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Start der Zwetschkensaison

Götzis/VN -  Sie heißen Katinka, Pitestan, Hamita, Top King oder Top Hit und sind nur fünf von 13 Zwetschkensorten, die im großen Hausgarten von Anton Schiefer am Götzner Berg gedeihen. Er ist einer von 24 Vorarlberger Obstbauern, die neben anderen Obstarten Zwetschken, nach den Kirschen die zweite große Kultur aus der Gruppe des Steinobstes, anbauen.

Nicht in großem Stil, dafür aber mit viel Liebe und Können. Denn der gebürtige Steirer, der schon längst in Vorarlberg seine zweite Heimat gefunden hat, kennt sich im Obstbau aus. Er ist immerhin Mitglied der ARGE Erwerbsobstbauern, Baumwärter-Kursleiter, Gebietsvertreter des Obst- und Gartenbauvereins Kummenbergregion und Berater beim Obstbauverein Götzis. Berater deshalb, weil er gerne mit neuen Sorten experimentiert und seine Erfahrungen an die Kollegenschaft weitergibt.

Saison eingeläutet

In diesen Tagen wird die Zwetschkensaison in Vorarlberg eingeläutet. Spezialbetriebe, die nur auf die blauen Früchte setzen, gibt es im Ländle allerdings keine. Dafür besitzt praktisch jeder Obstbauer einige Zwetschkenbäume, und auch in unzähligen Privatgärten gedeiht das süße Obst. In Schiefers kleiner Plantage stehen 75 Bäume, übervoll mit Zwetschken. Pro Baum erntet der Hobby-Obstbauer rund 25 bis 30 Kilogramm. Von selbst kommen gute Erträge allerdings nicht. Zweimal pro Jahr spritzt er mit umweltfreundlichen Mitteln seine Kulturen, vor allem um dem Hauptschädling, der Sägewespe, den Garaus zu machen. Und als Leiter von Baumschnittkursen beim Obstbauverein weiß Schiefer auch ganz genau, wo er zur Veredelung die Baumschere ansetzen muss, denn ohne Hege und Pflege würde die Ernte äußerst dürftig ausfallen.

Weinbauklima

Andere Voraussetzungen für eine gute Qualität sind nahrhafte Böden mit guter Wasserversorgung. Besonders gut gedeiht das blaue Obst im Weinbauklima, wie es in bestimmten Lagen im Rheintal und Walgau zu finden ist. Die Zwetschken aus den Vorarlberger Obstgärten sind sehr gefragt, da sie zum idealen Reifezeitpunkt entweder direkt bei den Bauern oder auf lokalen Märkten erhältlich sind. „Reif sind sie dann, wenn sich das Fruchtfleisch von Grün in Richtung Gelb färbt und sich die Steine leicht herauslösen lassen“, rät Schiefer den Kunden vor dem Kauf zu einer Testverkostung. Seine Zwetschken bietet er übrigens jeden Samstag auf dem Götzner Wochenmarkt an. Vollreife Früchte gibt es je nach Sorte von Mitte Juli bis in den Spätherbst. Um Allerheiligen findet die letzte Ernte statt, dann kehrt im Obstgarten von Anton Schiefer bis ins Frühjahr Ruhe ein.

Hochprozentiges

Die wohlschmeckenden blauen Früchte eignen sich auch zur Herstellung von Hochprozentigem. Der Obstbauer vom Götzner Berg kennt sich auch da aus: Ein Teil der Ernte wandert ins Maischefass.


zur Person
Anton Schiefer Geboren: 1942
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Pensionist
Hobby: Obstbau, täglich ein paar Leute zum Lachen bringen.

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