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ÖSV-Quartett geht zuversichtlich in die French Open

Nur mit vier Spielern ist Österreichs Tennis bei den am Sonntag beginnenden French Open 2008 in Paris vertreten.

Nach der Verletzung von Stefan Koubek und dem Rückfall von Werner Eschauer, der wie sechs weitere Landsleute in der Paris-Qualifikation scheiterte, steht bei den Herren nur Jürgen Melzer im Hauptbewerb. Bei den Damen ist wieder das Trio Sybille Bammer, Tamira Paszek und Yvonne Meusburger im Einsatz. Die Auslosung meinte es mit dem ÖTV-Quartett gut.

Der Australier Peter Luczak sollte für den wiedererstarkten Jürgen Melzer eine überwindbare Hürde sein. Luczak rangiert in der Weltrangliste als Nummer 113 zehn Plätze hinter Melzer und war zuletzt nur auf Challenger-Ebene unterwegs, wo er ein Halbfinale als bestes Saisonergebnis zu Buche stehen hat. Die beiden stehen sich zum ersten Mal gegenüber.

Laut Papierform noch leichter dürfte es Österreichs Damen-Nummer-1 Sybille Bammer haben, die als Nummer 20 des Turniers gegen die aus Polen stammende Kanadierin Aleksandra Wozniak und damit gegen die Nummer 140 der Welt antritt. Das bisher einzige Duell entschied Bammer in Toronto 2007 klar für sich. “Wozniak spielt auf Sand gut, es gibt bessere und schlechtere Lose”, meinte Bammer-Coach Jürgen Waber.

Paszek trifft auf die 19-jährige Schweizerin Timea Bacsinszky, die als Weltranglisten-71. zwar 23 Ränge hinter Paszek liegt, mit ihrem Halbfinaleinzug im Februar in Antwerpen aber bereits ihr Talent unter Beweis gestellt hat. Ein Aufeinandertreffen der beiden datiert aus 2005, als Paszek ein Fed-Cup-Match in zwei Sätzen für sich entschied. Ihrer Vorarlberger Landsfrau Yvonne Meusburger wurde mit der 17-jährigen Caroline Wozniacki die schwierigste Aufgabe zugelost. Die Dänin stieß seit Anfang 2007 um über 200 Plätze bis auf Rang 34 in der Weltrangliste vor und stand u.a. bei den Australian Open im Achtelfinale. Im Head-to-Head steht es 1:1.

Bammer trägt vom ÖTV-Quartett derzeit die größten Hoffnungen, immerhin hat sie an der Seine vor Jahresfrist erstmals ein Achtelfinale bei einem Major erreicht. “Die Vorbereitung auf Paris war eher auf Regeneration ausgerichtet. Es ist ja das letzte Turnier auf Sand heuer”, betonte Waber, der die Erwartungen wie immer niedrig schraubt. “Wir haben eigentlich keine Erwartungen. Wir freuen uns auf das Turnier. Mal schauen, was Sybille schaffen kann.” Die Weltranglisten-22. hat freilich als Gesetzte eine besser Ausgangslage als Jungstar Tamira Paszek.

Die 17-jährige Vorarlbergerin, im Vorjahr in Roland Garros in Runde zwei ausgeschieden, ist als derzeit 48. nicht gesetzt. Paszek hat sich nach einer bisher vorwiegend enttäuschenden Saison, – Höhepunkt war ein Halbfinale zu Jahresbeginn in Auckland -, zuletzt zehn Tage in Deutschland auf das zweite Grand-Slam-Turnier in Paris vorbereitet. Paszek, die Mittwochabend nach Paris geflogen ist, berichtete von einem intensiven Programm, das sich in erster Linie auf Fitness und Aufschlag konzentrierte. “Ich blicke dem Turnier in Paris zuversichtlich entgegen. Die Motivation ist da. Ich freue mich schon und habe mich dort immer sehr wohl gefühlt”, meinte die Dornbirnerin.

Eine kann ihr zumindest heuer nicht mehr zum Stolperstein werden: Justine Henin, die vor kurzem überraschend ihren Rücktritt vom aktiven Sport erklärt hat, hatte Paszek 2007 in der zweiten Runde mit 7:5,6:1 eliminiert. Eliminiert von ihren Gegnerinnen wurde in den vergangenen Turnieren auch Yvonne Meusburger. Die 24-Jährige aus Vorarlberg will zwei Serien mit einem Sieg beenden: Meusburger wartet seit Anfang März auf der WTA-Tour sowie bei ihrem vierten Paris-Antreten auf ihren ersten Erfolg.

Zumindest mit einer frischen Portion Selbstvertrauen und wohl wieder als Top-100-Mann kehrt Jürgen Melzer nach Paris zurück. Der 27-jährige Niederösterreicher zog sich in Pörtschach aus einem körperlichen wie mentalen Tief und zeigte eine eindeutige Aufwärtskurve mit seinem ersten Viertelfinale auf der ATP-Tour (ohne Challenger) in diesem Jahr. Melzer ist heuer Österreichs einziger Kämpfer auf der roten Asche von Paris, nachdem im Vorjahr neben ihm mit Koubek, Eschauer und Alexander Peya noch ein heimisches Quartett am Start war.

“Natürlich fahre ich jetzt mit einem besseren Gefühl nach Paris als es noch vor einer Woche gewesen wäre. Aber man muss am Boden bleiben, weil ich in den vergangenen Monaten sehr wenig trainieren konnte”, erklärte Melzer, der am Donnerstag in seinem zweiten Einzel im insgesamt sechsten Satz Fitnessprobleme bekam. “Normalerweise ist das kein Problem, dass ich zwei Einzel an einem Tag bestreite.” In Paris geht es zwar “best of five”, aber zumindest hat man da normalerweise nur jeden zweiten Tag ein Single auf dem Plan.

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