Sulz lässt es summen

Bürgermeister Karl Wutschitz, Ökologin Katrin Löning, E5 Chef Hans Jörg Mathis
Bürgermeister Karl Wutschitz, Ökologin Katrin Löning, E5 Chef Hans Jörg Mathis ©Christof Egle
E5 Team intensiviert Bemühungen für Insektenvielfalt
E5 Sitzung Sulz inklusive Spaziergang durch die Gemeinde

Sulz. Eine große Anzahl von Insektenarten sind vom Aussterben bedroht, befinden sich bereits auf der roten Liste der gefährdeten Tiere, oder zumindest auf einer Vorwarnstufe. Davon berichtete Katrin Löning, Leiterin des Vorarlberger Ökologie Instituts, bei der öffentlichen Sitzung des Sulner E5 Teams. So nehme laut Löning gemäß aktueller Studien sowohl die gesamte Biomasse an Insekten deutlich ab als auch seien rund 40 Prozent der Arten betroffen. Am besten könne dies jeder an seiner Autoscheibe sehen. War die früher nach einer Fahrt oft übersät von Insekten, ist dies heutzutage kaum mehr der Fall. Zum Problem wird dieser Umstand vor allem für den Anbau von Obst, in anderen Teilen der Welt sind Bauern schon zur manuellen Bestäubung der Blüten übergegangen. Als weitere Folge, wie Löning beleuchtete, geraten auch verschiedene Vogelarten in Gefahr, für die Insekten die Hauptnahrungsquelle darstellen. Hauptverursacher dieser Umstände sind zum einen die intensive monokulturelle Landwirtschaft, aber auch die zunehmende verdichtete Bauweise.

Was kann man nun im regionalen Umfeld, im öffentlichen, aber auch im privaten Bereich gegen diese Entwicklung machen. Insektenspezialistin Löning hatte da mehrere Ansätze und Vorschläge auf Lager. Als Vorbild in Vorarlberg nannte sie dabei die Marktgemeinde Rankweil, wo man es binnen kürzester Zeit geschafft hat zahlreiche Arten an Wildbienen anzusiedeln. Im Privatbereich riet sie dazu im eigenen Garten den Rasen wachsen zu lassen und nur einmal im Jahr zu mähen. Mit Samenschätzen im Boden und etwas Nachhilfe würden dann prächtige Blumenwiesen entstehen. Vorsicht sei aber bei der Wahl des richtigen Saatguts geboten, gute Tipps dazu gibt es auf der Seite www.buntundartenreich.at. Wiesen auf Flachdächern, wären ebenfalls eine gute Möglichkeit. Statt Steingärten könne jeder Sträucher und Hecken pflanzen und so für Insekten und Vögel neue Nahrungsquellen schaffen. Als Grundsätze gelten: Alte Pflanzen haben Vorrang, zu achten sei auf heimische Wildpflanzen, auf eine Vielfalt von Arten und Strukturen und möglichst eine ganzjährige Blühkontinuität zu erlangen.

In Sulz selbst wurden auf verschiedenen Flächen bereits Maßnahmen getroffen, oder sind in Vorbereitung wie E5 Team Chef Hans Jörg Mathis zusammen mit Bürgermeister Karl Wutschitz beim auf den Vortrag folgenden Spaziergang durch die Gemeinde ausführte. Da die Bauhöfe der Gemeinden oft weder eingerichtet noch ausgebildet sind fasst Wutschitz auch noch einen wichtigen Aspekt zusammen: „Eine nachhaltige Gestaltung, muss auch mit möglichst wenig Betreuung und Pflege machbar sein.“ In diesem Punkt konnte Ökologin Löning den Bürgermeister beruhigen. Nachhaltig bepflanzte Flächen bedeuten gleichzeitig auch weniger Arbeitsaufwand. CEG

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