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„Take away“ für Tigray

Tesfay bei der Spendenübergabe mit Gertrud Sucher, Christine Oss und Pfarrer Josef Drexel
Tesfay bei der Spendenübergabe mit Gertrud Sucher, Christine Oss und Pfarrer Josef Drexel ©emu
Vorletztes Wochenende konnten im Theresienheim äthiopische Speisen abgeholt werden. Im Rahmen der von der Pfarre St. Peter und Paul mitiniziierten Aktion „Take away für Tigray“ konnten somit Spendengelder lukriert werden, die der kriegsgebeutelten Region Tigray in Äthiopien zugutekommen.
„Take away“ für Tigray

Am vorletzten Wochenende ging es im Lustenauer Theresienheim rund. Unter dem Titel „Take away für Tigray“ kochten freiwillige Helferinnen und Helfer insgesamt rund 400 äthiopische Gerichte und backten mehr als 650 Injeras (äthiopische Fladenbrote). Die Pfarre St. Peter und Paul, die diese Aktion mitiniziiert hat, konnte dem gebürtigen Äthiopier Mag. Weldeyohannes Tesfay nun knapp 4.000 € aus dem Verkauf der Speisen sowie aus freiwilligen Spenden übergeben. Der Dank des seit 17 Jahren in Österreich lebenden und vor 40 Jahren in der Region Tigray in Äthiopien geborenen AHS-Religionslehrers fiel überschwänglich aus. „Es ist eine große Freude zu sehen, dass mich so viele bei meinem Versuch, den Menschen in meiner Heimat zu helfen, unterstützen.“ Der Wahl-Lustenauer hält Kontakt zu seinen Verwandten in der Konfliktregion und zeichnet ein düsteres Bild von der Situation im Norden des armen Landes.

Humanitäre Katastrophe in Tigray

In der Region Tigray, an der Grenze zu Eritrea, eskalierte im November 2020 ein Konflikt zwischen der Zentralregierung Äthiopiens unter Ministerpräsident Abiy Ahmed und der Regierung des Bundeslandes Tigray. Innert Tagen mischten auch Milizsoldaten aus der benachbarten äthiopischen Region Amhara und Streitkräfte aus dem Nachbarland Eritrea mit. Laut UN-Angaben mangelt es in Tigray an Lebensmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung. Die Menschen leiden an Unterernährung und Krankheiten. Die UN schätzt, dass mehr als 4,5 Millionen Menschen, das sind zwei Drittel der Bevölkerung Tigrays, dringend Nahrungsmittelhilfe brauchen.

Covid19 als zusätzliches Problem

„Ärzte ohne Grenzen“ melden außerdem, dass in Tigray 70 % der Gesundheitseinrichtungen geplündert und 30 % zerstört worden sind. Der Gesundheitszustand der vielen Vertriebenen ist alarmierend. „Infektionen der Atemwege“ sind die Hauptkrankheit. Ist es Covid-19? Niemand weiß es genau. Tests und Masken sind nicht verfügbar und in den überfüllten Flüchtlingsquartieren ist „Abstand halten“ oder sich häufig die Hände zu waschen, unmöglich.

„Spottet jeder Menschlichkeit“

„Die Zentralregierung blockiert systematisch die gesamte Region und verhindert somit Hilfe von außen“, beklagt Tesfay. „Die Zivilbevölkerung wird verschleppt, vergewaltigt und umgebracht. Es gibt Hunger, zerrissene Familien, Kinder ohne Eltern, Kranke und Alte ohne jegliche Betreuung, eine zerstörte Infrastruktur.“ Auch seine Familie sei betroffen. „Was in Tigray derzeit passiert, spottet jeder Menschlichkeit“, so der Lustenauer Religionslehrer.

Spenden möglich

Das Spendenkonto der Pfarre St. Peter und Paul ist nach wie vor offen:
Pfarre zu den Hl. Peter und Paul, Spende für Tigray in Äthiopien,
Iban: AT96 3742 0002 0621 7020, Raiffeisenbank im Rheintal

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