cool kids“

Das Pickathon feeling
Das Pickathon feeling ©Daniela Lais
Wie sich ein Musik-Festival seit 20 Jahren weltweit bekannt macht
Pickathon 2018

Portland/Bregenz. „It’s what the cool kids do!” erfährt man, wenn man über Pickathon spricht. Was die Fusion für Deutschland ist, ist Pickathon für den Pacific Northwest. Drei Tage Festival im Happy Valley, nicht weit entfernt von Portland, Oregon, der wahrscheinlich liberalsten Stadt an der Westküste. Man kommt mit Auto oder Fahrrad, manche mit Camper oder RV. Im Gepäck zumindest ein Zelt, Snacks und ein paar Joints, die sind nämlich absolut legal. Der Rest ergibt sich über die drei Tage, die man mit 6500 Festivalteilnehmern verbringt, die sich fast halb/halb in bezahlte Gäste und Volunteers splitten. Wer hier ist, der hat, wenn er zahlt, 350 Dollar für das Ticket geblecht, dazu kommen Parkgebühren, Essen und Getränke für drei Tage. Das ist eine Menge, aber dafür gibt es eine Menge zu erleben. 65 Bands füllen die Tage, von 10 Uhr Früh bis 2 Uhr Nachts. Geschlafen wird wenig, getanzt sehr viel. Ganz früh Morgens steht Yoga auf dem Programm, Comedians gibt es auch, Kunst und viele Attraktionen. 

20 Jahre Pickathon

20 Jahre gibt es das Pickathon. Ein Festival mit grass roots und Country Wurzeln, das frische Triebe von Punk und Rock erfährt. Die Bands kommen aus dem ganzen Land, aber auch aus Europa. So auch die Gäste. Viele reisen aus Kalifornien an, andere kommen aus Deutschland, oder New Mexico, wie Amanda und Florence. Das Paar hat 24 Stunden im Auto verbracht um bei Pickathon dabei zu sein. „Wir lieben den sustainable lifestyle des Festivals, kein anderes Festival ist so ökologisch wie dieses“, erklärt Amanda. Die zwei Frauen versuchen sich am plastikfreien Leben zuhause und leben recht bescheiden, das Ticket zu bezahlen wäre fast nicht machbar für sie, darum arbeiten sie für die Eintrittskarte und kümmern sich um das Recycling auf dem Festivalgelände. Und das hat Pickathon ganz vielen Festivals voraus, hier fällt nicht wirklich viel Müll an. Wer mit dem ersten Drink startet, erwirbt einen $6 Stahlbecher und füllt genau diesen wieder und wieder. Gegessen wird vom Bambusteller und Bambusbesteck, das mit Pfand retour geht. Ein System das auch Ruby und Gator schätzen. Die zwei Portlander kommen seit drei Jahren zum Pickathon und reisen von Festival zu Festival. Pickathon ist ihr Favorit, weil es dort nicht nur um Profit geht, weiß Ruby. Sie liebt die Atmosphäre und die Qualität des Festivals, das Essen und die Musik. „Ich wünschte mein ganzes Leben wäre ein Festival“, erzählt sie, während im Hintergrund auf der riesigen Mt. Hood Stage, der Hauptbühne, eine der großen Bands „Built to Spill“ die Besucher auftanzen lässt.

 

Glamping statt Camping

Ruhiger geht es da im Campground zu. Die Treeline stage, eine Bühne komplett aus Holzgeflecht gebaut, ist gerade im Umbau und zwischen den Bäumen lässt sich neben Pizza- und Biergeruch der Duft von Marihuana erahnen. Wer sein Zelt hier hat, hat es zum Relaxen, Schlafen fällt schwer, wenn die letzten Bands um 2 Uhr Nachts ausklingen und die Festivalgäste noch gar nicht müde sind. Viele Besucher glampen statt campen, schick statt simpel, die silberne Discokugel und die Lichterketten zeigen den Weg auf, wenn man zu viel vom guten Amerikanischen Bier mit 6,5% Alkohol hatte. So wie Ryan, der es sich in der Schubkarre gemütlich gemacht hat. Er ist zusammen mit 20 Leuten aus Los Angeles zum Pickathon gereist. Drei Tage Musik, trinken, fun. Sein Zelt ist neben der Bühne, macht nichts, schlafen kann er, wenn er wieder daheim ist.

In der Zwischenzeit punkt eine Band in der Galaxy Barn, eine Hütte umfunktioniert zu einer Mini Konzerthalle. Im letzten Jahr war es so heiß da drinnen, dass wir fast umgekommen sind, dieses Jahr ist alles Air-Conditioned, weiß eine Besucherin, die es trotzdem bevorzugt die Bands auf den Bildschirmen außerhalb zwischen den Strohballen zu verfolgen. Das bevorzugen auch Joachim und sein Sohn Paul. Beide sind aus Stuttgart und reisen für dreieinhalb Wochen durch die USA und Kanada. Joachim hat eine eigene Radiosendung die Hillbilly Boogie heißt, sein Sohn Paul liebt Musik genau so sehr wie er. Beste Voraussetzungen für das Pickathon, das auch für Kinder was hergibt. Und die, die nicht so auf Musik stehen machen Kohle. Auf dem Weg zum Camp sitzen die Kids und verkaufen ihre handgemachten Kleinigkeiten. Cupcakes, Armbänder, Kunst, oder so wie die siebenjährige Ella, Erdbeer-Marmelade. „Die haben Oma und ich gestern frisch eingekocht, mit Erdbeeren die wir im Garten gepflückt haben“, erzählt das Mädchen aus Portland. Es dauert nicht mal eine Stunde und Ella ist ausverkauft. Ein Grund nächstes Jahr wieder zu kommen, zumindest für Ella. Und damit ist sie nicht alleine. Viele kommen wieder, jedes Jahr. Seit 20 Jahren. Ein Festival wie so viele auf der Welt verteilt und doch ganz besonders, das Pickathon feeling, eine Mischung aus Musik die man eigentlich privat nicht hört, aber in einer magischen Atmosphäre von fantastischen Bühnenaufbauten, Waldcamping mit Effekten und vor allem durch die Menschen mit denen man es teilt zu einem großen Ganzen wird und schließlich in dem Pickathon Effekt endet, der einem am letzten Festivalabend verrät – nächstes Jahr komme ich wieder. Bestimmt!

Daniela Lais

 

 

 

 

 

 

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