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The Dark - Kritik und Trailer zum Film

Ein Zombiemädchen und ein entführter, geblendeter Bub sind die Helden in Justin P. Langes beeindruckendem Debütfilm "The Dark". Der US-Regisseur, der auch das Drehbuch verfasste, hat mit der österreichischen Produktionen ein Werk abgeliefert, das zwar im Horrorgenre zuhause ist, sich aber mit Missbrauch und Einsamkeit auf höchst eindringliche Weise auseinandersetzt.

Die Wälder um die “Devil’s Den” sind verflucht: Unheilvoll knackende Äste, Rauschen in den Blättern, ein Monster mit Lust nach Menschenfleisch. Interessant ist bei Justin P. Langes Zombieparabel “The Dark”, dass diese Beschreibung just von einer Untoten selbst kommt. Kein Wunder, werden im Debüt des jungen Regisseurs (ab Freitag im Kino) doch Konventionen und Erwartungen lustvoll gebrochen.

The Dark: Kurzinhalt zum Film

Dabei gelingt der Einstieg sogar einigermaßen traditionell: Ein bärtiger und sichtlich nervöser Mann (Karl Markovics) betritt einen Laden am Highway im Nirgendwo, greift sich ein paar Snacks und will beim misstrauischen Besitzer bezahlen. Doch genau zu diesem Zeitpunkt läuft im Hintergrund eine Nachrichtensendung im Fernsehen, ist dieser Josef Hofer doch offenbar bewaffnet und gefährlich. Also wird die Pistole gezückt, ein Schuss knallt durch die Einöde und weiter geht es für Hofer im vollgestopften Wagen, den er alsbald in einen kleinen Waldweg steuert.

Dass diese Entscheidung für ihn kein gutes Ende nehmen wird, macht nicht nur eine Nagelfalle, die seine Reifen zerstört, schnell klar. Schließlich sucht er in einem heruntergekommenen und scheinbar verlassenen Haus Zuflucht – nur, dass sich dort doch etwas rührt. Die junge Mina, als entstellter Zombie ihr Dasein fristend, sieht im unangekündigten Besuch einfach die nächste Mahlzeit. So weit, so klassisch – doch stellt sich einige Slasher-Szenen später heraus, dass Hofer nicht alleine unterwegs war, womit “The Dark” endgültig vom typischen Horrorflick abweicht.

Mina (sehr eindrucksvoll gespielt von Nadia Alexander) trifft so den geblendeten Alex (nicht minder überzeugend Toby Nichols), den Hofer entführt und missbraucht hat. Völlig verängstigt, will der Bursche keinesfalls seinen Unterschlupf im Kofferraum verlassen und fürchtet stets die Rückkehr seines Peinigers, der kurz zuvor verspeist wurde. Doch sukzessive fassen die beiden Teenager Vertrauen zueinander, hat dieses ungleiche Paar doch mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint.

The Dark: Kritik

Mit dem von den Österreichern Danny Krausz und Kurt Stocker produzierten und in Kanada gedrehten Drama hat Lange ein wahres Kleinod geschaffen: Zwar ist hier alles vorhanden, was man sich aus der blutrünstigen Genre-Abteilung wünscht, und doch greift der eigenwillige Coming-of-Age-Streifen bedeutend mehr auf. Die langsamen, in ruhigen Einstellungen festgehaltenen Dialoge zwischen diesen Außenseitern, die mehrmals eingesetzte Opfer-Täter-Umkehr sowie beklemmende Szenen von Missbrauch und Gemetzel erzeugen eine Stimmung, der man sich nur schwer entziehen kann.

Stets hat der Regisseur, der auch das Drehbuch verfasst hat, dabei seine zwei Hauptprotagonisten im Blick. Wie sich Alexander und Nichols durch diese karge Welt hanteln, ist ziemlich beeindruckend – auch weil ihre Ausdrucksweise durch monströse Zombiemaske einerseits sowie Brandwunden über den Augen andererseits stark eingeschränkt ist. Aber wie in der Geschichte selbst scheint hier eine Ergänzung zu fruchten, in der der jeweils andere kompensiert, was seinem Gegenüber zu fehlen scheint. Und nicht zuletzt die behutsame Kameraführung von Klemens Hufnagl bringt in “The Dark” immer neue Blickwinkel, die sich erst nach und nach erschließen.

So stolpert man mit Mina und Alex durch die Wälder, wo vermeintliche Verfolger mit gut meinenden Beschützern verschwimmen und etwa Margarethe Tiesel alsbald ein schmerzhaftes Ende findet, während die beiden nur aufeinander zählen. Wie im schwedischen “So finster die Nacht” ist man fasziniert von dieser Beziehung, aus der zwei geschundene Seelen neue Kraft schöpfen. Denn es sind nicht herausgerissene Augen und aufgeschlitzte Kehlen, die hier den Atem stocken lassen. Der Horror in “The Dark” ist schließlich immer menschlicher Natur, selbst wenn daraus Untote hervorgehen.

>> Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

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