Österreich bestellt Schweinegrippe-Impfstoff

Der Baxter-Impfstoff "Celvapan" gegen die Schweinegrippe ist von der EU-Kommission für den Markt zugelassen worden.
Erste Schweinegrippe-Impfstoffe genehmigt
Schweinegrippe: EMEA empfiehlt Zulassung von zwei Impfstoffen

Die Entscheidung nach der Empfehlung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) fiel bereits am Dienstag und wurde von Baxter am Mittwoch auf der Homepage bekanntgegeben. Das Gesundheitsministerium will nun anhand des bestehenden Pandemie-Vorvertrages in den nächsten Tagen eine flexible Liefervereinbarung unterzeichnen.

“Es wird eine Initiallieferung geben, das sollen mehr als 500.000 Dosen sein”, erklärte Thomas Geiblinger, Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (S) gegenüber der APA. Ab 27. Oktober werde mit der Impfung des Gesundheitspersonals vom niedergelassenen Arzt bis zu Spitals-Mitarbeitern begonnen. Ab 9. November folgt die Immunisierung der restlichen Bevölkerung, mit einem Fokus auf chronisch Kranke und Schwangere. Die “Celvapan”-Verabreichung erfolgt freiwillig. Die Kosten für die Impfung übernehmen die Krankenversicherungen, bezahlt werden muss nur die Rezeptgebühr.

Nach der Erstlieferung ist eine wöchentliche Zustellung von rund 200.000 “Celvapan”-Einheiten vorgesehen, das sind rund 30 Prozent der geschätzten Wochenproduktion. Diese Vereinbarung gilt vorerst bis Mitte November und wird je nach Bedarf in Anspruch genommen. Der Vertrag läuft theoretisch für bis zu 16 Millionen Impfstoffdosen. Auf diese Maximalmenge hat Österreich laut eines 2006 mit Baxter für den Pandemiefall abgeschlossenen Vorvertrages Anspruch.

Der Bund ist für die Vakzine-Lieferung sowie die zur Verfügungsstellung von Einwegspritzen zuständig und koordiniert mit den Bundesländern sowie den Krankenversicherungs-Trägern die Impfaktion. Die Verabreichung soll in Bezirkshauptmannschaften, Gesundheitsämtern und Krankenkassen-Außenstellen erfolgen, so das Ministerium. Die Bundesländer wollen dabei in unterschiedlicher Form Impfzentren einrichten. Sie haben mittlerweile auch die vom Bund 2006 gekauften Pandemie-Schutzmasken erhalten, damit diese im Bedarfsfall rasch verteilt werden können.

“Celvapan” ist laut Baxter der erste durch Zellkultur und ohne Adjuvans (Verstärkersubstanz, Anm.) hergestellte Pandemie-Impfstoff, der in der EU zugelassen ist. Die EMEA empfiehlt zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen für Erwachsene, inklusive Schwangere, und Kinder ab einem Alter von sechs Monaten. Laut “Baxter” wird derzeit auch die Wirkung einer niedrigeren Einmal-Dosierung getestet. Die klinischen Studien an Erwachsenen und Kindern sind generell noch nicht abgeschlossen, Ergebnisse sollen laut EMEA ab Mitte Oktober vorliegen. Die AGES PharmMed in Österreich hat die Tests für die Zulassungen federführend betrieben. Laut Chef Marcus Müllner hat es bisher keine Hinweise auf gröbere Nebenwirkungen gegeben.

Das rasche Zulassungsverfahren trotz noch laufender Studien macht die Registrierung auf der Basis eines bereits genehmigten Mock-Up-Impfstoffes möglich: So besitzt Baxter die Zulassung für eine A(H5N1)-Vakzine (Vogelgrippe). In dieser wurde praktisch nur die Antigen-Komponente auf A(H1NH1) (Schweinegrippe) ausgetauscht. Entwickelt wurde “Celvapan” im Baxter-Biotech-Forschungszentrum in Orth/Donau in Niederösterreich. Es handelt sich um einen Ganzvirus-Impfstoff (abgetötete Viren).

Die nun angegebene Wochen-Produktionsrate von mehr als 600.000 Dosen der Vakzine liegt weit unter den ursprünglichen Erwartungen. Die Kapazität hängt von den Wachstumseigenschaften des Influenza-Virus ab. Im Fall von A(H1N1) sind sie offenbar schlecht. Man hatte bei Baxter unter optimalen Bedingungen mit einer Produktion von 1,5 bis zwei Millionen Dosen der Vakzine pro Woche gerechnet.

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