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Stefan Vögel zu Kultur in der Krise: "Mich stört vor allem, dass einfach nichts kommt"

Auch Kabarettist Stefan Vögel wünscht sich mehr Informationen von Lunacek.
Auch Kabarettist Stefan Vögel wünscht sich mehr Informationen von Lunacek. ©Stefan Vögel, APA
Lukas Resetarits kritisiert in einem Video den Umgang mit Kulturschaffenden in der Krise. Auch den Vorarlberger Kabarettisten Stefan Vögel stört der fehlende Fahrplan für die Branche.
Resetarits Wutrede gegen die Grünen

Kabarettist Lukas Resetarits äußert in einem Wut-Video scharfe Kritik am Umgang mit Kulturschaffenden in der Coronakrise. Kunststaatssekretärin Ulrike Lunacek sei eine "schwarze Aussicht für alle Kulturschaffenden". Die fehlenden Lösungen für die Kulturbranche seien eine Missachtung der Branche. Auch zahlreiche andere Bühnenkünstler äußerten bereits Kritik am Fahrplan für die Kultur.

"Ich sehe das eigentlich sehr sehr ähnlich", erklärt Kabarettist Stefan Vögel im VOL.AT-Telefoninterview. "Mich stört vor allem, dass einfach nichts kommt." Natürlich seien auch die der Branche Vorstehenden in einer sehr schwierigen Lage. Er wolle nicht mit ihnen tauschen, aber es sei ihre Aufgabe, sich um die zu kümmern, die ihnen anvertraut seien. "Von Lunaceks Seite kommt nichts. Man hört einfach nichts und das geht nicht", so der Theaterautor und Kabarettist.

"Haben keinen Blick nach vorne"

"Man muss sowas kommunizieren, selbst wenn es hart ist, aber diese Unsicherheit und dieses Sich-nicht-melden das ist die allerschlimmste Lösung", gibt Vögel gegenüber VOL.AT zu verstehen. "Das ist einfach schlechte Führung - nennen wir's mal so", meint er. "Da ist jemand am falschen Platz, wenn er das nicht wahrnehmen kann. "In der Kulturbranche würden viele Leute auf wenig Information warten - aber diese komme einfach nicht. "Ich bin nur etwas besser dran als die reinen Bühnenkünstler, weil ich jetzt schreiben kann. Also ich kann noch weiterarbeiten", verdeutlicht er seine Situation. "Die, die jetzt überhaupt kein Einkommen generieren können, die haben einfach keinen Blick nach vorne", so Vögel. Es sei Aufgabe einer Führungsperson diese Unsicherheit zu nehmen. Immerhin sei sie in das Amt gewählt worden.

"Wir haben einfach nicht diesen Durck und die Lobby"

Was die finanzielle Situation angehe, sei er wirklich in einer glücklichen Lage, weil er kein "reiner Schauspieler" sei. Er könne vorarbeiten. "Aber für alle anderen ist natürlich jede Form von Hilfe nützlich", so der Kabarettist im Telefoninterview. Jegliche Art der Förderung und Unterstützung sei derzeit willkommen. "Was uns Künstlern sicher weh tut, ist, dass wir einfach immer die allerletzten sind", so Vögel. "Wir haben den Nachteil, dass wir nicht wenige große Firmen sind, sondern ganz ganz viele kleine Firmen." Die Kulturschaffenden seien in Summe unglaublich viele Leute, hätten aber nicht den Druck, den beispielsweise eine Lobby, wie sie die Autobranche oder Industrie habe - machen könne. "Das haben wir alles nicht. Da ist jeder auch sonst ein Einzelkämpfer und wir haben einfachen nicht diesen Druck und die Lobby. Das ist sicher unser Nachteil", erklärt der Vorarlberger Bühnenschaffende.

"Wurst, woher das Geld kommt"

Nicht nur die Bundesregierung könne helfen: "Ich glaube einfach, dass hier alle gefragt sind. Das sind Bund und Land." Auch die einzelnen Gemeinden und Städte könnten überlegen, wie sie den Künstlern im Ort helfen könnten. "Momentan ist das einfach für Künstler so schwierig, dass sie von jeder Seite her Hilfe bräuchten", erklärt der Kabarettist. Es gehe nicht nur um eine bundesweite Lösung: "Ich glaube, dass hier alle Ebenen irgendwas machen könnte." Er kenne viele, die auf der Bühne stehen, und derzeit nicht wissen, was sie tun sollen. "Denen ist letztlich total Wurst, woher das Geld kommt, Hauptsache sie können was machen. Hauptsache sie können weiterleben", betont Stefan Vögel. Auch die Theater seien hier ein Thema. Die großen Bundestheater könne man sicher retten. Es gebe allerdings auch viele kleine Privattheater. "Wenn denen nicht geholfen wird, dann sind sie weg. Dann stirbt einfach eine ganze Branche", gibt Vögel zu verstehen. "Denen geht's ums blanke Überleben."

(Red.)

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