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„Statt zu turnen, sammeln wir den Straßenmüll“

Professorin Studer kann an dem vielen Müll nicht einfach vorbei gehen. Sie sammelt mit ihren Schülern die Straßen und Felder Lustenaus ab.
Professorin Studer kann an dem vielen Müll nicht einfach vorbei gehen. Sie sammelt mit ihren Schülern die Straßen und Felder Lustenaus ab. ©bvs
Wieso nicht die Zeit des abgesagten Turnunterrichts sinnvoll nützen, dachte sich eine Professorin für Bewegung und Sport des BG Lustenau und begann mit ihren Schülern, den Müll am Straßenrand einzusammeln.
Müllsammeln statt Turnen

Lustenau „Seit dem 16. Februar sind wir jeden Tag mit den Schülern unterwegs und sammeln den Müll ein, der am Straßenrand liegt“, erzählt Ulrike Studer (48), Professorin am BG Lustenau. Dabei haben sie bis jetzt beachtliche 1500 Liter Müll eingesammelt. „Durch Corona dürfen wir mit unseren Schülern keinen Turnunterricht in der Halle abhalten. Stattdessen gehen wir mit ihnen spazieren.“ Bei den Spaziergängen durch Lustenau sind ihr die vielen achtlos weggeworfenen Abfälle aufgefallen. Und so entstand die Idee, den Müll einfach einzusammeln. Zuerst habe sie in Eigenregie einen Müllsack mitgenommen, doch die Säcke wurden immer schneller voll, deshalb sei sie mit ihrem Anliegen bei der Gemeinde vorgetreten. „Aufgrund von Corona durfte die Gemeinde dieses Jahr keine Flurreinigung mit freiwilligen Helfern machen. Die Gemeinde begrüßte deshalb mein Vorhaben sehr.“ Die Marktgemeinde unterstützt die Helfer des BG Lustenau mit Müllsäcken, Zangen, Leuchtwesten und Handschuhen.

Gemeinsam etwas Gutes tun

„Innerhalb kürzester Zeit sind viele Schulen auf die Müllsammelaktion eingestiegen.“ In jeder „Turnstunde“ schnappen sich die Schüler die Müllsäcke und ziehen ihre Runden durch Lustenau. „Ich habe einen Ortsplan, auf dem ich alle Bereiche, die wir schon gesäubert haben, markiere“, sagt Studer. Diese Information gibt sie dann an die Gemeinde weiter. Ihr gehe es vor allem um die Bewusstseinsbildung bei den jungen Menschen und auch bei den Bewohnern von Lustenau. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Wiesen und Straßenränder etwas sauberer zu machen. Müllsäcke und Müllzangen werden von der Gemeinde gestellt und so kann man die Bewegung an der frischen Luft mit etwas Gutem für die Umwelt verbinden.

Daumen hoch

„Des Feedback aus der Gesellschaft ist sehr positiv. Die Leute fahren an uns vorbei und strecken die Daumen nach oben“, so Studer. Eine Anwohnerin habe allen Schülern, die gerade eine Straße abgesammelt hätten, eine Schüssel voller Ostereier geschenkt. Das sei eine schöne Rückmeldung für sie. „Wir setzen ein Signal an die Gesellschaft. Die Jugendlichen machen was und tragen dazu bei, dass die Straßen, Wiesen und Bäche sauberer werden.“ bvs

Luca Hämmerle, 18 Jahre

„Heute sind wir von der Maturaklasse dran, den Müll einzusammeln. Ich finde es ganz in Ordnung. Ich bin an der frischen Luft und mache gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt.“ 

Hannes Gasser, 17 Jahre:

„Es ist ein schönes Gefühl, die Natur von dem Müll zu befreien. Leider müssen wir nicht lange suchen und sammeln in kürzester Zeit eine beachtliche Menge Müll.“

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