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Terrorverdacht in Deutschland: Syrer klaut Lkw und fährt in mehrere Autos - 8 Verletzte

Der geklaute Lkw
Der geklaute Lkw ©APA-AFP
Nach dpa-Informationen ist der Verdächtige bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden bislang nichts bekannt.
Terrorverdacht in Limburg
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Mit einem gestohlenen schweren Lastwagen ist ein Mann am Montagabend in der Innenstadt von Limburg im deutschen Bundesland Hessen auf mehrere Autos aufgefahren und hat 8 Menschen verletzt. Der Mann am Steuer des Lkw wurde festgenommen, auch er trug bei der Kollision an einer Ampelkreuzung Verletzungen davon.

Eine Person sei "sehr schwer verletzt und in kritischem Zustand", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). Zur Frage von Medienvertretern, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handeln könnte, sagte der LKA-Sprecher: "Wenn solche Ereignisse passieren, dann ist es Aufgabe der Polizei, natürlich in sämtliche Richtungen alle Möglichkeiten im Blick zu haben. Genau das machen wir. Und wir schließen momentan überhaupt nichts aus." Eventuell könnte es sich bei der Tat auch um eine Amokfahrt gehandelt haben.

Die Polizei ermittelte in alle Richtungen und warnt vor Spekulationen.

Der mutmaßliche Täter

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 32-jährigen Syrer, der sich seit 2015 in Deutschland aufhält und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Nach dpa-Informationen ist er bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden bislang nichts bekannt. In der Nacht wurde laut Polizei im hessischen Langen eine Wohnung durchsucht.

Der Festgenommene hatte nach Erkenntnissen der Behörden keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten. Der 1987 geborene Syrer soll bisher noch keine Aussage gemacht haben.

Motiv unklar

Für ein terroristisches Motiv gebe es bislang noch keine Hinweise, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Das Motiv des Mannes, der am Montag einen Lastwagen gekapert und damit mehrere Fahrzeuge zusammengeschoben hatte, sei noch unklar.

Offenbar war die Attacke auf einen Lasterfahrer vor einer Ampel nicht sein erster Angriff am Tattag: Nach "BILD"-Informationen hatte er am Montag mehrfach versucht, einen LKW zu kapern.

Spur der Verwüstung

Am Tatort gegenüber dem Landgericht der hessischen Kreisstadt stehen am Abend mehrere Autos quer. Trümmerteile liegen auf der Straße. Mittendrin steht ein weißer Sattelzug mit zerbeulter Front. Ermittler in Schutzanzügen untersuchen das Führerhaus.

Der Lastwagen krachte demnach gegen 17.20 Uhr in acht Fahrzeuge und schob diese zusammen. Mehrere Menschen seien in Autos eingeklemmt, so die Polizei. Wenige Meter entfernt ist eine Ampelkreuzung, an der sich häufig die Autos stauen. Von hier ist es nicht weit zu den Auffahrten der Autobahn 3 oder auf die Bundesstraße 49 nach Gießen.

Die Ermittler gehen nach ihren bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens diesen gestohlen hat - in unmittelbarer Nähe des Unfallortes auf der Hauptverkehrsstraße.

Mit Absicht?

Ob er die Autos vor ihm mit Absicht gerammt hat, auch dazu machte die Polizei zunächst keine Angaben. "Die Hintergründe, die Veranlassung, das ist alles Gegenstand der Ermittlungen", sagte LKA-Sprecher Sabais. Mit Details zu dem Fahrer hielt sich die Polizei ebenfalls aus "ermittlungstaktischen Gründen" zurück.

Die Bundesanwaltschaft sieht den Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig.

Nach dem Zwischenfall mit einem Lastwagen in Limburg ist in der Nacht zum Dienstag eine Wohnung im südhessischen Langen durchsucht worden. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Limburg, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Offenbach. Weitere Details nannte sie nicht.

Das sagt der rechtmäßige Lasterfahrer

Die "Frankfurter Neue Presse" ("FNP") zitierte den rechtmäßigen Fahrer des Lasters: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt." Der "FNP" zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von mehreren Passanten erstversorgt worden sein. "Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals "Allah" gesagt haben", wie ein "FNP"-Reporter berichtete. Dazu machte die Polizei ebenfalls keine Angaben und verwies darauf, dass alle Hinweise und Zeugenaussagen geprüft würden.

Polizei: Keine Nachrichtensperre

Der Sprecher widersprach Spekulationen, es herrsche eine "Nachrichtensperre" der Behörden. "Gesicherte Erkenntnisse geben wir heraus." Dass der Fahrer festgenommen worden sei, bezeichnete er als normal. "Bei jedem Unfall mit so vielen Verletzten fährt ein Fahrer danach nicht einfach davon."

Mehrere Medien hatten zuvor unter Verweis auf Sicherheitsbehörden gemeldet, dass die Tat als Terrorakt eingestuft worden sei.

Weitere Informationen würden voraussichtlich im Verlauf des Tages bekanntgegeben.

dpa-Video zum Terrorverdacht in Deutschland

(APA) (dpa)

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