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Steigende Donau

Die Donau ist in der Nacht auf Dienstag weiter gestiegen, die Regenfälle über weiten Teilen Österreichs hielten an. In der Früh wurde die Altstadt von Ybbs überflutet.

Die Dämme konnten die Wassermassen nicht mehr zurückhalten. Dramatisch war auch die Lage in Oberösterreich, wo ein möglicher Dammbruch Schwertberg und Mauthausen bedrohte. Die Westautobahn musste gesperrt werden. In Wien drohte trotz des steigenden Wasserpegels keine Überflutung des Stadtgebietes.

In Ybbs war der Wasserstand in der Nacht kontinuierlich gestiegen. Man hatte daher bereits mit einer Überflutung der Altstadt gerechnet und vorsorglich Evakuierungen angeordnet.

Insgesamt rund 3.000 Feuerwehrleute kämpfen in Niederösterreich gegen die Fluten. In Heidenreichstein wurden laut der Landeswarnzentrale 200 Personen vorsorglich evakuiert. Ein Damm drohte zu brechen. Auch in Waidhofen/Thaya und im Bereich Amstetten mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Weiter kritisch war die Situation im Kamptal. Die Zuflüsse zum Kamp stiegen. Die gefährdeten Anrainer wurden evakuiert. Der Staudamm Ottenstein erfüllte jedoch vorerst seine Speicherfunktion. Daher wurde kein zusätzliches Wasser abgelassen.

In Zwettl war die Lage stabil, es gab keinen Wasserübertritt.

Die Donau stieg in Niederösterreich unterdessen weiter, der Pegelstand war aber noch nicht kritisch. Bei Kienstock lag die Marke bei 9 Meter, prognostiziert waren 9,5 Meter.

In Oberösterreich kämpften in Sandl Einsatzkräfte gegen einen möglichen Dammbruch der durch die starken Regenfälle übervollen Rosenhofteiche. Der kleine Rosenhofteich schwappte bereits über. Eine Flutwelle von Nord nach Süd durch das Mühlviertel – unter anderem durch Schwertberg und Mauthausen – könnte die Folge eines Dammbruchs sein. Laut Feuerwehr regnete es zuletzt unvermindert in Sandl.

Besonders dramatisch war die Lage inzwischen an der Donau in Grein. Der Pegelstand der Donau betrug 12,34 Meter – normal sind es knapp 7 Meter. Die Donau sollte weiter steigen, auf voraussichtlich 13,5 Meter in den Morgenstunden.

Durch die starken Regenfälle war der Verkehr besonders in Ober- und Niederösterreich erheblich behindert. Zahlreiche Straßen waren gesperrt.

Auf der Westautobahn (A1) mussten 48 Menschen aus ihren Autos gerettet werden, die auf der überschwemmten Fahrbahn im Raum Linz festsaßen. Laut ORF-Radio wurde niemand ernsthaft verletzt. Die A1 und die Mühlkreisautobahn (A7) waren nach Angaben des ÖAMTC in den betroffenen Bereichen weiterhin gesperrt.

Auch in Wien stieg der Pegel der Donau. Allerdings droht nach Angaben der Behörden keine Überschwemmung des Stadtgebiets, lediglich die Copa Cagrana sollte in den Morgenstunden geflutet werden.

Die Donau erreichte am Montagabend gegen 21.30 Uhr eine Durchflussmenge von etwa 8.000 Kubikmeter pro Sekunde. Der in den Jahren 1972 bis 1996 errichtete Hochwasserschutz sollte mit der erwarteten Flut fertig werden. Das System ist für eine Durchflussmenge von 14.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt. „Es werden höchstens zwischen 10.000 und 12.000 erwartet“, sagte Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska (S).

In Salzburg gingen die Pegel der Salzach langsam zurück. Die Brücken in der Mozartstadt wurden für den Verkehr freigegeben. In Oberndorf drohte am Abend jedoch ein Damm zu brechen. 100 Menschen wurden evakuiert.

Das gewaltige Hochwasser in Teilen Österreichs hat bis Montagabend drei Todesopfer gefordert. In Hallein starb ein Mann in einem überfluteten Keller, ein Feuerwehrmann kam im Lungau ums Leben. In Kirchheim im Innkreis (Bezirk Ried) erdrückte ein Erdrutsch einen 48-Jährigen.

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