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The Menu - Kritik und Trailer zum Film

Eine Gruppe von Feinschmeckern reist für das ultimative kulinarische Erlebnis auf eine abgelegene Insel - und bekommt in der Horrorsatire "The Menu" schockierende Überraschungen aufgetischt. Ralph Fiennes spielt den arroganten Chefkoch Slowik, der der Gruppe in dem abgelegenen Restaurant ein ganz besonderes Dinner serviert. Gereicht werden kunstvoll drapierte Stränge Seetang, Meeresschaum, der als Delikatesse "auf der Zunge zergehen" soll, ein "brotloser Brotteller" - sowie immer schockierendere, mörderische Überraschungsgänge. Schon bald wird klar: Wer es bis zum Dessert schafft, darf sich glücklich schätzen.

Zwölf großteils steinreiche Leute bekommen auf einer einsamen, kleinen Insel ohne Empfang ein erlesenes Viel-Gänge-Menü von einem Starkoch serviert. Was kann da schon schiefgehen? So einiges, wie Mark Mylod mit seinem Film "The Menu" demonstriert. Der britische Regisseur hat eine schmackhafte wie bitterböse Gesellschaftssatire mit Horrorelementen im Abgang kreiert. Ab Donnerstag im Kino.

The Menu - Kurzinhalt zum Film

1.250 US-Dollar kostet das rund viereinhalbstündige Dinner pro Person. Inkludiert ist eine Bootsfahrt nach Hawthorn-Island. Diese treten etwa ein gescheiterter Schauspieler, eine überhebliche Restaurantkritikerin (Janet McTeer), drei junge, unerträgliche Geschäftsmänner und der Foodie Tyler (Nicholas Hoult) sowie dessen kurzfristig eingesprungene Begleitung Margot (Anya Taylor-Joy) an. Für ihr leibliches Wohl sorgt eine Vielzahl an Köchinnen und Köchen, die mit militärischer Strenge von Julian Slowik (Ralph Fiennes) - einem Hohepriester für Ernährung - geführt werden.

Serviert wird etwa Gemüse, das in und um einen porösen Inselstein drapiert ist. "Wir essen den Ozean", stellt die Restaurantkritikerin entzückt fest. Weniger erfreut ist sie über den zweiten Gang: eine brotlose Brotplatte. Die Erklärung des Chefs: Ohne Brot konzentriert man sich auf das Wesentliche. Der dritte Gang soll Erinnerungen wecken.

So erzählt Slowik vom Taco-Dienstag, an dem sein Vater eines Tages betrunken nach Hause kam, seine Mutter beinahe strangulierte und er Schlimmeres mit einer Küchenschere verhinderte, die er seinem Papa in den Oberschenkel rammte. Um den Gästen Denkanstöße zu liefern, wurden in die Tacos praktischerweise bereits mit einem Laser "nette" Erinnerungen eingebrannt: etwa eine Überweisungsvollmacht für die Cayman-Islands im Falle der Geschäftsmänner oder Bilder von Restaurants, die die Kritikerin in den Ruin getrieben hat.

Sorgt dieser Gang lediglich für Verstimmung, haben die Gäste schon bald ganz andere Sorgen. Denn Slowik hat sie für diesen denkwürdigen Abend sorgfältig ausgewählt. Einzig Margot passt ihm nicht ins Konzept, stammt sie doch aus einfachen Verhältnissen. Im Verlauf des Abendessens wird sie noch vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Will sie bei jenen, die nehmen, oder jenen, die geben, sitzen?

The Menu - Die Kritik

Mylods ("Succession", "Game of Thrones") äußerst schwarze Komödie aus der Feder von Seth Reiss und Will Tracy besticht mit einer Fülle an Sprachwitz und Situationskomik. Selbst wenn man denkt, die Sache ist gegessen, sorgt er für einen weiteren überraschenden Gang, der die 106 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen lässt.

Das Menü atmet wie der aktuelle Kinohit "Triangle of Sadness" den Geist des Klassenkampfs und tritt für eine breite Auffassung von Kunst ein. Den Vielen wird dieses Gustostückerl damit wohl gut bekommen - und ordentlich Lust auf einen herzhaften Cheeseburger machen.

(APA/Red)

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