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Steigende Auftragszahlen in der Bauwirtschaft

Die Vorarlberger Baubranche hat am Freitag von einer "positiven Entwicklung" berichtet.
118 Mio. Euro für Straßen- und Hochbau

Auch für 2020 rechne man weiterhin mit einer "zufriedenstellenden Auslastung", hieß es. Im Vergleich zu vor einem Jahr habe sich die Auftragslage um gut neun Prozent verbessert, ließen die Bauunternehmer in der alljährlich zum Jahresende durchgeführten Blitzumfrage wissen.

Als wichtige Pfeiler der heimischen Bauwirtschaft erwiesen sich im vergangenen Halbjahr die Sparten Wohnbau und Sanierung, so Innungsmeister Peter Keckeis. Auch im ersten Halbjahr 2020 erwarte man steigende Auftragszahlen. Träger der Konjunktur werden der Wohnbau (+10,3 Prozent) und der Sanierungsbereich (+9,5 Prozent) bleiben, während die Bauunternehmer von einer stabilen Situation im Industrie- und Gewerbebau (+0,3 Prozent) und einem leichten Rückgang beim öffentlichen Hoch- (-0,8 Prozent) und Tiefbau (-1,9 Prozent) ausgingen.

Blitzumfrage zur Baubranche - Rücklaufquote über 75 Prozent - Foto: WKV

Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen

Der stellvertretende Innungsmeister Alexander Stroppa hielt dazu allerdings fest, dass er im öffentlichen Hoch- und Tiefbau 2020 entgegen den Einschätzungen der Blitzumfrage mit einer Trendwende rechne. "Zahlreiche öffentliche Bauprojekte stehen kurz vor der Ausschreibung oder sind in der Planung so weit fortgeschritten, dass sie 2020 ausgeschrieben werden", so Stroppa.

Die wachsende Nachfrage nach Wohnraum und die verstärkte Bautätigkeit der gemeinnützigen Wohnbauträger seien ungebrochen, sagte Johannes Wilhelm, Wohnbausprecher und stellvertretender Innungsmeister. Bei Sanierungen von Wohnanlagen aus den 1980er- und 1990er-Jahren werde vielfach die Energietechnik auf einen effizienteren Stand gebracht. Alte, große Wohnhäuser würden im Zuge von Generalsanierungen mittlerweile oft zu Mehrfamilienhäusern umgebaut, schilderte Wilhelm zwei Trends.

Seitwärtsbewegung bei Grundstückspreisen

In Sachen Grundstückspreise gebe es eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau, stellte Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, fest. "In Vorarlberg schätzen wir derzeit einen Gesamtbedarf von rund 3.200 Neubauwohnungen pro Jahr, davon etwa 400 gemeinnützige Mietwohnungen", so Ammann. Er forderte insbesondere die Anpassung der Wohnbauförderung an die "tatsächlichen Gegebenheiten und Preisniveaus".

Sorge wegen Deponien

Sorge bereitete der Bauwirtschaft das Fehlen von Abbau-Bewilligungen für vorhandene Rohstoffe wie Kies und Split. Stattdessen müsse man Ressourcen über große Distanzen ins Land holen, was höhere Kosten und eine noch stärkere Verkehrsbelastung mit sich bringe. Schwierig sei die Situation auch bei den Deponien für Bauaushub und Bauschutt. Innungsmeister Keckeis appellierte an die Politik, eine neue Rohstoffstrategie zu erarbeiten.

Zahlen und Fakten der Blitzumfrage 2019

Aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum Dezember 2018: 9,35% (Vorjahr +7,40%)

Auftragssituation erstes Halbjahr 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019: +10,32% (Vorjahr +6,60%)

  • Wohnbau: +10,32% (Vorjahr +4,20%)
  • Industrie- und Gewerbebau: +0,32% (Vorjahr +4,0%)
  • Öffentlicher Hochbau: -0,81% (Vorjahr +2,80%)
  • Öffentlicher Tiefbau: -1,94% (Vorjahr -1,20%)
  • Sanierung: +9,52% (+2,60%)
  • Mittelfristige Personalplanung: +6,45%; Personalplanung/Lehrlinge: +12,10%
  • Personalstand im Jahresmittel 2019: 4000 Mitarbeitende, ca. 200 Lehrlinge

(Red./APA)

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