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Streiter wird für Leo geopfert

Krise beim SCR Altach: Der Streit mit Leonardo wird für Michael Streiter zum Stolperstein, denn der Trainer wurde beurlaubt, weil der SCRA-Erfolgscoach seinen Starstürmer nicht spielen lassen will.  |

Um 18 Uhr endete am Donnerstag die – vorerst – letzte Trainingseinheit von SCRA-Übungsleiter Michael Streiter. Dass es sich dabei um ein Showtraining für die Lehrlinge von Spielsponsor VKW handelte, machte die Szenerie noch grotesker. Denn auf dem Weg zum Auto erreichte den Tiroler dann der Anruf von Sportchef Christoph Längle mit einer klaren Androhung am Samstag Leonardo spielen zu lassen, ansonsten würde es eine Beurlaubung nach sich ziehen. “Ich bin beurlaubt”, bestätigte Streiter danach gegenüber den “VN”.

Den Stein ins Rollen gebracht hat die verbale Auseinandersetzung des Trainers mit seinem Starstürmer Leonardo Ferreira Da Silva vor einer Woche. Streiter wartet nach wie vor auf eine Entschuldigung des Spielers. Dagegen steht Leos Aussage, wonach es nichts zu entschuldigen gebe. Die Konsequenz bekam der Spieler insofern zu spüren, indem er vom Trainer bei den letzten beiden Spielen auf die Ersatzbank strafversetzt wurde. Und Altachs Chefcoach sieht sieht sich durch seine Maßnahme bestätigt. “Mit Leonardo haben wir sechs Spiele verloren, zuletzt haben wir vier Punkte gemacht.” Für Streiter deshalb klar, dass der Brasilianer auch am Samstag gegen Fastmeister Salzburg nicht erste Wahl ist.

“Das ist sehr bedauerlich, wenn er seinen Standpunkt nicht ändert”, wollte sich Längle in den späten Abendstunden nicht auf mögliche Konsequenzen festlegen. Fakt ist nur, dass “die Situation sehr verfahren ist”. Der Verein begründet seine Bestrebungen, Leonardo spielen zu lassen, mit wirtschaftlichen Argumenten. “Leo ist jetzt zweimal auf der Bank gesessen, das ist genug. Für Samstag haben sich erneut Beobachter aus Holland, die ehrliches Kaufinteresse haben, angesagt”, so Längle. Deshalb, so Altachs Sportchef gegenüber den “VN”, habe sich die Geschäftsführung als oberste Instanz so entschieden. “Wir sind ein Unternehmen und das hat auch ein Angestellter zu akzeptieren”, stellt Längle klar.

Rückendeckung fehlt
Streiter selbst will sich am Freitag von der Mannschaft verabschieden und ihr alles Gute für Samstag wünschen. Wie es dann nächste Woche weitergehen soll, darauf hatte der Trainer keine Antwort. “Was denken denn die Spieler, wenn der Verein nicht mehr zu mir steht”, ist nur eine seiner derzeit vielen Überlegungen. Wirklich überzeugt klingt er aber nur, wenn er meint: “Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass Leonardo sich danebenbenommen hat.” Damit wird wohl Rade Plakalovic das Abschlusstraining leiten und dann am Samstag als hauptverantwortlicher Coach auf der Bank Platz nehmen.


Gegen Salzburg “definitiv” nicht Coach

Michael Streiter wird am Samstag im Heimspiel gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg “definitiv” nicht als Altach-Trainer auf der Betreuerbank sitzen. Das bestätigte Altachs sportlicher Leiter Christoph Längle am Freitag gegenüber der APA – Austria Presse Agentur. Klarheit über die Zukunft Streiters bei den Vorarlbergern sollte eine Vorstandssitzung bringen, die für Freitagnachmittag (15:00 Uhr) angesetzt war. “Wir haben offiziell keine Beurlaubung ausgesprochen, sondern lediglich eine über das Wochenende angedroht”, betonte Längle. Der Verein beharre jedenfalls darauf, dass Leonardo gegen Salzburg spielt, was Streiter bereits mehrfach kategorisch ausgeschlossen hat. Daher wird zumindest am Samstag Co-Trainer Rade Plakalovic das Zepter schwingen.

Streiter hat sich bereits am Freitagvormittag von der Mannschaft verabschiedet und war daraufhin in seine Heimat nach Tirol gefahren.

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