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Österreichs Flüsse trocknen aus

Die Trockenheit wirkt sich in einigen Bundesländern bereits deutlich auf die Wasserstände der Fließgewässer aus. Viele Flüsse führen bereits Niedrigwasser.

In Kärnten und Oberösterreich führten am Freitag einige Flüsse Niedrigwasser. In Österreichs südlichstem Bundesland sinken in manchen Gegenden auch schon die Wasserspiegel auf ein bedenklich niedriges Niveau. In Tirol sind die Flüsse durch verstärktes Abrinnen von Schmelzwasser teilweise über den Normalpegelständen.

In Oberösterreich herrscht sowohl an den großen Flüssen als auch an den kleineren Bächen Niedrigwasser. Für die Schifffahrt seien im Bundesland keine Probleme zu erwarten, weil es eine geschlossene Kraftwerkskette gebe, erklärte der Leiter des Hydrographischen Dienstes, Gerald Lindner, im APA-Gespräch. Die Energiegewinnung könne bei geringeren Wassermengen jedoch etwas niedriger ausfallen.

Da die Wasserversorgung großteils zentral erfolge – etwa aus dem Grundwasser-Begleitstrom der Donau – gebe es lediglich in manchen Landesteilen, beispielsweise im Mühlviertel, Engpässe, so Lindner. Das Grundwasser sei träge und reagiere nur langsam auf Veränderungen. Laut Feuerwehr sind vor allem Hausbrunnen und landwirtschaftliche Betriebe von Wasserknappheit betroffen. Mittlerweile rücke man beinahe täglich aus, um Brauchwasser nachzufüllen – eine Tätigkeit, die im April bisher noch kaum jemals auf dem Terminplan der Einsatzkräfte gestanden ist.

In Kärnten ist die Lage noch nicht kritisch, allerdings beginnen in manchen Gebieten schon die Probleme. Laut hydrographischem Dienst führen die Gurk und die Lavant bereits Niedrigwasser. Bei den anderen Kärntner Flüssen sei der Pegel noch normal, teilweise aber schon an der unteren Grenze der Bandbreite. Schlechter sieht es beim Grundwasser aus: Im Krappfeld in Mittelkärnten sei der Stand bereits „sehr niedrig“, im Jauntal, Lavanttal und im Metnitztal „niedrig“. Der Rest Kärntens liege „im Mittel“, mit Ausnahme des Oberen Drautals, wo der Grundwasserspiegel „sehr hoch“ sei.

Trotz des anhaltend schönen Wetters in Tirol führte vorerst noch kein Fluss Niedrigwasser, berichtete der hydrographische Landesdienst. Zum Teil lag der Wasserstand sogar über dem April-Mittelwert. Fünf bis zehn Millimeter habe es bisher im April in Tirol geregnet. Sonst wären es durchschnittlich 50 bis 100 Millimeter.

Inn, Isar und Lech führen mehr Wasser als sonst im April, schilderte ein Sprecher des Dienstes. Durch das warme Wetter würde mehr Schnee auf den Bergen schmelzen und dieses Tauwasser hebe den Wasserstand der Flüsse. Minimal unter dem Mittelwert lägen nur ein paar Gewässer im Raum Kitzbühel. Durch die erhöhten Temperaturen käme es aber auch zu mehr Verdunstung und das fördere die Austrocknung der Böden.

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