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Susanne und Bernhard diskutieren gern im Stall

Fleisch, Fertiggerichte und mehr gibt es am Stand bei Susanne und Bernhard Maaß
Fleisch, Fertiggerichte und mehr gibt es am Stand bei Susanne und Bernhard Maaß ©Edith Rhomberg
 Auf dem Markt sind ihre heiße Theke und das Gulasch sehr gefragt.
Bluamahof Dornbirn

 

Dornbirn. Wenn die Bäuerin Susanne Maaß (37) auf dem Bluamahof Gulasch kocht, macht sie das im 90-Liter-Topf. 40 Kilogramm Rindfleisch, viel Zwiebel, Paprika und Salz sind die Hauptzutaten. Dann wird erst mal kräftig umgerührt mit dem riesigen Kochlöffel, der einem Paddel gleicht. Ihre Familie ist tatsächlich sehr groß, wenn die vielen Kunden, die das Gulasch im Glas zu Hause auf ihren eigenen Tisch bringen, mitgezählt werden. „126 Chargen habe ich bisher gemacht“, sagt Susanne über den Renner aus ihrer Großküche. Das weiß sie genau, denn auf dem Dornbirner Hof wird alles dokumentiert. Die Bäuerin ist nicht nur Köchin, sondern Mutter von drei Kindern, Marktfahrerin und Managerin. Sie und ihr Mann Bernhard Maaß (36) kommen als gelernte Landwirte mit Matura auf eine ganze Liste von Berufen, die sie täglich ausüben. Vom Tierbetreuer zum Ackerbauer, vom Qualitätsmanager bis zum Handwerker ist viel Abwechslung dabei. Strom produzieren sie in der Biogasanlage und über Photovoltaik. „Was geht, wird selbst gemacht und repariert, das spart Kosten“, sagt Bernhard, der über die Technik auf dem Hof genau Buch führt. Da steht die ungefähre Lebensdauer der 26 Maschinen und Geräte, und der Bauer hat im Blick, wann in etwa eine Anschaffung einzuplanen ist. „Ich muss lange arbeiten, bis die Finanzchefin eine neue Maschine genehmigt“, sagt Bernhard schmunzelnd über seine Frau.

(K)Ein Hauch von Idylle

Seit der Umstellung des Bluamahofs auf die Produktion von Rindfleisch ist es im Stall durch den Wegfall der Melkmaschine fast still geworden. „Es ist ein Ruhepol“, sagt Susanne Maaß über den Ort mit rund hundert Stück Vieh. „Das sind die schönen Seiten des Berufs wenn du siehst, dass es den Tieren gut geht, auch wenn deren Leben endlich ist.“ Über das, was auf dem Hof gut läuft und was geändert und verbessert werden soll, wird im Hause Maaß viel geredet. Das Diskutieren ist eine von Susannes Stärken. Auf die Frage, wo und wann Zeit dafür ist sagt sie lachend, „im Stall“. Zweimal täglich schauen sie da nach dem Rechten und neben der Arbeit wird auch besprochen, wohin der Weg der jungen Familie in der Landwirtschaft gehen kann. „Wir haben den Hof, den meine Eltern (Monika und Hermann Wohlgenannt) aufgebaut haben, übernommen und möchten ihn irgendwann an die nächste Generation weitergeben“, sagt Susanne, die 2012 unter den 40 Köpfen der VN war. Tochter Katharina, 12, ist Vegetarierin und Klimaschützerin. „Derzeit würde sie einen Streichelzoo und Gnadenhof bevorzugen“, sagen die aufgeschlossenen Eltern. Derweil fahren sie und die zwei tüchtigen Mitarbeiterinnen jeden Mittwoch und Samstag mit dem neun Meter langen Anhänger auf den Markt. Gemeinsam wird der Stand mit Fleisch und hofeigenen Erzeugnissen aufgebaut. Nicht fehlen darf die beliebte „Heiße Theke“ mit Leberkäs und Braten.

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