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Szene Openair: „Jetzt ist Feierabend“

Special Guest Otto hat auch mit 71 Jahren seinen Humor und seine Stimme nicht verloren.
Special Guest Otto hat auch mit 71 Jahren seinen Humor und seine Stimme nicht verloren. ©Beate Rhomberg
… sangen Großstadtgeflüster am späten Nachmittag – aber Feierabend war noch lange nicht.
Samstag beim Szene Openair

Lustenau. Am Campingplatz waren noch nicht alle wach, als am Samstg, dem dritten Tag des Festivals, diesmal bei perfekten Wetter, die Tore geöffnet wurden. Der Linie, auch lokalen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne zu bieten, blieben die Organisatoren auch bei der 30. Auflage treu. Zuerst konnte der Nachwuchs des Jazzseminars Bühnenerfahrung sammeln, etwas später überzeugten DUOLIA, die beiden Freundinnen aus dem Bregenzerwald, mit ihrer Musik.

Richtig ab ging es dann bereits früh am Nachmittag bei Querbeat. Die vom Vortag müden Knochen wurden geschüttelt und gerührt, denn ihre Musik ließ niemanden kalt. Ebenso bei Großstadtgeflüster, die mit ihren originellen Texten und den treibenden Beats irgendwo zwischen Rock, Pop, Elektro und einer ordentlichen Prise „Scheiß drauf“ als Lebensgrundeinstellung ihre Fans antrieben.

BRKN - musikalisch hochwertiger Rap

Die Überraschung des Nachmittags war dann BRKN. Dem musikalisch Top ausgebildeten Multiinstrumentalisten würde man düsteren Straßenrap über Drogen und Gewalt ohnehin nicht abnehmen. In seiner mitreißenden Show ließ er zwischen den Rapzeilen auch sein gesangliches Talent aufblitzen und bewies einmal mehr, dass Rap auch positive Messages verbreiten kann. „Seid alle lieb zueinander“ war jedenfalls das Credo seines Auftrittes, der gerne noch länger hätte dauern können.

Die Donots lieferten eine großartige Punk-Show. ©Beate Rhomberg

Donots - mehr als ein würdiger Ersatz

Aufgrund einer Verletzung musste Feine Sahne Fischfilet im Vorfeld ihren Auftritt absagen. Dafür sprangen die Donots ein und bekamen so die Möglichkeit, ihr 25jähriges Jubiliäum mit einem begeisterten Publikum zu feiern. Vor 17 Jahren standen sie zum letzten Mal beim Szene Openair auf der Bühne. Der ein oder andere Zuhörer im Publikum dürfte damals schon dabei gewesen sein. Die energiegeladenen Punkrocker gaben alles und ihre Zuhörer dankten es ihnen, in dem sie ausgelassen mitfeierten.

Kurz nach 21 Uhr hatte das Warten schließlich ein Ende. Nach drei erfolgreichen Festivaltagen mit knapp 25.000 Musikbegeisterten allen Alters, die aus ganz Österreich, der Schweiz und Deutschland an den Alten Rhein pilgerten, betraten die sympathischen Headliner AnnenMayKantereit die Bühne. Das Gelände war bis auf den letzten Platz gefüllt und auch in den letzten Reihen wurden die eingängigen Texte, die auf dem Weg zur Banalität dann doch noch die Kurve in Richtung Tiefgang kriegen, mitgesungen. Die Songs über Dinge, die man so oder ähnlich selbst erlebt haben könnte, verpackt in Worte, die man selbst so nicht finden würde, kommen bei den Fans gut an. Nicht zuletzt waren es aber wohl auch die markante, rauhe Stimme, die so gar nicht zum jungen Aussehen des Leadsängers Henning May passt, sein schelmisches Lächeln, das er den Damen im Publikum immer wieder zuwarf und die offensichtliche Freude der Band an Livekonzerten, die für einen Abend sorgten, an den man sich noch lange erinnern wird.

Conchita WURST beim 31. Szene Openair

Bevor Otto mit seinen Friesenjungs das Festival abschloss, betrat Veranstalter Hannes Hagen noch kurz die Bühne, um sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die das Festival nicht möglich gewesen wäre, zu bedanken. Wie schon letztes Jahr wurde auch diesmal anhand eines Videos der Special Guest für nächstes Jahr präsentiert. Mit Conchita WURST, die ihren Auftritt in einem kurzen Video in verblüffend echtem vorarlberger Dialekt ankündigte, wurde ein Act der besonderen Art für nächstes Jahr gefunden. „Nach dem Songcontest-Sieg 2014 war es Zeit, sie für den ersten Auftritt nach Vorarlberg zu holen“ zeigte sich Hannes Hagen über den Coup begeistert.

Dann war es endlich so weit. Das Phänomen Otto Waalkes erschien auf der Bühne und hatte das Publikum ab dem ersten Ton auf seiner Seite. Mit 71 Jahren rennt er immer noch auf der Bühne auf und ab, und weiß mit beeindruckenden Coverversionen wie zum Beispiel Satisfaction die Zuhörer mitzureißen. Mit im Gepäck waren natürlich auch seine Ottifanten, die er großzügig im Publikum verteilte. Geographisch versierter als Capital Bra kamen auch Hohenems, Bregenz und Alberschwende in seinen Songs zu ihren Ehren. Ein würdiger Abschluss für ein tolles Jubiläum!

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