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Straßenslalom in Monaco

Der Formel 1-Zirkus ist wieder da, wo er eigentlich gar nicht hingehört. Keine andere Strecke ist wie die im Nobelort Monte Carlo: Eng, gefährlich, Überholen fast unmöglich.

Nirgendwo sonst schrammen die Autos so knapp an den Leitschienen entlang, wie auf diesem Stadtkurs. Die Boxenanlagen verdienen ihren Namen nicht, das Fahrerlager liegt mangels Platz abseits. Trainiert wird traditionell schon Donnerstag. Und doch fahren die Fahrer nirgendwo lieber als in Monaco.

Gründe dafür gibt es viele: Viele Piloten, wie auch Alexander Wurz, wohnen in dem Fürstentum und freuen sich, einmal bei einem Rennen im eigenen Bett schlafen zu können. Und der Österreicher bringt die Faszination Monte Carlo auf den Punkt: “Obwohl die Strecke recht gefährlich ist, finde ich sie total lässig. Sie ist etwas verrückt, aber wie so oft im Leben: Je verrückter, desto besser!” Und auch Ralf Schumacher freut sich, “mit dem eigenen Scooter zum Rennen fahren zu können, zur größten Herausforderung, die es im Zirkus gibt”.

Monaco ist das “Juwel in der Krone” der Formel 1. Denn nur der WM-Titel bedeutet jedem Fahrer und jedem Team mehr als der Sieg in Monaco mit St. Devote, Rascasse, der Tunneldurchfahrt oder der Hafenschikane. Aber es gibt Veränderungen. Das Hotel Loews, nach dem die berühmte Linkskurve benannt ist, wird verkauft. Gut möglich, daß damit der Name verschwindet.

Vielleicht stehen die Piloten aber auch nur drauf, weil man hier nach dem Sieg von der Fürstenfamilie empfangen wird, wo Fürst Rainer immer die berühmten Worte: “Es freut mich, daß Sie es sind”, spricht. Auch hier bewegt sich etwas. Wurde das Rennen wegen des Fürsten bisher stets erst um 15.30 Uhr gestartet, geht es heuer beim 57. Monaco-GP auf Befehl von Bernie Ecclestone wie überall sonst bereits um 14:00 Uhr los.

(Bild: EPA)

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