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Testamentsfälschung: Rätsel um Millionenerbe

Feldkirch - Testamentsfälschung: Pensionierter Richter unter Verdacht – Verfahren nun doch in Feldkirch.
Testamentsaffäre: Ex-Richter involviert?
Grafik: Dieses Grundstück ist betroffen

Seit dem Auffliegen der Testamentsaffäre im Herbst des vergangenen Jahres scheint die Vorarlberger Justiz immer tiefer in einem Sumpf aus Korruptions- und Betrugsvorwürfen zu versinken. Neben den laufenden Ermittlungen gegen mehrere Mitarbeiter des Bezirksgerichts Dornbirn sowie gegen die Vizepräsidentin des Landesgerichts Feldkirch, Kornelia Ratz, sorgt nun eine Anzeige gegen einen pensionierten Richter aus Feldkirch für weitere Aufregung (die VN berichteten). Das Ermittlungsverfahren gegen den Juristen wird nun doch in Feldkirch geführt. „Der Anschein der Befangenheit ist nicht gegeben, da die Staatsanwälte den ehemaligen Richter nicht kennen“, sagte Richard Freyschlag von der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck auf Anfrage der VN.

Gutachten: 6 Auffälligkeiten

In dem am Montag bekannt gewordenen Fall geht es um ein millionenschweres Erbe, das auf Basis eines mutmaßlich gefälschten Testaments unrechtmäßig aufgeteilt worden sein soll. Rückblende: Im April 2000 stirbt Paula Schreiber aus Altenstadt und hinterlässt Liegenschaften im Wert von rund 20 Millionen Euro. „Unsere Tante hatte ein Herz für ihre Lieben, ihre große Verwandtschaft“, bedanken sich die Hinterbliebenen in einer Todesanzeige. Doch die vermögende Frau bedachte in ihrem Testament aus dem Jahr 1996 nur vier der dreißig Gesetzeserben – nämlich den damaligen Senatsrichter, dessen zwei Schwestern und ein weiteres Patenkind. Ein Umstand, der die leer ausgegangenen Verwandten offenbar jahrelang nicht ruhen ließ und sie im Mai dieses Jahres zu einer Anzeige gegen den pensionierten Richter veranlasste. Basis der Anzeige ist ein graphologisches Gutachten, in dem davon ausgegangen wird, dass das Testament gefälscht oder verfälscht wurde. Der allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige Dr. Wolfgang Caspart stellte insgesamt sechs Auffälligkeiten fest – unter anderem mit Bleistift vorgezeichnete Textpassagen, unterschiedliche Schriftbilder sowie Überschreibungen und Durchstreichungen. Abgewickelt wurde das Verlassenschaftsverfahren von Notar Dr. Josef Fürhapter, der damals in Feldkirch tätig war.

Datum hinzugefügt

Der Sohn des beschuldigten Richters – Rechtsanwalt in Feldkirch – übermittelte inzwischen eine Stellungnahme an die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck. Demnach sollen noch weitere letztwillige Verfügungen von Paula Schreiber existieren. Nach VN-Recherchen waren diese jedoch nicht Teil des Verlassenschaftsverfahrens. Zudem räumt der Anwalt ein, dass sein Vater in dem fraglichen Testament aus dem Jahr 1996 ein späteres Datum (1999) hinzugefügt hatte. Wie berichtet, ist ein Grundstücksteil aus dem Nachlass bereits veräußert worden. Eine Baufirma, welche die Liegenschaft von den Erben erworben hatte, verkaufte sie um vier Millionen Euro an das Möbelhaus XXXLutz.

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